Simon Phillips im Interview

Simon Phillips über 45 Jahre Drummer-Business

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Tom Schäfer

Den meisten Musikern muss man Simon Phillips wohl nicht mehr vorstellen. Wohl jeder kennt diesen außerordentlich musikalischen Drummer für seinen typisch eigenen Style und Sound, den er musikalisch einfallsreich in nahezu jedes Genre zwischen Jazz, Rock und Pop zu transformieren vermag. Simon Phillips nur als „Drummer“ zu bezeichnen, wäre zu banal – Simon Phillips ist ein Schlagzeug spielender Musiker.

Von nicht wenigen als lebende Legende betitelt, ist Simon seit über 45 Jahren als Drummer weltweit unterwegs. Künstler wie Mick Jagger, The Who, Pete Townshend, Jeff Beck, Joe Satriani, Al DiMeola, Lee Ritenour, Stanley Clarke, David Gilmour, Peter Gabriel, Mike Oldfield, Tears for Fears, Roxy Music, Judas Priest, Whitesnake, Michael Schenker, Nik Kershaw, Robert Palmer, Jon Anderson, Trilok Gurtu und viele mehr haben bereits seine Dienste in Anspruch genommen. Allein 25 Jahre lange war er Band-Mitglied bei Toto. Simon wandelte zudem immer wieder auch auf Solopfaden und ist diesbezüglich vor allem in den letzten Jahren und auch aktuell mit seiner Band Protocol sehr umtriebig. Auch seine Zusammenarbeit mit der japanischen Jazzpianistin Hiromi sorgte für Aufsehen. Nicht so ganz „nebenbei“ betreibt er dann auch noch sein eigenes Tonstudio in seiner Wahlheimat Los Angeles.

Hallo Simon, es freut uns sehr, dass wir dich auf deiner aktuellen Tour mit deiner eigenen Band „Protocol“ für ein Interview treffen dürfen. Das letzte Gespräch mit STICKS liegt mittlerweile schon sechs Jahre zurück. Was ist seitdem alles bei dir passiert?

Simon Phillips: Oh mein Gott, da ist eine Menge geschehen! Vor sechs Jahren spielte ich noch in einer gewissen Band namens Toto. 2008 legten wir mit Toto eine Pause ein. Steve Lukather (Gitarrist und Gründungsmitglied von Toto; Anm. d. Red.) versuchte damals, die Band zu verlassen. (lacht) Er stieg also für eine Weile aus. Aber grundsätzlich waren wir alle ausgebrannt. Wir alle brauchten eine Pause, ich brauchte mindestens genauso eine Pause, wie Steve sie für sich beanspruchte. Es war eine Phase, wo es oftmals keinen Spaß mehr machte. Auch die Tatsache, dass Mike Porcaro aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in der Lage war, Bass zu spielen, führte unter anderem zu dieser Situation, auch wenn er auf der Tour von 2007 bis 2008 durch Leland Sklar adäquat vertreten wurde. Es fühlte sich jedoch einfach so an, als sollte man das Ganze nicht mehr so weiterführen. Also machten wir eine Pause.

Ich nutzte die Zeit sinnvoll, um ein Projekt mit Philippe Saisse an den Keyboards und Pino Palladino am Bass namens PSP ins Leben zu rufen, und wir machten die eine oder andere Tour. Eigentlich geht PSP auf Philippes Kappe, denn er nahm damals ein Soloalbum auf und rief mich an, um mit ihm und Pino die anstehende Promotour durch Japan zu bestreiten. Um das Programm noch etwas aufzufüllen, nahmen wir noch ein paar Songs von Pino und mir hinzu, und ehe wir uns umsahen, hatten wir eine Band formiert. Philippe und ich kannten uns schon seit 1982 aus unserer gemeinsamen Zeit bei Al DiMeola, wir haben also eine lange zurückliegende Vergangenheit, hatten uns aber seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen. Philippe zog dann von New York nach Los Angeles, wo ich ein Studio betreibe. Dort hatte ich noch einen mehr oder weniger ungenutzten Raum, welcher Philippe dann zugutekam, um Teile seines Equipments unterzustellen. So begann schließlich unsere Zusammenarbeit. Das war ein ganz tolles Projekt, sehr cool.

Wenn ich das richtig mitbekommen habe, dann war PSP dein erstes Trio und das nach über 40 Jahren Karriere.

Simon Phillips: Ja, stimmt, verrückt, oder?

Musstest du deine Spielweise dafür umstellen? Ein Trio ist ja nun mal ein anderes musikalisches Umfeld als eine große Rockband wie Toto zum Beispiel.

Simon Phillips: Nein, die Musik gibt mir vor, was ich zu tun habe. Die Musik eines Trios verlangt eher, dass man etwas mehr uns schon seit 1982 aus unserer gemeinsamen Zeit bei Al DiMeola, wir haben also eine lange zurückliegende Vergangenheit, hatten uns aber seit Ewigkeiten nicht mehr gesehen. Philippe zog dann von New York nach Los Angeles, wo ich ein Studio betreibe. Dort hatte ich noch einen mehr oder weniger ungenutzten Raum, welcher Philippe dann zugutekam, um Teile seines Equipments unterzustellen. So begann schließlich unsere Zusammenarbeit. Das war ein ganz tolles Projekt, sehr cool. Wenn ich das richtig mitbekommen habe, dann war PSP dein erstes Trio und das nach über 40 Jahren Karriere. Ja, stimmt, verrückt, oder? Musstest du deine Spielweise dafür umstellen? Ein Trio ist ja nun mal ein anderes musikalisches Umfeld als eine große Rockband wie Toto zum Beispiel. Nein, die Musik gibt mir vor, was ich zu tun habe. Die Musik eines Trios verlangt eher, dass man etwas mehr spielt. Aber prinzipiell macht es für mich keinen Unterschied. Es ist mehr so ein soundtechnisches Ding, weil im Fall von PSP keine Gitarre mit von der Partie ist, sondern die Keyboards dominieren. Interessant ist, dass PSP mich ungewollt und völlig unabsichtlich auf etwas anderes vorbereitete.

Das vollständige Interview findest du hier zum Download!

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