Schlagzeug spielen mit Jost Nickel

Jost Nickel Workshop: Fills in Sechzehntel-Triolen

PietroSutera

In diesem Jost Nickel-Workshop geht es um Fills in Sechzehntel-Triolen. Das hier gezeigte rhythmische Konzept gehört zum Standard-Repertoire vieler Drummer, und allein deshalb ist es sehr lohnenswert, sich damit zu befassen.

Zuerst ein paar grundsätzliche Gedanken zum Thema Fills: Bei Fills ist es entscheidend, welche Subdivision (Unterteilung) ihr spielen möchtet. Dies hängt natürlich in hohem Maße vom Tempo ab: In Tempo 60 ist es leichter, Fills in Zweiunddreißigstel-Noten zu spielen, als in Tempo 120. Oder: Wenn ihr in Tempo 120 ein sehr schnelles Fill spielen möchtet, wählt ihr als Subdivision wahrscheinlich Sechzehntel-Triolen. Bei dem dringenden Bedürfnis, in Tempo 80 ein sehr schnelles Fill zu spielen, wählt ihr als Subdivision eher Zweiunddreißigstel-Noten. Wie anspruchsvoll ein Fill ist, hängt aber nicht nur von der Subdivision ab. Ganz wesentlich wird die Schwierigkeit von Fills von der zugrundeliegenden Rhythmik bestimmt. Ihr könnt also euer Fill in Sechzehntel-Noten (oder jeder anderen Subdivision) mit einer einfacheren oder einer schwierigeren zugrundeliegenden Rhythmik spielen. Je einfacher die zugrundeliegende Rhythmik, desto einfacher ist es, den Überblick beim Spielen dieser Fills zu behalten, was absolut und immer unverzichtbar ist.

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ZUGRUNDELIEGENDE RHYTHMIK MITHÖREN

Die zugrundeliegende Rhythmik solltet ihr beim Fill immer mithören. Sie steht – soweit nötig – bei den Notenbeispielen immer unterhalb des eigentlichen Fills und dient eurer Orientierung. Nun zum Gegenstand dieses Workshops: Wie schon erwähnt geht es um Fills in Sechzehntel-Triolen, d. h., wir spielen sechs Noten pro Viertel. Die Figuren, um die es hier gehen soll, bestehen aber aus neun Schlägen. Wir nennen sie also 9er-Gruppen.

Wiederholt die Ausgangsfigur so oft, dass daraus ein zweitaktiges Fill entsteht (Beispiel 2). In Zeile 2 seht ihr die zugrundeliegende Rhythmik des Fills, die aus Achteln besteht. Jeder zweite Durchgang ist grau markiert. Dadurch dass die Ausgangsfigur neun Sechzehntel-Triolen lang ist, wechselt sie automatisch zwischen Downbeat und Offbeat. Um nach dem oben stehenden Fill einen leichten Übergang zurück in den Groove zu ermöglichen, spiele ich den letzten Schlag des Fills nur mit der Bassdrum (ohne Ride-Becken).

Um eure Flexibilität im Umgang mit dieser Figur zu fördern, solltet ihr üben, die 9er-Gruppe auch auf jeder anderen Achtel im Takt zu starten. In Beispiel 3 beginnt die 9er-Gruppe auf der „1und“.

DAS PRINZIP

Wir spielen 9er-Gruppen in Sechzehntel-Triolen. Dadurch dass 9er-Gruppen genau drei Achtel lang sind, wandern sie immer zwischen Downbeat und Offbeat hin und her.

Subdivision des Fills: Sechzehntel-Triolen Raster der zugrundeliegenden Rhythmik: Achtelnoten

Sobald ihr euch mit dieser (und anderen Figuren) wohlfühlt, solltet ihr anfangen, das Fill durch den Einsatz von Dynamik und/oder Orchestrierung zu ändern, um mit der gleichen Figur mehr Ausdrucksmöglichkeiten zu bekommen.

In Beispiel 4 seht ihr eine Möglichkeit, dieses Fill anders zu orchestrieren. Der Handsatz und die Subdivision bleiben unverändert, es ändert sich lediglich der dritte Schlag der Figur. Hier spielt ihr anstelle des Ride-Beckens (zusammen mit der Bassdrum) einen Akzent auf der Snaredrum.

Auch diese Orchestrierung der Ausgangsfigur solltet ihr auf anderen Zählzeiten beginnen. Beispielsweise auf der „1und“.

Ich wünsche euch viel Spaß mit diesem Workshop!

 

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