Periphery Drummer im Interview

Matt Halpern: Lass die Leute deine wahre Leidenschaft für deine Musik sehen.

Wir treffen Matt Halpern in Warschau. Soeben hat er auf dem Meinl Drum Festival eine kraftvolle und fesselnde Performance abgeliefert und sitzt ein paar Minuten später etwas erschöpft in seinem Backstage-Raum.

Das Reisen steckt ihm noch ein bisschen in den Knochen, grade erst ist er aus Kiel gekommen, davor war er in den Niederlanden und Belgien unterwegs. Früh am nächsten Morgen geht es wieder nach Deutschland, kurz darauf nach London. Und dennoch: Matt wird wahrscheinlich nie zu müde sein, um über seine große Leidenschaft zu sprechen.

Matt, es ist auffallend bei deinen Performances, wie natürlich du mit deinem Instrument interagierst.

Nun, ich spiele eben schon, seitdem ich vier Jahre alt bin. Inzwischen bin ich 33, habe somit also 28 oder 29 Jahre Erfahrung! Wenn du in einer so langen Zeit an dir und deinen Fähigkeiten arbeitest, dann kannst du viel erreichen.

Etwas anderes, was bei deiner Performance auffällt, ist, dass du immer dein Publikum immer direkt ansprichst und ganz genau erklärst, was du machst und was du damit erreichen möchtest. Du bist nicht nur Musiker, sondern auch Lehrer.

Ganz genau, ich gebe heutzutage immer noch sehr gerne Unterricht und mache Clinics. Mich begeistert neben dem Schlagzeugspielen auch, mit Menschen über Inspiration zu sprechen. Ich mag es, Leute zu motivieren! Das ist eine große Leidenschaft von mir.

Lehren ist eine erfüllende und mitunter auch lehrreiche Aufgabe. Was hat dich dazu motiviert?

Ich habe bereits mit 16 Jahren angefangen, Unterricht zu geben, da war ich noch in der Highschool. Ich hatte selbst immer großartige Schlagzeuglehrer, die immer sehr enthusiastisch waren, mich auf Clinics mitgenommen und auch außerhalb des Unterrichts Zeit mit mir verbracht haben. Ich habe die Zeit und Mühe, die ich von meinen Lehrern bekommen habe, immer sehr geschätzt. Und als ich noch ein Teenager war, wollte ein Junge aus meiner Nachbarschaft selbst gern Schlagzeug spielen . Meine Mutter, die selbst Lehrerin ist, fragte mich, warum ich ihn nicht unterrichten würde. Also dachte ich, gut, ich versuch’s mal! Da habe ich festgestellt, dass ich es wirklich genossen habe, dem jungen Kerl etwas beizubringen. Als ich dann ans College ging, habe ich mit dem Unterricht weitergemacht und lokal einigen Leuten das Schlagzeugspielen beigebracht. Und irgendwann ging es dann über den einfachen Unterricht hinaus.

Das Schlagzeug war immer der Kern dessen, was ich machen wollte. Daran hing schon immer mein Herz. Aber als Musiker, ganz besonders in den letzten zehn, fünfzehn Jahren, kannst du wirklich nicht nur ganz allein Musik machen. Es ist fast unmöglich, sich nur damit einen Lebensunterhalt zu verdienen. Doch ich wusste auch, dass ich es auf meine Art erreichen kann. Und meine Art war es, viele verschiedene Sachen zu machen. Also gab ich Schlagzeug-Unterricht und habe mit Bands Cover-Gigs gespielt, für Sessions und so weiter. Ich habe als Kellner gearbeitet, und ich habe sogar eine Makler-Lizenz für den Wohnungsmarkt und weiß, wie man Häuser verkauft. Meine Strategie war, mich einfach mit vielen verschiedenen Jobs zu beschäftigen. Darüber hinaus bin ich auf eine Business-School gegangen und habe Lehrgänge für öffentliches Sprechen belegt, was mir von Anfang an wirklich Spaß gemacht hat. Mir gefiel es, Leute anzusprechen, und ich muss sagen, ich war auch richtig gut darin. Als ich noch als Kellner gearbeitet habe, bat ich meinen Chef also immer darum, mich für die Schicht mit den großen Dinner-Partys einzuteilen. Es war ein großes Restaurant, und immer wieder gab es Parties mit mehr als 40 Leuten.

Meine Aufgabe war es dann, die Leute zu unterhalten, ihnen das Menü zu präsentieren und einfach dafür zu sorgen, dass jeder einen guten und kurzweiligen Abend hat. Das war ein richtig gutes Training, wenn es darum geht, ein großes Publikum wie heute Abend anzusprechen!

Und ich mag es eben, Unterricht zu geben. Es ist für mich ein toller Prozess, mit der jeweiligen Person durch die schwierige Anfangspha – se zu gehen, um genau herauszufinden, wie er oder sie lernt, woran gearbeitet werden muss und wie ich diesen Menschen dazu inspirieren kann, letztlich selber an sich zu arbeiten. Denn wenn meine Schüler anfangen, sich selbst zu verstehen und von alleine an sich arbeiten, dann siehst du das Glück in ihren Augen!

Das vollständige Interview findest du hier zum Download!

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