Die Trommel für Genießer

Vinodrum: Cajon und Bongosound in einem

vinodrum

Eine Cajon aus Weinkisten – das hat es bislang nicht gegeben! Kreativer Geist dieser überraschenden Trommel ist Peter Lorson, seines Zeichens Percussionist und Musikschulen-Leiter.

Für Überraschung sorgen die Vinodrums alle Male, da sie quasi „multiple Persönlichkeiten“ sind. Denn auf der einen Spielebene steht eine Cajon zur Verfügung – und einmal um 180° gewendet gibt es eine Zwei-Zonen Spielfläche mit Conga- und Bongo/Quinto-Sounds. Drei Instrumente in einer (Wein)Kiste also – und das bei einem Sound, der richtig kickt und verblüffend reif klingt.

Wir haben die Kiste „entkorkt“ und uns das Bouquet mal schmecken lassen

Bei den Vinodrums handelt es sich um recycelte Weinkisten, die an sich schon einen gewissen Sammlerwert haben. Nimmt man die Holzquader zur Hand, so fällt eine erstaunliche Leichtgewichtigkeit auf. Und auch das Auge wandert über allerlei eingravierte Beschriftungen, die erahnen lassen, dass hier wohl einst wertvolle Tropfen eingelagert waren. Jede Vinodrum wird einzeln und in Handarbeit gefertigt. Weinkisten verschiedener Herkunft (Spanien, Italien etc.) werden einzeln ausgesucht und auf ihre Tauglichkeit der Weiterverarbeitung hin selektiert. Unterschiedliche Schlagdeckenhölzer, besondere Zeichnungen von Edelfurnieren und eine individuelle Handfertigung machen jede Trommel zum Unikat.

Das Chassis der Vinodrum ist eine originale 6er-Weinkiste, die zur Hybrid-Wooddrum umgebaut, bzw. ausgebaut wird. Mit 33 cm Länge, 17 cm Höhe und 27 cm Tiefe bietet sich eine „Cajinto-Größe“, somit kann die Kiste nach Bongo-Manier prima zwischen den Knien gehalten werden. Bei leicht angewinkelter Position legt sich eine Kistenecke auch praktischerweise in die Kniebeuge, so dass ein guter Halt gegeben ist. Die Seitenflächen sind zudem mit einer rauen Lackierung versehen und sorgen für Rutschfestigkeit.

Pluspunkt: Der Sound kommt einem direkt entgegen und wird nicht nach hinten weggeblasen

Ein Blick durch das Resonanzloch (welches nach Aussage Peter Lorsons für eine optimale Klangentfaltung im Durchmesser genau berechnet ist), zeigt, dass im Inneren der Kiste zwei Kammern integriert sind – eine große und eine kleine. Diese Tonkammern verbinden sich unmittelbar mit der Zweizonenspielfläche und erklären das Phänomen der unterschiedlichen Sounds auf einer Spielebene. Diese ist durch eine eingefräste Linie auf der Oberseite nochmals gekennzeichnet und trennt den Bereich Conga von der kleinen Bongo- bzw. Quinto-Spielebene.

Die tonale Trennung ist wirklich erstaunlich und sogleich lädt die Vinodrum dazu ein, verschiedene Kombinationen aus Conga- und Bongo-Rhythmen zu spielen. Natürlich darf man bei einer Holzkiste und den komprimierten Cajinto-Maßen keine echten Conga-Sounds erwarten. Dennoch – Open Tones und bassbetonte Schläge treten wunderbar hervor und zeigen eine deutliche Parallele zum trockenen Charakter einer Conga. Für Slaps und Bongoartige Sounds oder helle Opens steht die kleine Spielfläche zur Verfügung. Die harmonisch miteinander kommunizierenden Spielzonen sorgen für ungebremsten Spielspaß. Dabei klingt die Vinodrum nicht laut, aber doch gerade richtig für Sessions zuhause – sei es alleine oder im Percussion-Ensemble mit anderen Instrumenten.

Unser Fazit:

Die Rettung ausgedienter Weinkisten hat sich gelohnt. Mit der Vinodrum darf sich die Percussionwelt über den Neuzugang einer wunderbaren Cajinto-Wooddrum freuen, die mit verschiedenen Klangcharakteren zwischen Cajon, Bongo und Conga ein echtes Novum darstellt. Die klanglich wendige Hybrid-Groove-Kiste sorgt nicht nur für Frische im Cajon-Sektor, sondern auch für jede Menge Spielspaß. Ein echter Klang- und Groove-Genuss mit der erlesenen Aura eines edlen Weins.

Ein Kommentar zu “Vinodrum: Cajon und Bongosound in einem”
  1. Ich bin wirklich ein Anhänger von Weniger ist Mehr im schlagzeugbereich .. aber das Teil hier ist untauglich. Der Sound ist wirklich zu dünn

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