Modern Beats

JoJo Mayer Besen-Groove-Variationen

jojo-mayer

Nachdem ich in der letzten Workshop-Folge diverse Besen-Grooves vorgestellt habe, die JoJo Mayer bei Konzerten von Rebekka Bakken sowie auch auf ihrer CD „The Art Of How To Fall” gespielt hat, möchte ich in dieser Folge diese großartigen Beats nun wieder etwas „aufbrechen“ und verändern.

JoJos Beats sind vor allem auf Grund der Figur der linken Hand extrem flächig. Bis man es raus hat, diese durchgehende, niemals abreißende gleichmäßige Besenfläche im besprochenen Groove-Kontext anzubieten, vergehen in der Regel einige Wochen oder auch Monate Übungszeit. Trotzdem sollte man nicht davor zurückscheuen, diese Fläche dann auch wieder bewusst aufzubrechen. Eine monotone Besenfläche, die an einigen Stellen einer kurzen, aber konsequenten „Leere“ weicht, kann mitunter sehr charmant wirken, da anschließend die Wirkung der durchgehenden Fläche natürlich um so größer ist.

Die drei folgenden Beispiele l, 2 und 3 greifen dieses Prinzip auf. Spielt man diese Grooves tight und gleichmäßig, so entsteht eine Atmo, die an einen am Rechner zerschnitten oder programmierten BesenBeat erinnert.jojo-mayer-noten-1-3

Die in der vorhergehenden Folge besprochenen Besen-Grooves klingen meines Erachtens in Tempi zwischen 50 und 90 b.p.m. am schönsten. Alles was schneller ist, klingt doch schon etwas gehetzt, und alles was langsamer ist, ist mir einfach zu schwer. In diesen doch relativ langsamen Tempi bietet es sich natürlich hier und da an, ein paar Double-Time-Phrasierungen in diese Grooves zu integrieren. In den Tempi 80 bis 90 b.p.m. entstehen hierdurch fast automatisch Drum’n’Bass-lastige Groove-Variationen. Die erste Möglichkeit besteht darin, diese DoubleTime-Phrasierungen an jenen Stellen zu spielen, an denen wir in dem vorangegangenen Schritt bereits einige Lücken gerissen haben. Dies ermöglicht uns natürlich auch Figuren zu spielen, die zu der ursprünglichen Wischbewegung keinen klaren Bezug haben (Beispiele 4 und 5).jojo-mayer-noten-4-5--

Die andere Möglichkeit besteht hingegen darin, die Wischbewegung des Ausgangs-Grooves so zu verändern, dass hier auch von vornherein ein Double-Time-Feel zumindest angedeutet wird. Dies erreichen wir, indem wir beispielsweise den Wischakzent der linken Hand nicht auf die 1/16-„e“-Zählzeiten sondern auf die 1/32-Note davor legen (Beispiel 6).jojo-mayer-noten-6

Auch den Wischakzent der 1/16-„a“-Zählzeiten können wir um eine 1/32-Note näher an die Downbeats heranrücken (Beispiel 7), ich meine jedoch, dass die erste Variante einfach besser klingt.jojo-mayer-noten-7

Der nächste Schritt besteht nun natürlich wieder darin, diese veränderten Basis-Grooves erneut aufzubrechen, um wieder einige Lücken in die neue durchgehende Besenfläche zu reißen (Beispiele 8 und 9).jojo-mayer-noten-8-9

Interessante Beats entstehen ebenfalls, wenn wir nun die (geschlagenen) Double-Time-Phrasierungen der Beispiele 4 und 5 mit dem Double-Time-Ansatz der Beispiele 6 und 7 zu einem kompakten Groove zusammenführen (Beispiele 10 und 11).jojo-mayer-noten-10-11

Ich habe mir angewöhnt, diese Art von Grooves auf zwei unterschiedlichen Snaredrums zu spielen. Wenn sich der Flächensound der linken Hand deutlich von dem doch eher geschlagenen Sound der rechten Hand absetzt, gewinnt der ganze Groove an Transparenz und auch an Breite. Interessante Grooves erhält man zudem, wenn beispielsweise die rechte Hand auf einer normalen Snaredrum spielt und auf der „Linke-Hand-Snaredrum“ ein Stück Papier gelegt wird. Hierdurch werden gleich zwei relativ unterschiedliche Frequenzräume abgedeckt, wodurch das Ganze ebenfalls an Transparenz und Brillanz gewinnt.

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