Grundschläge – Der „Bass-Schlag“

Der Cajon-Workshop für Schlagzeuger – Teil 4

"Bass-Schlag"-Position

Bild 1

Willkommen zur vierten Folge von „Bumm Tschack für Cajón“. Nach dem wir uns mit dem „Tschack“ (unserem „Snaredrum“-Sound) bzw. „Tip-Schlag“ in der vorigen Workshop-Folge beschäftigt haben, widmen wir uns in dieser Episode nun dem „Bumm“ (unserem „Bassdrum“-Sound)! Dieser ist der zweite Cajón-Grundschlag und heißt eigentlich „Bass-Schlag“. In Verbindung mit dem „Tip-Schlag“ bildet der „Bass-Schlag“ die Basis für die allermeisten Rock/Pop-Beats auf der Cajón! Daher ist es dringend angeraten, dem „Bass-Schlag“ ganz besondere Beachtung zu schenken!

SPIELTECHNIK

In der peruanischen Cajón-Tradition wird der „Bass-Schlag“ einfach „tief klingender Schlag“ genannt. Diese Bezeichnung finde ich sehr treffend. Denn sowohl der Treffpunkt auf der Schlagfläche als auch eure Handspieltechnik sollten beim „Bass-Schlag“ darauf ausgerichtet sein, möglichst nur die tiefen Frequenzen der Cajón zu betonen. Um einen satten und wohlig klingenden Bass- Ton bzw. „Bumm“ auf der Cajón erzeugen zu können, sollten daher auch erfahrene Cajóneros immer mal wieder ihre „Bass-Schlag“- Technik überprüfen und feintunen. In Bild 1 seht ihr die „Bass-Schlag“-Position beider Hände, in Bild 2 die Ausholbewegung. Wichtig ist, dass die Fingerspitzen die Schlagfläche beim Auftreffen möglichst nicht berühren, denn diese sorgen für ungewünschte hohe Frequenzen. Das Zentrum der Handinnenfläche sollte aus diesem Grund ebenfalls die Cajón nicht berühren – die Hand bildet ja eine leichte Wölbung aus. Ein weiterer wichtiger Faktor ist der Treffpunkt. Dieser sollte aus ergonomischen Gründen im oberen Bereich der Schlagfläche liegen (nahe der Kante). Ein häufiger Fehler besteht nämlich darin, dass der „Bass- Schlag“ zu tief in der Schlagfläche gespielt wird. Das klingt zumeist nicht so gut wie weiter oben. Außerdem ist es ein enormer Aufwand, für Tip und „Bass-Schlag“ so große Strecken auf der Schlagfläche zurückzulegen.

Ausholbewegung
Bild 2

Mein Tipp an alle Schlagzeuger: Achtet beim „Bass-Schlag“ vor allem auf den Bewegungsablauf. Auch das Auftreffen der Hand auf der Schlagfläche ist enorm wichtig – unterschätzt das nicht! Denn der „Bass-Schlag“ mit der Hand auf der Cajón funktioniert in ganz anderen Kategorien als der Bassdrum- Schlag beim Schlagzeug! Anstelle eines Schlagzeug-Bassdrum-Pedals „tritt“ nämlich nun eure Hand. Zudem gibt’s bei der Cajón keine extra Basstrommel wie beim Schlagzeug, die euch den fetten Subbass liefert. Vielmehr finden sich bei der Cajón alle Frequenzen – egal ob hoch oder tief – in einem einzigen Korpus. Das alles klingt im ersten Moment vielleicht ein wenig banal. Auf das Spiel- und Time- Gefühl wirken sich diese Unterschiede aber gravierend aus! Eine Übertragung quasi „1:1“ vom Schlagzeug zur Cajón ist musikalisch daher meistens eher unglücklich.

Notierung Folge 4

 

ÜBUNGEN

Wie beim „Tip-Schlag“ in der Folge zuvor rate ich euch, den „Bass-Schlag“ zunächst mit einer Hand zu üben – und zwar mit eurer Führhand. Spielt ganz langsam, im Prinzip ohne Time und Rhythmus, konzentriert euch einzig auf Bewegung und Klang. Wechselt dann die Hand und wiederholt die Prozedur.

Langsam:

Schneller:

Erst wenn ihr die Grundparamater der Bewegung und des Klangs verstanden habt, solltet ihr den „Bass-Schlag“ abwechselnd mit beiden Händen spielen. Rückt dann auch Time und rhythmische Präzision in den Fokus. Wenn sich diese Übung gut anfühlt, dann spielt die Bass-Schläge als Viertel-, Achtel- oder Sechzehntel-Puls zu Musik eurer Wahl und seid sozusagen euer eigener „Click“ – das kann riesig Spaß machen!

Langsam:

Mittleres Tempo:

Hohes Tempo:

 

In der nächsten Episode widmen wir uns dem letzten der drei Grundschläge, dem „Open Tone“. Bis dahin viel Freude beim Entdecken des „Bass-Schlags“ auf der Cajón!

Ein Kommentar zu “Der Cajon-Workshop für Schlagzeuger – Teil 4”
  1. Bernd Weber

    An dieser Stelle möchte ich mal ein Dankeschön für den Workshop hier aussprechen. Sehr cool – und vor allem sogar kostenlos!

    Ich bin per Zufall über die Seite http://www.cajonkaufen.com auf das Cajon- Instrument selbst aufmerksam geworden. Zuvor hatte ich das das gar nicht so auf dem Radar; und wirklich nicht bewusst wahr genommen. Nachdem ich mich aber informiert habe und selbst nun mir ein günstiges Einsteiger- Cajon gekauft habe, habe ich so richtig Spaß daran gefunden 🙂

    … und da sind mir solche Anleitungen sehr willkommen.

    Freundliche Grüße
    Bernd

    Antworten
Hinterlassen Sie einen Kommentar

Das könnte Dich auch interessieren: