Die Urbanatix Groove-Abteilung

URBANTIX: Dennis Brzoska & Jonas Wilms im Interview

Selten genug, dass in einem Musical oder einer Show der Drummer nicht im Orchestergraben regelrecht versteckt wird. Die „Streetart & World Artistic Show“ Urbanatix, die seit 2010 in wechselnden Besetzungen Artistik, Musik und Videokunst vom Feinsten präsentiert, geht in ihrer aktuellen Show „Outside The Box“ einen anderen Weg.

Jonas Wilms
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Gleich zwei Drummer, Dennis Brzoska und Jonas Wilms, sorgen für Groove und Backbeat, und das sogar als Teil der Show in mehreren Metern Höhe auf der Bühne in einer Plexiglas-Box! Ein aufwendiges Bühnenbild im Industrie-Ambiente der Bochumer Jahrhunderthalle ist gleichermaßen Bühne, Kulisse und Leinwand für Videoprojektionen.

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Wie ist die „Urbanatix“-Show ursprünglich entstanden?

Jonas: Die Show gibt es seit 2010. Jedes Jahr gibt es ein anderes Motto und auch andere mitwirkende Künstler. Vor zwei Jahren gab es auch schon einmal eine Show mit Drummerin auf der Bühne, allerdings nicht während der ganzen Show. Aber in dem Ausmaß, mit zwei Drummern, die während der ganzen Show Präsenz zeigen und volle Pulle, das gab es vorher noch nicht. Überhaupt war es in der Vergangenheit so, dass die Musik immer komplett oder fast ausschließlich vom Band kam.

Wer hatte die Idee, gleich zwei Drummer zu integrieren?

Dennis: Das war Christian Eggert, unser Regisseur. Sebastian Maier, unser Produzent und musikalischer Leiter, fragte mich, ob ich Lust hätte da mitzumachen. Wir sind damals auf dasselbe Gymnasium gegangen, daher kannte ich ihn. Ich habe natürlich sofort ja gesagt. Dann hab ich kurz Jonas angerufen, mit dem ich gemeinsam studiert habe, und der hatte auch Bock.

Artist bei der Show

Innerhalb der Show läuft naturgemäß die ganze Zeit Musik. Wer wählt die Musik aus?

Dennis: Teilweise bringen die Künstler die Musik selbst mit. Das heißt, sie ist einfach „vorhanden“ und wird zu den Artistik- oder Tanz-Choreografien eingespielt. Die Auswahl geschieht aber immer in Zusammenarbeit mit Sebastian Maier. Letztendlich ist er auch für die Zusammenstellung und das Arrangement der Tracks verantwortlich. Dort, wo es Sinn machte, hat er auch Tracks eigens komponiert.

Jonas: Einige Tracks sind auch Remixe, um die Titel etwas dub-steppiger, etwas fetter zu machen und der Stimmung anzupassen. Die werden dann auf der Bühne von Dennis mit fetten E-Drum-Sounds gespielt.

Dennis: Wir haben unter anderem eine Nirvana-Nummer im Programm. Die Aufgabe bestand darin, eine No-Drum-Version zu machen, zu der wir dann live spielen. Also haben wir uns das Intro mit der kurzen Gitarrensequenz vom Original genommen. Ich habe dann im Studio selbst die anderen Gitarren und Bässe eingespielt. Sebastian hat noch irgendeine Schrottspur von Kurt Cobain gefunden und einen Zwischen-Part komponiert, den wir beide dann noch eingebaut haben. Nirvana haben das damals natürlich frei und nicht auf Click eingespielt. Das war ganz schön Arbeit, das Ganze anschließend für den No-Drum-Track über einen für uns geeigneten Click zu ziehen. Dafür war es aber nachher auch richtig geil. Jonas und ich haben uns viele Sachen gemeinsam ausgedacht. Jonas hat, wie ich auch, die Möglichkeit aufzunehmen. So haben wir uns im Vorfeld unsere Ideen hin und her geschoben, um auszuprobieren, was der jeweils andere darüber spielen kann. Irgendwann war es dann eben ein „Paket“.

Jonas: In einigen Fällen haben wir von den Plattenfirmen auf Anfrage sogar Einzelspuren für die No-Drum-Tracks bekommen! Urbanatix ist mittlerweile eine dicke Produktion und sehr anerkannt, sogar weltweit. Da sind die Plattenfirmen auch nicht abgeneigt, wenn ihre Titel Teil unserer Show werden.

