Percussion

Du interessierst dich für Percussion und würdest gerne deine Band in Spielpausen mit Shaker und Co. rhythmisch unterstützen? Hier lernst du die elementaren Grundlagen wie die Handhaltung oder die Akzentuierung der Grooves sowie ausgefeilte Techniken wie das kombinierte Pattern.

Live Percussion

Auf geht’s ins Rock’n’Roll-Abenteuer und in die Welt der Percussion! Dieser Percussion-Workshop zeigt euch, mit welchen Instrumenten ihr Grooves und Sounds spielen könnt, um den Drumbeats so richtig Feuer zu machen. Und wer hätte schon gedacht, dass Shaker-, Triangel-, Cowbell- und Tambourine-Rhythmen so richtig abrocken können?

Martillo – Der Bongo-Groove

Multifunktional spielbar gibt es auch einen typischen Bongo-Rhythmus, der sich in seiner verquirlt sparsamen Art wunderbar im Pop, Jazz, Rock, HipHop und eigentlich überall einsetzen lässt. Sein viertelbetonter Puls besteht aus vier hintereinander folgenden Schlägen: drei auf der Macho (kleinerer Kessel) und einer auf der Hembra (größerer Kessel), die mit dem Zeigefinger der rechten Hand ausgeführt werden. Die leiseren dazwischenliegenden Achtelnoten werden mit der linken Hand auf der Macho im Wechsel von Daumen (D) und Fingerspitzen des Zeige- und Mittelfingers ausgeführt (F). Achtung: Während der Zeigefinger der rechten Hand nur kurze, aber heftige Impulse gibt, spielen Daumen und Finger der linken Hand parallel Viertelnoten. Das heißt, die Finger der linken Hand bleiben auf dem Fell liegen bis zum nächsten Schlag. Und wie in der Notation Macho/Hembra sehen die Noten aus.

Cowbell und Mounted Tamburin Beats

Gute und treibende Grooves gelingen, wenn ihr die Cowbells einfach in Viertel-Pattern durchnagelt, z.B. auf den Bassdrum- und Snare-Beats des Drummers. Komplizierte Figuren kommen im Rock und Pop eigentlich nicht vor, solche Dinge sind eher in der Latin-Musik zu Hause. Grundsätzlich gilt für die Cowbells: Je einfacher und geradliniger gespielt, desto größer ist der Groove-Effekt. Und dieser ist ja in HipHop, Metal, Pop und Rock absolut angesagt. Spielt die Bells vorne an ihrer Resonanzöffnung an, um den vollen Powersound aus ihnen herauszuholen. Parallel könnt ihr auch den montierten Schellenring spielen. Ein solider Groove ist zum Beispiel die Figur in der Notation Cowbell-Tamburin.

Hier pulsiert die Cowbell in Vierteln durch, und das Tamburin setzt Akzente auf „2“ und „4“. Dieser Groove ist „simpel“, aber besonders effektiv in allen 4/4-Musiksparten, wenn es darum geht, den Beat richtig anzutreiben.

Etwas frecher ist die Figur der Notation Cowbell-Tamburin durch die Off-Beat-Struktur des Schellenrings.

Ein mögliches Arrangement, um den Unterschied zwischen Strophe und Refrain zu gestalten, wäre die für den Strophen-Part geeignete Kombination von Conga-Cowbell-Beats. Ihr spielt die Viertel-Cowbell durch (Stick rechte Hand) und akzentuiert mit der linken Hand auf der Conga den Slap auf „2“ sowie die Open-Tones auf„4“ und „4+“; zu sehen in der Notation Cowbell-Conga.

In Kombination reicht dieser ausgedünnte Tumbao völlig aus. Zum Refrain hin nehmt ihr dann einen zweiten Stick in die linke Hand und groovt eine Cowbell-Tamburin-Figur.

Hand-Tamburin-Grooves

Gute Akzente erhält man, wenn eine Hand die Bewegung des Schellenrings stoppt und damit einen Anschlagpunkt bildet. Dabei können frei wählbare Akzente gesetzt werden, indem man innerhalb des Grooves manuelle Schlagimpulse addiert (Gegenschlag: Tamburin – Handballen). Durchaus üblich sind Akzente zum Beispiel auf „2“ und „4“. Damit wird gerne die Snare Drum gedoppelt, womit der Backbeat „versilbert“ werden kann (s. Notation Tamburin).

Weitaus deutlichere Akzente entwickeln sich, wenn anstelle der linken Hand ein zweites Tamburin als Gegenschlag dient (s. Bild).

