Heel-Tip Motion

Cuban Style Conga


Lasst uns eine kleine Reise nach Cuba unternehmen, die Geburtstätte der Congas. Unsere Aufmerksamkeit in diesem Workshopteil gilt so auch einer besonderen Conga-Spieltechnik, die den typischen Cuban-Style ausmacht: „Heel-Tip Motion“ bzw. „Heel-Beat Motion“. Eine andere Bezeichnung, die aber dasselbe meint, lautet „Floating Hand Technik“. Dabei geht es um eine Wippbewegung vom Handballen auf die Fingerspitzen und umgekehrt.

Diese fließende Handspieltechnik zählt zu den elementaren Bausteinen des Conga-Spiels. Habt ihr den grundlegenden Bewegungsablauf zwischen Handballen (Heel) und Fingerspitzen (Tip) einmal gecheckt, so werdet ihr einen Riesenschritt vorwärts gemacht haben. Denn zusammen mit den anderen Grundschlägen Open Tone (O), Bass (B) und Slap (S) im Gepäck verfügt ihr über ein gutes Vokabular, um euch eigenständig in der großen Welt der Conga-Grooves vortasten und schließlich behaupten zu können.

Was passiert bei der Heel-Tip Motion?

Mit ihr wird der Bewegungsfluss von Conga-Grooves geprägt, unterstützt und sattelfest gemacht. Die Klänge sind nicht laut, da es sich eher um „Füllsounds“ handelt, die in ihrer Funktion aber wichtige Bindeglieder sind, um die Hauptschläge Slap, Open Tone und Bass, die nun vornehmlich mit der rechten Hand ausgeführt werden, in ein geschlossenes System einzubinden. So ist die Heel-Tip Motion auch ein wichtiger Dynamikbestandteil eines Conga-Grooves, da er mit seiner leiseren Präsenz einen guten Gegenpol zu den lauteren Hauptschlägen bildet.


HandhaltungDie Heel-Tip Motion funktioniert im Prinzip wie eine „Wippe“ zwischen Handballen und Fingerspitzen. Die Ausführung geschieht mit der linken Hand. Haltet sie ganz natürlich, locker, entspannt, und formt eine leicht hohle Hand. Der Daumen ist abgewinkelt, die Finger sind leicht auseinander (Foto 1).

















Foto 1: Eine lockere Handhaltung ist wichtig.

Die Heel-Tip Motion wird seitlich der Fellmitte auf der Conga ausgeführt (Foto 2). Den Platz im Zentrum des Fells und rechts davon brauchen wir, um dort die Hauptschläge mit der rechten Hand spielen zu können.
















Foto 2: Spielposition der linken Hand auf dem Conga-Fell

Zählt langsam 1 + 2 + 3 + 4 + usw. bei einem Tempo von etwa 66 BPM. Stellt also euer Metronom auf diese Klickzahl, damit ihr euch zur Orientierung das Tempo dort abholen könnt.

Das Heel-Tip-Pattern fängt grundsätzlich mit dem Handballen (H) an, wobei dieser auf den Zählzeiten 1, 2, 3 und 4 gespielt wird. Alle „+“-Werte müssen folglich mit den Fingerspitzen (T) ausgeführt werden. In der Ausgangsposition ruht die linke Hand auf dem Conga-Fell. Um nun mit dem Heelbeat zu beginnen, hebt ihr den Handballen an, so dass der Abstand zum Fell etwa 4 bis 5 cm beträgt. Gleichzeitig bleiben die Finger auf dem Fell liegen (!) – sie halten Fellkontakt. Zur Zählzeit „1“ lasst ihr nun den Handballen leicht aufs Fell fallen (der Klang ist trocken und dumpf). Gleichzeitig bewegen sich die Finger wie eine Wippe nach oben (Foto 3).

















Foto 3: Beim Heel-Beat sind die Finger oben.