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Urbanatix wurde bislang ausschließlich in der Bochumer Jahrhunderthalle inszeniert. Ist für die Zukunft auch mal eine Tournee geplant?

Dennis: Es gab mal eine Tour mit abgespeckter Besetzung, konkret: die Beatboxer und ein paar Parcours-Leute. Aber nicht mit dem großen Ensemble. Unterwegs kann man die Show auch nicht so dick fahren wie hier in der Jahrhunderthalle, wo du zwei Wochen Aufbau und Vorbereitung hast.

Jonas: Urbanatix ist im Rahmen des „Ruhr.2010“-Festivals entstanden. Außerdem bietet die Jahrhunderthalle genau das urbane Flair für diese Art von Show. Und dieses Flair lässt sich nicht so einfach auf Tour schicken.

Ist das nicht fast schade, so viel Vorbereitung und dann „nur“ 16 Shows an 12 Tagen? Wie rechnet sich das bei der Größe der Show?

Dennis: Das fragen wir uns auch. (lacht)

Jonas: Die Show hat viele Sponsoren. Und was Ticketverkäufe angeht, sind wir gut ausgelastet. Wir hatten dieses Jahr einen Durchschnitt von mehr als 1.000 Leuten pro Show. Man kann auch schon für die nächsten Shows Karten kaufen. Die Termine im November 2015 stehen schon fest. Und es gibt eine Extra-Show

Urbanatix Show

Wie lange habt ihr für diese Show geprobt?

Jonas: Wir haben nicht geprobt. (lacht)

Dennis: Jonas und ich haben etwa zwei Monate vorher begonnen, uns wöchentlich zu treffen. Aber das Meiste ist noch davor über Hin- und Herschicken von Aufnahmen oder am Telefon entstanden. Die musikalische Vorproduktion für die eigentliche Show im November hat im Sommer angefangen – also Songs aussuchen, No- Drum-Tracks bauen, alle Drums recorden, damit die Artisten üben können. Dann wieder Drums umarrangieren, bis wir zufrieden waren. Das hat sich ganz schön gezogen. Da sitzt du manchmal für nur einen Track zwei volle Tage im Studio.

Woher kommen die ganzen Artisten? Das sind ja nicht alles Eigengewächse aus dem Bochumer Umland?

Jonas: Regisseur Christian Eggert sucht die aus. Sobald eine Spielzeit vorbei ist, reist er um die Welt und sieht sich Shows wie „Cirque du Soleil“ oder Shows in Las Vegas an, sortiert dann Show-Acts aus. Dabei gibt es aber auch einige Künstler aus dem direkten Umland, etwa Tänzerinnen und Tänzer aus Düsseldorf. Das sind aber auch alles Profis.

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Ihr seid auf der Bühne relativ weit auseinander positioniert. Wie habt ihr das technisch gelöst, zusammen synchron zu spielen?

Dennis: Die Einspieler, zu denen wir trommeln, werden aus der Regie gesteuert. Christian gibt das Kommando, und dann bekommen wir zwei Takte Click als Vorzähler. Nach den Proben hatten wir aber schon eine gewisse Routine und wussten etwa, dass nach einem bestimmten Titel 10 Sekunden Leerlauf kommen, bevor der nächste Einzähler startet. Wir haben beide unsere eigenen Monitor-Mischpulte, auf dem wir uns unseren Sound persönlich gestalten konnten. Jonas hat meinen Drumsound auch auf seinem Pult, so wie ich seinen auf meinem habe. So hören wir natürlich immer das, was der andere gerade macht, und so können wir auch trotz der räumlichen Distanz „zusammen“ spielen.

Jonas: Die Musik-Einspielungen und unser Drumming müssen immer hundertprozentig synchron zu den Video-Einspielungen sein. Wenn es ein Problem beim Timecode gibt, muss der Mischer sofort ein Notfall-Playback vom Backup-Computer starten. Da gab es durchaus ein oder zwei Situationen, in denen wir ins Schwitzen gekommen sind.

Dennis: Glücklicherweise nur bei den Proben. Einmal war bei einem Part, in dem Jonas und ich parallel Doublebass und das übelste Gefrickel spielen, der Click weg. Da wussten wir erst mal nicht, was wir machen sollten. Wir haben uns kurz angesehen und einfach für die Nummer mal nichts gemacht. Danach wurde ein Backup-Rechner dazu geholt. Das war aber auch der einzige Vorfall, an den ich mich erinnern kann.

