Drumsite 2018

Yamaha präsentiert Materia-Drummer Roy Knauf

Roland Knauf
(Bild: Tom Schäfer)

Wie Roy Knauf seine Drum-Performance bei den Shows von Marteria im Zusammenspiel von akustischen Drums mit elektronischen Elementen wie Loops, Sequencer und Samples gestaltet, das wird er bei “Drumsite 2018” am 04. November im Zakk in Düsseldorf  in seiner Performance für Yamaha Drums demonstrieren.

Auch wenn sein Name bislang nur Insidern bekannt sein dürfte, so kennt man seine charismatischen Beats zum Beispiel auch vom megapopulären Peter-Fox-Album „Stadtaffe“. Roland „Roy“ Knauf ist seit 2013 nicht nur der Marteria-Motor, sondern auch für den visionären Look dieser Show verantwortlich und „im zweiten Leben“ kein geringerer als der Produzent und Toningenieur von Deichkind.

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In einem Gespräch mit STICKS-Autor Tom Schäfer verriet er bereits einiges über die Live-Performance von Marteria:

STICKS: Die meisten Hip-Hop-Acts arbeiten live mit konservierten Two-Tracks. Marteria hingegen fährt alles auf und bietet die volle Powershow mit Live-Band. Ist das ein Muss für eine große Tour-Produktion?

Roy Knauf: Klar! Das hat mehr Eier! Versuch mal eine Hip-Hop-Show zwei Stunden lang spannend zu halten, wenn da vorne bloß ein/zwei Leute zum DJ rappen. Nach zehn Minuten hast du oft das Gefühl, schon alles gesehen zu haben. Natürlich macht eine Band nicht automatisch jeden Hip-Hop Live-Act besser, auch passt eine Live-Band manchmal gar nicht, aber im Falle von Marteria können wir mit der Band eine Breite an Dynamik anbieten, die man bei einer Two-Track-Show einfach nicht zur Verfügung hat. Wir spielen die Songs voll auf die Zwölf und wir haben zusätzlich den Live-Rock-Faktor dabei!

STICKS: Was kannst du über die Groove-Ästhetik bei Marteria sagen? Ist da ein bestimmter Style gefragt?

Roy Knauf: Die Grooves variieren sehr und reichen vom sparsamen Puls bis zum massiv gedroschenem Inferno. Wenn du dir nur die Drums anhörst, würde keiner mehr von Hip-Hop sprechen.

STICKS: Auf den Alben sind die Drumtracks durchweg programmiert. Steckt in der Umsetzung für die Live-Shows viel Detail- und Tüftelarbeit drin?

Marteria Album Cover

Roy Knauf: Man muss sehr ausgecheckt an die Tracks gehen und das Groove-Material von der Albumproduktion regelrecht analysieren, um spielbare Live-Tracks herauszuarbeiten. Inzwischen ist auch viel Intuition dabei, weil ich über die Zeit gelernt habe, was funktioniert und was nicht. Im Hip-Hop sind derzeit Trap-Sounds sehr angesagt – also Downtempo, flirrend schnelle Hi-Hats usw. Gerade diese filigranen und programmierten Elemente kann man live nicht 1:1 übernehmen. Das würde vom Groove- und Sound-Feel einfach nicht passen. Also muss man die einzelnen Spuren aus der Produktion aufdröseln, und lässt solche speziellen Effekte wie flirrende Hats als Zuspieler kommen. Und der Drummer kümmert sich um das, wofür er da ist. Nämlich den Groove zu bringen und das Rückgrat zu bilden …

STICKS: … und die richtigen Sounds umzusetzen?

Roy Knauf: Natürlich, da gibt’s Songs, die ziemlich tricky sind, sowohl was den Groove Approach als auch die Sounds angeht. Gerade ein Snaresound aus der Hip-Hop-Produktion oder auch ein Kicksound gibt dem ganzen Beat ein Gesicht. Das kannst du nicht ohne weiteres durch akustische Live-Drums ersetzen.

STICKS: Somit sind auch Triggersounds angesagt?

Roy Knauf: Ich habe aus den Produktionen immer die Produktions-Kick und die Produktions-Snare mit drauf. Olsen am FOH schiebt sich das so zusammen, dass er von der Live-Snare den Attack nimmt und für den Klangcharakter das Sample entsprechend draufsetzt. Auf der Bassdrum wird die Produktions-Kick auch schon mal full level gefahren. Aber durch die Live-Kick bleibt trotzdem die Dynamik erhalten. Es gibt auch Songs, da benutze ich als Sample einen Trap-Snare-Sound. Dann allerdings kann ich die Akustik-Snare nicht normal anspielen, weil vorne viel zu viel Rock-Snaresound ankäme. Insofern spiele ich in diesem Fall einen leisen Sidestick, so dass draußen nur das Sample hörbar wird. Der Sidestick erscheint dann leicht im Hintergrund und sorgt für etwas Körperlichkeit im Sound. Man muss für die Live-Umsetzung jeden Groove analysieren und entscheiden, was vom Charakter passend ist – ob eher die tighte Main-Snare oder die Disco-Side-Snare, welches Sample auf welcher Snare usw. Ich schau mir jeden Groove an und bau die Sounds auf die Songs hin.

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Und wie genau Roy dies macht und wie das Ganze dann bei einer Mega- Arena-Show zu klingen hat, davon kann man sich bei “Drumsite 2018” am 04. November im Zakk in Düsseldorf überzeugen.

 

 

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