Nun folgt der nächste Schlag auf „1+“. Hier wird die Bewegung genau umgekehrt ausgeführt. Die Finger tippen aufs Fell, und der Handballen geht nach oben (Foto 4). Der Klang ist trocken und matt, denn Kraft wird bei der Heel-Tip-Technik nicht aufgewendet. Weder Finger noch Daumen müssen mit Druck aufs Fell gebracht werden, insofern lasst ihr den Handballen bzw. die Finger eher leicht, locker und fast wie von selbst aufs Fell fallen. Und das ist eigentlich schon die ganze Technik. Wenn ihr nun die Reihe fortsetzt (Handballen – Finger – Handballen – Finger usw.), werdet ihr schließlich diese spezielle Wipp-Bewegung der Heel-Tip Motion erkennen können.
















Foto 4: Beim Finger-Tip wird der Handballen nach oben bewegt.

Beispiel 1: Spielt diese Grundübung mit der linken Hand, und beginnt mit Tempo 66. Erst wenn ihr sicher seid und die „Wippe“ in einer fließenden Bewegung „rund“ läuft, dann steigert das Tempo in kleinen Schritten.

Beispiel 2: Dies ist eine kleine Variation, die als Vorbereitung für den nächsten Groove-Abschnitt dient. Hierbei wird die „Wipp-Bewegung“ etwas abgewandelt. Zunächst spielt der Handballen wie gehabt die „1“, danach folgt die „1+“ mittels Fingertip. Nun aber wird der Handballen nicht hochgehoben – er bleibt also auf der „1+“-Position auf dem Fell liegen (Foto 5). Auch auf der Zählzeit „2“ bleiben Handballen und Finger locker auf dem Fell liegen. Erst zur „2+“ kommt der Finger-Tip wieder in Aktion (Handballen oben). Auf „3“ folgt der Heelbeat (Finger oben), und auf der „3+“ ändern wir erneut die Wipptechnik. Denn mit dem jetzt ausgeführten Finger-Tip wird die gesamte Hand vom Fell hochgenommen. Sie bleibt während der Zählzeiten „4“ und „4+“ über dem Fell in der Schwebe. Den Grund dafür erfahrt ihr gleich in Übung Nr. 3. Spielt aber zunächst dieses Pattern und eignet euch die Bewegungsabfolge an. Sie muss eine Selbstverständlichkeit entwickeln und darf nicht „nachgedacht“ klingen.

















Foto 5: Auf den Zählzeiten „1+“ und „2“ bleiben Finger und  Handballen auf dem Fell liegen.


Beispiel 3: Jetzt werden wir unseren ersten Conga-Rhythmus zusammensetzen und dabei die Bausteine Open Tone (O), Slap (S) sowie die Floating Hand mit Heelbeat (H) und Fingertip (T) miteinander kombinieren. Die Heel-Tip Motion funktioniert hier exakt so, wie in Beispiel 2 dargestellt. Während auf der „2“ die linke Hand auf dem Fell ruht, spielt ihr mit der rechten Hand einen Slap (Foto 6). Auf der „4“ und der „4+“ erfolgen zwei Open Tones – natürlich mit rechts gespielt. Damit diese Opens auch voll und kräftig klingen, muss das Fell frei schwingen können. Aus diesem Grund wird die linke Hand vom Fell hochgenommen. Probiert diesen ersten Heel-Tip-Groove aus, macht euch vertraut mit der Bewegungsabfolge, und koordiniert die unterschiedlichen Schlagsounds so, dass schließlich ein Conga-Rhythmus daraus entsteht.

















Foto 6: Slap mit rechts

Notenbeispiele:







Das Ergebnis

Läuft dieser Groove rund, habt ihr nicht nur euren ersten „richtigen“ Conga-Rhythmus gelernt, sondern gleichzeitig auch einen ganz wichtigen Allround-Groove zur Hand. Sein Name: Tumbao. Auf Tausenden von Platten ist dieser Groove zu hören, er wird in der Popmusik eingesetzt, und selbst bei Santana hört man ihn immer wieder. Auch in der Salsa-Musik ist der Tumbao ein gefragter „Kollege“ – ein echter heißer kubanischer Klassiker also.

Fotos: Tom Schäfer 


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