Gleich zwei Drummer, Dennis Brzoska und Jonas Wilms, sorgen für Groove und Backbeat, und das sogar als Teil der Show in mehreren Metern Höhe auf der Bühne in einer Plexiglas-Box! Ein aufwendiges Bühnenbild im Industrie-Ambiente der Bochumer Jahrhunderthalle ist gleichermaßen Bühne, Kulisse und Leinwand für Videoprojektionen. Wie ist die „Urbanatix“-Show ursprünglich entstanden? Jonas: Die Show gibt es seit 2010. Jedes Jahr gibt es ein anderes Motto und auch andere mitwirkende Künstler. Vor zwei Jahren gab es auch schon einmal eine Show mit Drummerin auf der Bühne, allerdings nicht während der ganzen Show. Aber in dem Ausmaß, mit zwei Drummern, die während der ganzen Show Präsenz zeigen und volle Pulle, das gab es vorher noch nicht. Überhaupt war es in der Vergangenheit so, dass die Musik immer komplett oder fast ausschließlich vom Band kam. Wer hatte die Idee, gleich zwei Drummer zu integrieren? Dennis: Das war Christian Eggert, unser Regisseur. Sebastian Maier, unser Produzent und musikalischer Leiter, fragte mich, ob ich Lust hätte da mitzumachen. Wir sind damals auf dasselbe Gymnasium gegangen, daher kannte ich ihn. Ich habe natürlich sofort ja gesagt. Dann hab ich kurz Jonas angerufen, mit dem ich gemeinsam studiert habe, und der hatte auch Bock. Innerhalb der Show läuft naturgemäß die ganze Zeit Musik. Wer wählt die Musik aus? Dennis: Teilweise bringen die Künstler die Musik selbst mit. Das heißt, sie ist einfach „vorhanden“ und wird zu den Artistik- oder Tanz-Choreografien eingespielt. Die Auswahl geschieht aber immer in Zusammenarbeit mit Sebastian Maier. Letztendlich ist er auch für die Zusammenstellung und das Arrangement der Tracks verantwortlich. Dort, wo es Sinn machte, hat er auch Tracks eigens komponiert. Jonas: Einige Tracks sind auch Remixe, um die Titel etwas dub-steppiger, etwas fetter zu machen und der Stimmung anzupassen. Die werden dann auf der Bühne von Dennis mit fetten E-Drum-Sounds gespielt. Dennis: Wir haben unter anderem eine Nirvana-Nummer im Programm. Die Aufgabe bestand darin, eine No-Drum-Version zu machen, zu der wir dann live spielen. Also haben wir uns das Intro mit der kurzen Gitarrensequenz vom Original genommen. Ich habe dann im Studio selbst die anderen Gitarren und Bässe eingespielt. Sebastian hat noch irgendeine Schrottspur von Kurt Cobain gefunden und einen Zwischen-Part komponiert, den wir beide dann noch eingebaut haben. Nirvana haben das damals natürlich frei und nicht auf Click eingespielt. Das war ganz schön Arbeit, das Ganze anschließend für den No-Drum-Track über einen für uns geeigneten Click zu ziehen. Dafür war es aber nachher auch richtig geil. Jonas und ich haben uns viele Sachen gemeinsam ausgedacht. Jonas hat, wie ich auch, die Möglichkeit aufzunehmen. So haben wir uns im Vorfeld unsere Ideen hin und her geschoben, um auszuprobieren, was der jeweils andere darüber spielen kann. Irgendwann war es dann eben ein „Paket“. Jonas: In einigen Fällen haben wir von den Plattenfirmen auf Anfrage sogar Einzelspuren für die No-Drum-Tracks bekommen! Urbanatix ist mittlerweile eine dicke Produktion und sehr anerkannt, sogar weltweit. Da sind die Plattenfirmen auch nicht abgeneigt, wenn ihre Titel Teil unserer Show werden. Urbanatix wurde bislang ausschließlich in der Bochumer Jahrhunderthalle inszeniert. Ist für die Zukunft auch mal eine Tournee geplant? Dennis: Es gab mal eine Tour mit abgespeckter Besetzung, konkret: die Beatboxer und ein paar Parcours-Leute. Aber nicht mit dem großen Ensemble. Unterwegs kann man die Show auch nicht so dick fahren wie hier in der Jahrhunderthalle, wo du zwei Wochen Aufbau und Vorbereitung hast. Jonas: Urbanatix ist im Rahmen des „Ruhr.2010“-Festivals entstanden. Außerdem bietet die Jahrhunderthalle genau das urbane Flair für diese Art von Show. Und dieses Flair lässt sich nicht so einfach auf Tour schicken. Ist das nicht fast schade, so viel Vorbereitung und dann „nur“ 16 Shows an 12 Tagen? Wie rechnet sich das bei der Größe der Show? Dennis: Das fragen wir uns auch. (lacht) Jonas: Die Show hat viele Sponsoren. Und was Ticketverkäufe angeht, sind wir gut