Interview

Marco Minnemann: Shockwave Powerplay

MarcoMinnemann

Musikmachen war für Marco Minnemann immer schon eine künstlerische Handlung. Zudem sprüht sein Drummer-Leben voller Geschichten, die sich im Interview geradezu überschlagen. Und manchmal spielt Marco auch um sein Leben. Zumindest als trommelnder Caballero mit den Aristocrats. Wir trafen den humorvollen Wahl-Kalifornier während der aktuellen „Shockwave World Tour“ von Star-Gitarrist Joe Satriani.

Marco, eigentlich ist es ja der totale Wahnsinn, was bei dir an Studioaktivitäten und Tourneen in den letzten zwei Jahren passiert ist. Album und Tour mit Steven Wilson, Aristocrats LiveDVD, Album und Tour, Joe-Satriani-Tour plus -Studioalbum. Und dann auch noch zwei neue Marco Minnemann Solo-Alben! Das alles sind ja keine Sachen, die man so aus der Hüfte schwingt. Wie geht das?

Marco Minnemann: Ich bin gut organisiert, und es ist eine Frage des Timings. Es gibt Phasen des Songwritings und Phasen für Shows oder Tourneen. Das wird mit den Bands und Künstlern abgestimmt. Ich plane im Voraus auf festgelegte Zeitrahmen. Hilfreich dabei ist auch, dass Managements schon mal Hand in Hand arbeiten. Am Ende ist es viel Zeugs, ja, das stimmt. Man hat all die CDs draußen und den Terminkalender voller Tour-Dates. Bis 2017 bin ich quasi schon durchgebucht. Könnte schlimmer sein! (lacht)

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Du bist seit vielen Monaten pausenlos unterwegs und tourst um die Welt. Ist die Gefahr nicht groß, dass man sich irgendwann überspielt?

Marco Minnemann: Andere Leute gehen arbeiten. (lacht) Was mach ich denn schon? Ich spiele zwei Stunden am Abend eine Show. Und wenn ich zu Hause bin, sitze ich in meinem Studio. Ich hab einfach Bock auf diese Dinge. Musik ist ein ständiger Schaffensprozess. Zudem konzentriere ich mich auf Projekte, die künstlerisch lukrativ sind. Das ist mein Leben.

Du hast eine lange Phase sehr eng mit Steven Wilson zusammen gearbeitet. Wie stehst du rückblickend zu seiner … na, sagen wir mal, „schwelgerischen Old-school Prog-Poesie“?

Marco Minnemann: Das war schon cool mit den Shows. Auch die Aufnahmen der beiden Alben „The Raven That Refused To Sing“ und „Hand.Cannot.Erase.“ waren mit eindringlichen Erfahrungen verbunden. Gerne würde ich mit Steven wieder spielen, aber meine Priorität liegt derzeit bei Joe Satriani und den Aristocrats.

Warum eigentlich Joe Satriani?

Marco Minnemann: Ich treffe meine Entscheidungen für Projekte, bei denen ich mich musikalisch respektiert fühle. Joe Satriani sucht sich Musiker aus, die eigene Ideen und Kreativität einbringen. Es gibt nichts, was er vorschreibt, und das ist für mich vom künstlerischen und spielerischen Standpunkt natürlich hervorragend. Die Tour mit ihm ist echt easy going. Wir haben ein gutes Miteinander, gute Dinners, guten Wein. (lacht) Auch die Aufnahmen des „Shockwave Supernova“-Albums haben hervorragend gepasst. Die Recordings waren übrigens im „Lucas Valley“ von George Lucas – Starwars und so – ’ne Superzeit!

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All deine Bands erheben den Anspruch recht komplexer musikalischer Orientierung. Da ist jeder am richtigen Platz und niemand austauschbar. Und du kannst dein schlagzeugerisches Potenzial ausleben?

Marco Minnemann: Inzwischen ist das so, und mit diesem Standing lässt sich sehr gut leben. (grinst) Ich habe mir Gedanken gemacht, für was ich in der Öffentlichkeit stehen möchte. Die Bands, mit denen ich auf Tour gehe, das sind Projekte, die mir persönlich gefallen. Persönlich im wahrsten Sinne, denn es sind Menschen, mit denen ich klarkomme. Kompromisslos. Eine Tour mit Idioten in der Band würde ich nie annehmen. Ich hab schon etliche hochdotierte Angebote renommierter Bands abgelehnt. Für mich fühlt es sich so an, als hätte ich mich etabliert. Jetzt kommen Artists auf mich zu und buchen explizit Marco Minnemann. Das war natürlich ein ganz guter Schritt für mich.

Das vollständige Interview ist in der STICKS 11/15 nachzulesen!

 

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