Wenn ihr das Tamburin nicht senkrecht, sondern waagrecht positioniert, rasseln die Schellen weniger lange nach. In dieser waagrechten Haltung können auch prima klingende geshuffelte Rhythmen, HipHop-Grooves etc. gespielt werden.

 

 

Timbales Fill-ins

Spannend und gut inszeniert setzt man Timbales-Fill-ins am besten dann, wenn der Drummer in dem Moment Freiraum lässt und auch die Musik den entsprechenden Platz bietet. Ein Fill-in mitten im Gesangspart oder im Gitarrensolo oder zeitgleich zum Drum-Fill macht keinen Sinn. Timbales-Fills müssen nicht aufwendig sein und auch nicht über mehrere Takte lang laufen. Prägnante und kurze Figuren, z.B. auftaktig vor musikalischen Wechseln gesetzt, bieten eine frische Spritzigkeit und kicken den Groove super an. In Notation Timbales Fill-ins, 3 kl. Beispiele A,B,C), seht ihr einige Beispiele für effektvolle Fill-ins.

 

Shaker richtig spielen

Shaker verleihen einem Song gleichsam klangvolle und rhythmisch bindende Elemente. Dabei ist der Sound sehr bedeutsam für die Obertongestaltung eines Songs. Holz-Shaker klingen stumpfer als Metall-Shaker. Letztere setzen sich mit mehr Schärfe gut durch. Aber auch Kunststoff-Shaker haben ihr eigenes Klangbild (mild, weich, sandig).

Je nach Song oder Klangvorstellung sollte man ein entsprechendes Modell wählen. Geht es um einen eher geradlinigen, langsameren Achtel-Puls (s. Notation 1/8 Skala), empfiehlt sich ein Shaker mit eckigem Body, weil man mit ihm den Sound rhythmisch gut kontrollieren kann.

Häufig spielt der Shaker Sechzehntel-Pattern (s. Notation 1/16 Skala), die mit verschieden platzierten Betonungen für Lebendigkeit sorgen. Je nachdem, wo man diese Akzente setzt, entstehen sehr unterschiedliche Eindrücke. Ob man nun mit Off-Beats arbeitet (das sind die „Und“-Werte zwischen den geraden Zählzeiten) oder Akzente auf die geraden Beats setzt: All dies hat großen Einfluss auf das Groovefeel.

Für Rockmusik eignen sich als Percussion Instrumente große Shaker mit Metall-Body. Für den Popsektor sind kleinere Körper aus Holz, Kunststoff oder auch aus Metall oft besser geeignet.

Die Magie der Triangel

Eine Triangel kann richtig abgrooven, wenn man die ureigene Spieltechnik auslotet. Am besten spielt ihr sie mit der Hand (kein hängendes Modell) und geht nahe ans Mikrofon, damit sich der silbrige Klang gut durchsetzt. Mittel- und Ringfinger kontrollieren durch Öffnen und Umschließen des seitlichen Triangel-Schenkels die gedämpften Beats.

Der Trick des Dämpfens zählt zur grundlegenden Spieltechnik und muss gut beherrscht werden. Denn vor allem die Art des Dämpfens (wann genau, wie lange etc.) ist ein elementarer Baustein im Aufspüren faszinierender Triangel-Grooves. Beim Spielen geht es darum, Kombinationen aus gedämpften (M) und offenen Sounds (O) zu finden. Oft werden dabei Achtel- oder Sechzehntel-Pattern verwendet, die sich als hochfrequente Groovefäden über längere Songstrecken bewegen. Ein typischer Triangel-Popgroove arbeitet mit dem Pattern der Triangel-Notation.

Die Groovepower einer Triangel ist wirklich enorm. Zum einen setzt sich die helle Frequenz sehr gut durch (sogar im Metalrock), zum anderen fasziniert ihr das Publikum mit der unerwartet treibenden Kraft des immer so schüchtern eingeschätzten Instruments. Die Magie der Triangel lebt in einer straighten und fast schon trancemäßigen Groovearbeit.

Spot an!

Entfaltet eure Fantasie auf der Bühne, lasst euch treiben vom aufregenden Feel, da oben zu stehen, im Licht der Scheinwerfer, und genießt es, kreativer Teil einer großartigen Sache zu sein: nämlich dem Musikmachen.

Es geht in der Groovewelt nicht darum, mit Techniktricks und möglichst komplizierten Rhythmen zu glänzen. Je einfacher die musikalischen Dinge gestaltet sind, desto sicherer kann man mit ihnen umgehen und desto klarer sind sie auch für euer Publikum verständlich. Und dafür gibt’s dann Applaus

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