ausgelastet. Wir hatten dieses Jahr einen Durchschnitt von mehr als 1.000 Leuten pro Show. Man kann auch schon für die nächsten Shows Karten kaufen. Die Termine im November 2015 stehen schon fest. Und es gibt eine Extra-Show Wie lange habt ihr für diese Show geprobt? Jonas: Wir haben nicht geprobt. (lacht) Dennis: Jonas und ich haben etwa zwei Monate vorher begonnen, uns wöchentlich zu treffen. Aber das Meiste ist noch davor über Hin- und Herschicken von Aufnahmen oder am Telefon entstanden. Die musikalische Vorproduktion für die eigentliche Show im November hat im Sommer angefangen – also Songs aussuchen, No- Drum-Tracks bauen, alle Drums recorden, damit die Artisten üben können. Dann wieder Drums umarrangieren, bis wir zufrieden waren. Das hat sich ganz schön gezogen. Da sitzt du manchmal für nur einen Track zwei volle Tage im Studio. Woher kommen die ganzen Artisten? Das sind ja nicht alles Eigengewächse aus dem Bochumer Umland? Jonas: Regisseur Christian Eggert sucht die aus. Sobald eine Spielzeit vorbei ist, reist er um die Welt und sieht sich Shows wie „Cirque du Soleil“ oder Shows in Las Vegas an, sortiert dann Show-Acts aus. Dabei gibt es aber auch einige Künstler aus dem direkten Umland, etwa Tänzerinnen und Tänzer aus Düsseldorf. Das sind aber auch alles Profis. Ihr seid auf der Bühne relativ weit auseinander positioniert. Wie habt ihr das technisch gelöst, zusammen synchron zu spielen? Dennis: Die Einspieler, zu denen wir trommeln, werden aus der Regie gesteuert. Christian gibt das Kommando, und dann bekommen wir zwei Takte Click als Vorzähler. Nach den Proben hatten wir aber schon eine gewisse Routine und wussten etwa, dass nach einem bestimmten Titel 10 Sekunden Leerlauf kommen, bevor der nächste Einzähler startet. Wir haben beide unsere eigenen Monitor-Mischpulte, auf dem wir uns unseren Sound persönlich gestalten konnten. Jonas hat meinen Drumsound auch auf seinem Pult, so wie ich seinen auf meinem habe. So hören wir natürlich immer das, was der andere gerade macht, und so können wir auch trotz der räumlichen Distanz „zusammen“ spielen. Jonas: Die Musik-Einspielungen und unser Drumming müssen immer hundertprozentig synchron zu den Video-Einspielungen sein. Wenn es ein Problem beim Timecode gibt, muss der Mischer sofort ein Notfall-Playback vom Backup-Computer starten. Da gab es durchaus ein oder zwei Situationen, in denen wir ins Schwitzen gekommen sind. Dennis: Glücklicherweise nur bei den Proben. Einmal war bei einem Part, in dem Jonas und ich parallel Doublebass und das übelste Gefrickel spielen, der Click weg. Da wussten wir erst mal nicht, was wir machen sollten. Wir haben uns kurz angesehen und einfach für die Nummer mal nichts gemacht. Danach wurde ein Backup-Rechner dazu geholt. Das war aber auch der einzige Vorfall, an den ich mich erinnern kann. Ihr habt euch in Enschede während eures Schlagzeugstudiums kennen gelernt. Wie seid ihr gerade auf das Konservatorium in Enschede gekommen? Dennis: Über das Internet. Ich hatte irgendwann beschlossen, Musik zu studieren. Dann habe ich mich vor Ort mal umgesehen, fand die Idylle und das Städtchen gut und habe mich dann für Enschede entschieden. Ich habe auch vier Jahre dort gewohnt und am Ende mit dem Bachelor abgeschlossen. Jonas: Ich war sechs Jahre dort, weil ich noch meinen „Master of Music“ gemacht habe. Dennis hat den Pop-Studiengang gemacht, ich hatte mich für Jazz entschieden. Meine Master-Arbeit war übrigens eine wissenschaftliche Arbeit über Tony Williams. Du, Jonas, bist also mehr der Jazz/Fusion-Part in diesem Duo? Ich hab Jazz studiert und spiele auch viel in dieser Richtung. Ich habe mein eigenes Jazz-Trio, spiele auch viele Jazz-Sessions in Dortmund und Umgebung. Weiterhin mache ich viele Gigs als Sub in diversen Bereichen von Pop bis Jazz. Dennis, was war dein Schwerpunkt? Ich habe Popmusik mit Hauptfach Schlagzeug studiert. Pop und Rock. Ich habe in der Zwischenprüfung zwar auch mal so ’ne Besen- Nummer gemacht – aber seitdem nicht mehr. (lacht) Jazz liegt mir nicht so. Ich mache lieber etwas mit „Eiern“. (grinst) Du gibst neben Schlagzeug auch Gitarren-Unterricht? Richtig. Ich