Schlagzeugpflege

Schlagzeug reinigen – mit diesen Tipps geht es richtig!

Verschiedene Reinigungsmittel für ein Schlagzeug

Warum sollte man sein Schlagzeug reinigen? Sagen die einen: Weil es schicker aussieht und besser klingt! Sagen die anderen: Nein, erst im Alter und mit einer gewissen Patina erfährt man einen richtig tollen Sound.

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Wer den Wert und die Funktionstüchtigkeit, die schöne Optik und auch den guten Klang seiner Instrumente erhalten will, der sollte diese sorgfältig pflegen und liebevoll behandeln! Grundsätzlich gilt für alle Bestandteile des Schlagzeugs: Man kann mit mildem, warmem Seifenwasser sein Schlagzeug reinigen und weichen Lappen trocken wischen! Ja, auch Cymbals und Hardware. ACHTUNG AUSNAHME: naturbelassene Hölzer, seidenmatte oder gewachste Holzoberflächen!

Bei konventionell lackierten Kesseln oder solchen mit Folien-Oberflächen ist das kein Problem, die werden dadurch fettfrei und sauber, allerdings wird es dann nicht unbedingt schön glänzen. Wer möchte, dass seine Instrumente auch schnieke aussehen, der sollte andere Mittelchen benutzen.

Pflegemittel, die dein Schlagzeug reinigen

Wie schon bemerkt: Naturbelassene Hölzer, Seidenmatt-Lacke und gewachste Oberflächen oder gar spezielle Sonderlackierungen sind immer mit größter Vorsicht zu behandeln! Im Zweifel wendet man sich vorher an den Fachhändler, Vertrieb oder direkt an den Hersteller. Gibt es keine besonderen Pflegehinweise zum Instrument, so kann man Folien-Oberflächen und konventionelle Glanzlackierungen mit weichem Tuch und Möbelpflege (z. B. Pronto) reinigen.
Wichtig: Alle alkoholhaltigen, nicht säurefreien oder kalkhaltigen Reiniger gilt es unbedingt zu vermeiden.

Mit Möbelpflegemitteln lassen sich auch die Metallkessel von Snaredrums reinigen, bei Metallpolituren ist allerdings Vorsicht geboten. Für verchromte Oberflächen eignen sich auch Produkte aus der Automobilindustrie, bei Messing, Aluminium und Kupfer-Kesseln ist wiederum Umsicht geboten. Deren Oberflächen können nämlich mit einem Schutzlack versehen worden sein, und da kann dann das sanfte Möbelpflegemittel schon ausreichen, da man die Metalloberfläche ja gar nicht erreicht. Wozu dann also eine teure Messingpolitur kaufen?

Pflegemittel, die deine Cymbals reinigen

Warum soll man Cymbals eigentlich überhaupt reinigen? Sagen die einen: Weil es schicker aussieht und besser klingt! Sagen die anderen: Nein, Cymbals entwickeln erst im Alter und mit einer gewissen Patina einen richtig tollen Sound. Da gehen die Meinungen weit auseinander, und letztendlich ist das Ganze eine sehr persönliche Entscheidung. Zwei Dinge sollte man aber in seine Überlegungen einbeziehen.
Erstens: Grünspan ist Oxidation und damit „Rost“ und beschädigt das Cymbal.
Zweitens: Die durch Schweiß, Blut und Tränen, Nikotin- und Nebelmaschinen-Rückstände oder Wasser speiende Sänger verseuchten Cymbals anzufassen ist nicht gerade ein hygienischer Vorgang.

Schlagzeug reinigen oder polieren?

Beides sind zeitaufwendige und ungeliebte Vorgänge, weil sie anstrengend sind. Egal wofür man sich entscheidet, von einer Sache sollte man sich verabschieden: Dass die Teile danach wie ladenneu aussehen und auch das Logo in altem Glanz erstrahlt.

