King Crimson Schlagzeuger im Interview

Pat Mastellotto über Experimente mit E-Drums

Pat Mastellotto ist einer der frühen Pioniere elektronischer Drumsounds. Jeder kennt die Hits „Broken Wings“ und „Kyrie“ der Band Mr. Mister, deren Electro-Drum-Grooves von seiner Handschrift gezeichnet sind und den Zeitgeist der 80er-Jahre-Sounds widerspiegeln.

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Seitdem das „E“ in der Schlagzeugwelt Einzug hielt, hat sich Pat mit den musikalischen Möglichkeiten dieser technischen Errungenschaft auseinandergesetzt und elektronische Komponenten nicht nur konsequent eingesetzt, sondern die – se auch in sein Akustik-Kit integriert. Das Ergebnis ist ein Hybrid-Schlagzeug-Kraftwerk von unvergleichlicher Dynamik. Und natürlich kommt dieses clevere Kit-Konzept auch bei King Crimson zum Einsatz.

Pat, spätesten seit den Zeiten von Mr. Mister scheint dich die Faszination der Elektronik in der Schlagzeugwelt nicht mehr losgelassen zu haben.

Meine Experimente mit E-Drums gehen sogar bis in die 1970er-Jahre zurück, also in eine Zeit noch vor Mr. Mister. Damals experimentierte ich mit den Möglichkeiten, einen Pitch-to-Voltage-Converter von Bob Easton 360 Systems mit dem Moog Synthesizer Modular-System zu kombinieren. Inspiriert von Carl Palmer von ELP sowie den ElectronicMusic-Pionieren Wendy Carlos und Tomita habe ich auch die Synare und die E-Drum-Teile von Pollard eingesetzt.

Noch bevor es richtige Drum-Maschinen gab, war ich stolzer Besitzer einer dieser ganz alten Roland Bossa Nova Beat Boxes! (lacht) In den späten 70ern hatte ich das Glück, als Session-Drummer für Mike Chapman zu arbeiten. Und bei der Blondie-Produktion „Heart Of Glass“ kam tatsächlich die Roland Beatbox zum Einsatz. Das war eine Zeit, kurz bevor die LinnDrum auf den Markt kam. Einen großen Schritt nach vorne ging’s für mich, als ich den Gig bei der Band Pages bekam, die sich später in Mr. Mister umbenannte. Die Jungs besaßen tatsächlich eine LinnDrum und drückten mir dieses Juwel in die Hand mit der Anmerkung, dieses Gerät sei nun überflüssig, schließlich hätten sie mit mir ja jetzt einen echten Drummer! (lacht) Damals hätte ich mir so eine sündhaft teure Maschine nie leisten können. Aber dieses LinnWunderwerk ermöglichte mir jetzt tonnenweise Sessionwork.

Wer im Besitz einer solch angesagten Maschine war und sie bedienen konnte, der hatte mit Studioarbeit erst mal ausgesorgt. So bestand mein Studio-Equipment damals aus der LinnDrum, dem Simmons SDS-V und einer Tasche voller Becken. Die Anforderungen an mich waren in meiner Karriere sehr unterschiedlich, und ich bin froh, dass ich mich mit der Thematik ElektronikDrums von Anfang an intensiv befasst habe. So bekam ich Aufträge, die ich meinen Fähigkeiten verdanke, Drum-Maschinen zu bedienen. Elektronische Drums und Hybrid-Konzepte aus A- und E-Drums sind kein Weltraumflug. Das alles sind lediglich Werkzeuge. Dennoch kannst du mit Elektronik so unglaublich viel machen – Sounds aufnehmen, Samples erstellen und das alles in die Geräte importieren.

Ich benutze grundsätzlich beide Welten, die akustischen und die elektronischen Drums, und ich kombiniere sie zu einer Hybrid-Einheit. So wie jetzt auch hier bei King Crimson. Ich mag einerseits die Präzision und Klarheit der Maschinen und dann auch wieder die Emotionalität und Dynamik des Schlagzeugspiels, was eine Maschine niemals leisten könnte.

Das vollständige Interview findest du hier zum Download!

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