bin Multi-Instrumentalist. Gitarre habe ich mir mit 15 Jahren selber beigebracht und dabei immer die Leute gefragt, die es besser konnten. Klavier spiele ich auch. Ich arrangiere auch Streicher, auch wenn ich selbst keine Streichinstrumente spielen kann. Ich weiß aber, wie sie funktionieren. Ich produziere auch im Ton - studio. Für meine Band Susanne Blech habe ich ein paar Songs geschrieben und vorproduziert. Das passiert alles neben dem Schlagzeugspielen. Für die „Urbanatix“-Show habe ich auch für einen Track die Drums geschrieben und arrangiert. Erzählt mal ein bisschen über eure Band-Projekte abseits von Urbanatix. Dennis: Meine Hauptband ist seit nun vier Jahren Susanne Blech, mit der wir gerade durchstarten. Bei Susanne Blech spiele ich Schlagzeug, und zwar ein Hybrid-Setup. Wir waren bis vor Kurzem mit den Guano Apes auf Tour. Früher durfte ich die nur von vor der Bühne aus sehen, diesmal durfte ich mit auf die Bühne. Das war eine geile Erfahrung. Die Jungs und das Mädel sind auch echt nett. Wie kam es denn zu dieser Konstellation? Susanne Blech ist doch eher Elektro, die Guano Apes das Rock-Brett. Ich bin ein Drummer, der trotz des E-Drum-Sets auch gerne richtig reinlangt. Ich spiele dort neben der elektronischen Bassdrum und dem SPD-SX echte Snare und Becken, und dann passt das auch wieder. Und bei aller Elektronik machen wir schon einen recht rockigen Sound. Der ausschlaggebende Punkt ist aber, dass wir dasselbe Management haben. Zufälligerweise ist Sebastian Maier, der Musi - kalische Leiter von „Urbanatix“ gleichzeitig auch der Produzent von Susanne Blech. So sind Jonas und ich im Prinzip auch zur „Urbanatix“- Show gekommen. Nebenbei spiele ich noch in einer Foo Fighters Cover-Band namens Who The Foo, mit der es Gig-mäßig ab April 2015 weitergeht. Da übernehme ich den Part von Dave Grohl, also Gesang und Gitarre. Ansonsten unterrichte ich auch noch, sowohl privat als auch an der Musikschule. Jonas, wie sieht es bei deinen Band-Projekten aus? Ich mache sehr viele verschiedene Sachen. Ich mache mein eigenes Jazz-Trio Panic Room mit Saxofon, Gitarre und Drums. Dort spielt der Gitarrist viel mit Loops, was in dieser Formation ein bisschen der Bass-Ersatz ist. Dann habe ich noch ein HipHop- und R’n’B-lastiges Singer/Songwriter-Projekt namens Moses. Dafür produzieren wir gerade das Album, von dem wir schon zehn Tracks im Kasten haben. Dann wäre da noch meine Lounge-Band Lounge Experiment. Auch in dieser Formation mit Drums, Gesang, Gitarre und Keyboard fehlt der Bassist, weil der Keyboarder, der – auch in Enschede – Hammond studiert hat, megageil mit der linken Hand Bass spielen kann. Ich spiele noch in einer Police Tribute-Band namens Reggatta De Blanc. Ich habe Stewart Copeland förmlich studiert. Ich spiele dort wie er Traditional Grip, verwende denselben Echo-Effekt auf Bassdrum, Snare und Octobans. Ich habe mir das ganze „Synchronicity Live“-Konzert eins zu eins transkribiert. Es gibt 1.000 Projekte, an denen ich im Moment beteiligt bin. Und dann noch zahlreiche Sub- Gigs in Top40-, Gala- oder Jazz-Bands. Lasst uns mal über eure doch sehr unterschiedlichen Setups bei „Urbanatix“ sprechen. Jonas: Unsere Setups standen nicht von vorne herein fest, sondern ergaben sich erst in der Vorbereitung der Show. Wir spielen bei zwei Titeln 1:1 dasselbe, also völlig synchron. Bei den anderen Titeln versuchen wir in vielerlei Hinsicht „Part“ und „Gegen-Part“ zu sein. Das schlägt sich auch in den Setups nieder. Dennis verwendet ein Rock - set mit nur einem Hänge-Tom, dafür aber ein Roland SPD-SX für die E-Drum-Sounds und Loops. Ich dagegen spiele viele Toms und sogar die Octobans, die ich sonst nur bei der Police Tribute-Band spiele. Außerdem eine fette Ludwig 14" 8" als Sidesnare. Ich setze auch Trash-Hats oder gestackte Becken ein oder einen Schellenkranz für die Breakbeat-Parts. So gewinne ich eine ähnliche Vielfalt an Sounds, wie sie Dennis durch den Einsatz der Elektronik erzielt. Das ist der Grund, warum ich mich für dieses große Set entschieden habe. Vielen Dank für das Gespräch. Wir wünschen viel Erfolg für die Zukunft!