Das geht nicht! Mal angenommen, wir entscheiden uns also doch für eine Reinigung. Aber womit? Geht man auf Nummer sicher, sollte es immer der empfohlene Cymbal-Cleaner des jeweiligen Herstellers sein, der das Rennen macht. Naturbelassene, raue, bräunliche Oberflächen zu reinigen lohnt sich vielleicht klanglich, aber aus optischen Gründen ist das wohl eher witzlos. Die matten „Natural“-bzw. „Traditional“- Finishes von abgedrehten Cymbals können einen Schutzlack haben, müssen sie aber nicht. So sind z. B. die Zildjian Armand Cymbals nicht lackiert und daher auch empfindlich gegen Feuchte und auch Handschweiß, was auch über Nacht zu grünlicher Oxidation auf den Cymbals führen kann. Spielt man Cymbals ohne Oberflächenschutz, sollte man für Auf- und Abbau Handschuhe tragen (ja, das sieht doof aus, ist aber eben notwendig!), und wenn es die Zeit erlaubt mit einem weichen Lappen die Dinger abwischen, bevor sie in die Tasche oder das Case kommen.

Die meisten Cymbals mit glänzender Oberfläche („Brilliant“-Finish) sind mit einem speziellen Schutzlack versehen, und daher sind die Abdrücke von Sticks mitunter tatsächlich in den Lack „eingebrannt“ und lassen sich manuell nicht mehr so einfach wegpolieren. Wer das trotzdem versucht, riskiert beim heftigen Polieren zumindest den Verlust des aufgedruckten Logos.

Alternativen zu Cymbal-Pflegemittel

Zu den Pflegemitteln der Cymbal-Hersteller gibt es auch Alternativen im Zubehörbereich des Fachhandels, und auch die können zumindest als Reiniger ganze Arbeit leisten. Besonders unsere amerikanischen Freunde verkaufen hier interessante Produkte, die zwar den versprochenen Reinigungseffekt bei korrekter Anwendung leisten, allerdings zum Teil verdächtig nach Polituren ausschauen, die (mit anderem Label versehen) aus dem Automobil- und Waffen-Bereich oder dem Küchen/Bad-Pflegemittel-Segment kommen könnten. Das mag für ein stark gebrauchtes und vernachlässigtes Cymbal ja noch angehen, denn etwas Hilfe ist besser als gar nichts, bei heißgeliebten Instrumenten sollte man es allerdings doch besser mit einem Reiniger des entsprechenden Cymbal-Herstellers sein Glück versuchen, auch wenn das länger dauert und man häufiger zu Cleaner und Lappen greifen muss.

Fazit: Besser von vornherein die neuen, schicken Cymbals pfleglich behandeln. Dann klingen sie länger klasse und schauen auch länger schick aus!

Pflegemittel für Hardware

Was die verchromten Oberflächen der Stative angeht, so ist das einfach: Mit mildem, warmen Seifenwasser säubern, trocknen, fertig! Oder man nimmt einfach eine Chrompolitur. Dreck, Fett und auch Kleberreste von Markierungen lassen sich damit relativ leicht entfernen, und die Chrompolitur hat noch den Vorteil einen leichten Korrosionsschutz zu geben.

An dieser Stelle noch ein kleiner Tipp: Wenn ihr Stative und Stativteile markieren und nummerieren wollt: Nutzt Isolierklebeband! Das lässt sich ganz leicht rückstandsfrei entfernen und in grauer Farbe fällt das auch nicht weiter optisch auf. Auch wenn es üblich ist, weil ach so bequem: Gaffer-Tape gehört nicht an Stative! Das hinterlässt hässliche, schmierige Kleberrückstande, besonders wenn es durch den Transport der Hardware in der Kiste beschädigt wird und dann diese klebrigen Reste beim Aufbau z. B. in die Kunststoffmuffen der Basis-Klemme oder zwischen andere bewegliche Teile rutschen. Zur Pflege der beweglichen Teile, Lager, Federn sowie Schrauben und Gewinde ist säurefreies Öl die beste Lösung, auch Schmiermittel wie z. B. das spezielle M4 Öl von LD Systems oder Waffenöl sind zu empfehlen, wie auch Silikonspray, das zur Pflege von beweglichen Teile an sensiblen medizinischen Geräten und Instrumenten eingesetzt wird. WD40 Multifunktionsöl oder Spray geht zur Not auch, aber das hinterlässt meist einen zu starken Schmierfilm der auch gern mal Schmutz anzieht. Achtet beim Reinigen und Schmieren der Bassdrum-Pedale und Hi-Hat-Maschinen darauf, dass ihr die Trittplatten vorher abdeckt! Diese von Schmiermittelresten zu befreien ist eine ätzende Arbeit, und wer will schon auf der Trittplatte ungewollt hin und her rutschen.

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