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Paiste Formula 602 Vinnie Colaiuta Cymbals im Test


Drei neue Modelle in der „Formula 602“-Serie hat Paiste auf Wunsch und in Zusammenarbeit mit Drummer Extraordinaire Vinnie Colaiuta auf den Weg gebracht. Große und mächtige Cymbals sind es geworden – 24″ Ride, 22″ Crash und 15″ Hi-Hats.

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Auch wenn es zur NAMM Show 2013 gleich eine ganze Serie hinterher gab, schauen wir uns zunächst mal diese drei großen und mächtigen Cymbals an. Hier unser Videotest der Paiste Formula 602 „Vinnie Colaiuta Cymbals.

Konstruktion

Natürlich werden auch diese neuen Modelle in der Schweizer Paiste Factory aus der speziellen B20-Bronzelegierung der Paiste Formula 602 Cymbals in Handarbeit gefertigt. Optisch ist es der dunkel-goldene Schimmer, der den klassischen Look kreiert und der sie deutlich von allen anderen aus B20-Bronze gefertigten Cymbals unterscheidet. Das dezente und doch dichte Hämmerungsmuster ist auch diesen neuen Modellen zu Eigen, doch ist das Abdrehmuster etwas anders gestaltet als in dieser Serie vorherrschend. Die Tonal-Grooves sind hier auf den Spiel- wie Rückseiten etwas breiter und tiefer gesetzt.

Das 24″ Medium Ride beschreibt im Profil einen deutlich ausgeprägten Bogen, der für eine relative hohe Vorspannung im Cymbal sorgt. Die Kuppe ist recht hoch und ausgeprägt halbkugelförmig angelegt.

Auch wenn das 22″ Thin Crash in der Anatomie dem großen Ride sehr ähnlich ist, so zeigt sich hier ein klarer Unterschied im Gewicht. Dies ist ein für seine Größe sehr leichtes Cymbal, und es erweist sich gemäß des Einsatzzwecks auch mechanisch als viel flexibler

Die 15″ Medium Hi-Hat Cymbals unterscheiden sich nicht nur im Gewicht zwischen Top und Bottom deutlich voneinander, das Bottom-Cymbal bietet auch das etwas höhe – re Profil mit stärkerem Bogen. Alle Testkandidaten erweisen sich als exzellent verarbeitet und sauber ausbalanciert.

Paiste F 602 Cinnie Colaiuta Thin Crash Closeup
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Sounds

Das 24″ Medium Ride besitzt eine Kuppe mit einem dunkel glockigen Klang. Der Attack ist markant und trägt sehr weit, transparente, sanfte Obertöne sorgen hier für einen sehr eigenen Klangcharakter. Der Attack ist zudem recht kurz und schwingt in ein sehr klares, fein singendes Sustain ein, das einen guten Teil des Obertonspektrums fortführt. Auf dem Profil angespielt ist der Anschlag etwas „holziger“ und betont den Stick-Sound, birgt allerdings auch wieder einen für die F602-Cymbals typischen feinen Schimmer, was eine sehr interessante Klangvariante zu anderen typischen B20- Sounds darstellt.

Im Sustain setzt sich dieser feine Obertonschimmer fort, gefolgt von einer schnellen Modulation. So ist das Sustain klanglich recht komplex, aber auch transparent im Ausklang. Auch wenn der Gesamtklang durchaus fein und elegant ist, so ist dieses Cymbal doch eindeutig etwas für die größeren Bühnen. Es ist hier nicht die Frage der Grundlautstärke, sondern eher die raumgreifende Klangfülle, die es zu einem durchsetzungsstarken Instrument macht.

Das 22″ Thin Crash ist für seine Größe erstaunlich spritzig und schnell in der Ansprache. Die angenehmen Obertöne und der dunkle Grundcharakter wirken sehr reiz voll, und auf eine subtile Art setzt sich dieses Cymbal ohne jede Aggressivität durch. Attack und Decay blenden sauber ineinander über und verleihen diesem Crash einen wuchtigen Charakter im Attack, dennoch ist der Ausklang nicht zu lang und das Cymbal somit sehr gut beherrschbar. Im Club würde auch das eventuell zuviel des Guten sein, doch auf größeren Bühnen entfaltet dieses Cymbal sicherlich genau die nötige Präsenz.

Die 15″ Medium Hi-Hat liefert einen satten, kompakten Chick-Sound beim Zutreten, der allerdings recht leise erscheint. Dafür bietet sie geschlossen angespielt einen satten, schmatzenden Attack und ein kurzes, kompaktes Sustain. Das sorgt für einen frequenzmäßig breiten, aber definierten Sound. Aufzieher sind präzise und bieten genügend Zisch, sind dazu nicht zu scharf in den Obertönen, sondern harmonisch ausgewogen. Diese Hi-Hat ist also eher dezent und sanft im Gesamtklang, bietet allerdings auch genügend Präsenz, um mit den großen Rideund Crash-Cymbals mitzuhalten.

Paiste F 602 Cinnie Colaiuta Hi-Hat Closeup
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Interessant ist auch das dynamische Verhalten dieser neuen F602-Cymbal-Modelle: Sie brauchen zur Klangentfaltung schon einen souveränen Anschlag, und man kann bei Bedarf auch etwas kräftiger zur Sache gehen. Dabei ändert sich dann nur wenig an dem sehr ausgewogenen, harmonischen Klangbild, mal abgesehen von der Lautstärke. Hier ist es schön, das grundsätzlich gleiche Klangverhalten plus nuancierte Additionen gewisser Frequenzen in unterschiedlichen Lautstärken zur Verfügung zu haben.

Zusammengefasst:

15″ Medium Hi-Hat: Relativ leiser doch konkreter Attack, sanftes, weiches und volles Sustain, satter und kompakter Chick-Sound, präzise Aufzieher.

22″ Thin Crash: Spritziger und recht schneller Attack, harmonisch angenehmer und dunkler Charakter im relativ Sustain.

24″ Medium Ride: Markanter, weit tragender Attack, komplexes doch transparentes Obertonspektrum im Sustain, klare, eher dunkle Kuppe.

Paiste F 602 Cinnie Colaiuta Ride Closeup

Fazit

Diese drei Neuheiten in der Paiste Formula 602 Serie sind definitiv eine sehr spezielle Ergänzung. Dabei ist das besondere dynamische Verhalten ebenso bemerkenswert wie der ausgewogene und eher sanfte, aber doch präsente Klang von Ride und Crash. Diese Cymbals sind sicherlich prädestiniert für den Gebrauch auf größeren Bühnen, und dabei geht es hier mal nicht um pure Lautstärke, sondern eher um raumfüllende Sounds, die auch einen gewissen Platz zur Entfaltung brauchen. Passend dazu sind auch die 15″ Medium Hi-Hats, die allerdings auch in intimeren musikalischen Situationen eine gute Figur machen.

 

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