Ihr habt euch in Enschede während eures Schlagzeugstudiums kennen gelernt. Wie seid ihr gerade auf das Konservatorium in Enschede gekommen?

Dennis: Über das Internet. Ich hatte irgendwann beschlossen, Musik zu studieren. Dann habe ich mich vor Ort mal umgesehen, fand die Idylle und das Städtchen gut und habe mich dann für Enschede entschieden. Ich habe auch vier Jahre dort gewohnt und am Ende mit dem Bachelor abgeschlossen.

Jonas: Ich war sechs Jahre dort, weil ich noch meinen „Master of Music“ gemacht habe. Dennis hat den Pop-Studiengang gemacht, ich hatte mich für Jazz entschieden. Meine Master-Arbeit war übrigens eine wissenschaftliche Arbeit über Tony Williams.

Du, Jonas, bist also mehr der Jazz/Fusion-Part in diesem Duo?

Ich hab Jazz studiert und spiele auch viel in dieser Richtung. Ich habe mein eigenes Jazz-Trio, spiele auch viele Jazz-Sessions in Dortmund und Umgebung. Weiterhin mache ich viele Gigs als Sub in diversen Bereichen von Pop bis Jazz.

Dennis, was war dein Schwerpunkt?

 Ich habe Popmusik mit Hauptfach Schlagzeug studiert. Pop und Rock. Ich habe in der Zwischenprüfung zwar auch mal so ’ne Besen- Nummer gemacht – aber seitdem nicht mehr. (lacht) Jazz liegt mir nicht so. Ich mache lieber etwas mit „Eiern“. (grinst)

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Du gibst neben Schlagzeug auch Gitarren-Unterricht?

Richtig. Ich bin Multi-Instrumentalist. Gitarre habe ich mir mit 15 Jahren selber beigebracht und dabei immer die Leute gefragt, die es besser konnten. Klavier spiele ich auch. Ich arrangiere auch Streicher, auch wenn ich selbst keine Streichinstrumente spielen kann. Ich weiß aber, wie sie funktionieren. Ich produziere auch im Ton – studio. Für meine Band Susanne Blech habe ich ein paar Songs geschrieben und vorproduziert. Das passiert alles neben dem Schlagzeugspielen. Für die „Urbanatix“-Show habe ich auch für einen Track die Drums geschrieben und arrangiert.

Erzählt mal ein bisschen über eure Band-Projekte abseits von Urbanatix.

Dennis: Meine Hauptband ist seit nun vier Jahren Susanne Blech, mit der wir gerade durchstarten. Bei Susanne Blech spiele ich Schlagzeug, und zwar ein Hybrid-Setup. Wir waren bis vor Kurzem mit den Guano Apes auf Tour. Früher durfte ich die nur von vor der Bühne aus sehen, diesmal durfte ich mit auf die Bühne. Das war eine geile Erfahrung. Die Jungs und das Mädel sind auch echt nett.

Wie kam es denn zu dieser Konstellation? Susanne Blech ist doch eher Elektro, die Guano Apes das Rock-Brett.

Ich bin ein Drummer, der trotz des E-Drum-Sets auch gerne richtig reinlangt. Ich spiele dort neben der elektronischen Bassdrum und dem SPD-SX echte Snare und Becken, und dann passt das auch wieder. Und bei aller Elektronik machen wir schon einen recht rockigen Sound. Der ausschlaggebende Punkt ist aber, dass wir dasselbe Management haben. Zufälligerweise ist Sebastian Maier, der Musi – kalische Leiter von „Urbanatix“ gleichzeitig auch der Produzent von Susanne Blech. So sind Jonas und ich im Prinzip auch zur „Urbanatix“- Show gekommen. Nebenbei spiele ich noch in einer Foo Fighters Cover-Band namens Who The Foo, mit der es Gig-mäßig ab April 2015 weitergeht. Da übernehme ich den Part von Dave Grohl, also Gesang und Gitarre. Ansonsten unterrichte ich auch noch, sowohl privat als auch an der Musikschule.

Jonas, wie sieht es bei deinen Band-Projekten aus?

Ich mache sehr viele verschiedene Sachen. Ich mache mein eigenes Jazz-Trio Panic Room mit Saxofon, Gitarre und Drums. Dort spielt der Gitarrist viel mit Loops, was in dieser Formation ein bisschen der Bass-Ersatz ist. Dann habe ich noch ein HipHop- und R’n’B-lastiges Singer/Songwriter-Projekt namens Moses. Dafür produzieren wir gerade das Album, von dem wir schon zehn Tracks im Kasten haben. Dann wäre da noch meine Lounge-Band Lounge Experiment. Auch in dieser Formation mit Drums, Gesang, Gitarre und Keyboard fehlt der Bassist, weil der Keyboarder, der – auch in Enschede – Hammond studiert hat, megageil mit der linken Hand Bass spielen kann. Ich spiele noch in einer Police Tribute-Band namens Reggatta De Blanc. Ich habe Stewart Copeland förmlich studiert. Ich spiele dort wie er Traditional Grip, verwende denselben Echo-Effekt auf Bassdrum, Snare und Octobans. Ich habe mir das ganze „Synchronicity Live“-Konzert eins zu eins transkribiert. Es gibt 1.000 Projekte, an denen ich im Moment beteiligt bin. Und dann noch zahlreiche Sub- Gigs in Top40-, Gala- oder Jazz-Bands.

Artisten bei der Show

Lasst uns mal über eure doch sehr unterschiedlichen Setups bei „Urbanatix“ sprechen.

Jonas: Unsere Setups standen nicht von vorne herein fest, sondern ergaben sich erst in der Vorbereitung der Show. Wir spielen bei zwei Titeln 1:1 dasselbe, also völlig synchron. Bei den anderen Titeln versuchen wir in vielerlei Hinsicht „Part“ und „Gegen-Part“ zu sein. Das schlägt sich auch in den Setups nieder. Dennis verwendet ein Rock – set mit nur einem Hänge-Tom, dafür aber ein Roland SPD-SX für die E-Drum-Sounds und Loops. Ich dagegen spiele viele Toms und sogar die Octobans, die ich sonst nur bei der Police Tribute-Band spiele. Außerdem eine fette Ludwig 14″ × 8″ als Sidesnare. Ich setze auch Trash-Hats oder gestackte Becken ein oder einen Schellenkranz für die Breakbeat-Parts. So gewinne ich eine ähnliche Vielfalt an Sounds, wie sie Dennis durch den Einsatz der Elektronik erzielt. Das ist der Grund, warum ich mich für dieses große Set entschieden habe.

Vielen Dank für das Gespräch. Wir wünschen viel Erfolg für die Zukunft!

das Drumset von Jonas Wilms

 

Das Drumset von Dennis Brzoska

 

Aus Sticks 04/2015

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