Testbericht

Meinl Jumbo Bass Cajon

Der Name ist Programm, denn dieses Cajon geht nicht nur mit einer Jumbo-Größe an den Start, sondern auch mit ausgeprägtem Klang-Feature der Tieftonabteilung. Satt und breit kommt der Body daher, der für ein solides „Bassbox“- Chassis und fetten Soundsorgt.

Anstelle eines rückwärtigen Schall-Lochs zeigt das Subwoofer-Modell ein breites Schallaustrittsloch vorne. Und hier wird auch sogleich das Prinzip des Bass-Cajons deutlich, dessen Innenleben an die Bauart von sogenannten „Bassrutschen“ angelehnt ist. Die Architektur des „Jumbos“ basiert im Prinzip auf der „Raum in Raum“-Konstruktion. Durch den Einbau von Trennwänden nutzt man jenes physikalische Phänomen der Schallbrechung. Helle Frequenzen werden abgefangen bzw. gebrochen, so dass es zu einer deutlicheren Wahrnehmung tieferer Töne kommt. Durch eine Art Kanal muss der Schall Umwege in Kauf nehmen, um zum vorderen Schallaustrittsloch zu gelangen, was eine hörbare Betonung des Bassanteils (wie bei einer Bassreflex-Lautsprecherbox) zur Folge hat. Allerdings wird hier kein Basston regelrecht als Frequenz definiert, sondern es geht um das Hervorheben des tiefen Klangbereichs, der als warmer und weicher Subbass wahrnehmbar ist. Zumindest entsteht dieser Eindruck, wenn man dicht an der Schallöffnung lauscht.

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Sitzt man auf dem Cajon, so dringt dieser Effekt nicht ganz so deutlich ans Ohr, was aber auch wieder mit der Raumumgebung zu tun hat, in der man sich gerade befindet. In einem Gewölbe beispielsweise tritt der Bass-Effekt wesentlich deutlicher hervor als draußen in der freien Umgebung. Per Mikrofonabnahme lässt sich dieses Feature entsprechend dosieren und kontrollieren. Als Spielfläche dient eine Frontplatte mit Walnuss-Furnier. So wird auch optisch der dunklere Bereich akzentuiert. Die Frontplatte ist ringsum auf den Body aufgeschraubt und im Bereich der unteren Hälfte zudem aufgeleimt. Im Cajon-Inneren befinden sich zwei 20-spiralige Snare-Segmente, die mit federndem Eigendruck an der Rückwand der Spielfläche anliegen. Sie sorgen für crispe Akzente und verhelfen den weichen Beats zu einer guten Prä- senz. Als weitere Features bietet das Bass-Modell eine Sitzfläche mit Anti-Rutsch Oberfläche sowie einen rückwärtig eingelassenen Handgriff. Sehr praktisch, um den gewichtigen Basskandidaten mit sicherer Hand von A nach B zu tragen.

FAZIT

Vom Gesamteindruck steht mit dem Meinl Jumbo Bass Cajon ein Modell zur Verfügung, dass eine eigene Charakteristik mit deutlicher Ausprägung im Tiefenbereich zeigt. Der Sound lebt von warmen Schattierungen und pfundig trockenen Beats mit crisper Snare-Unterstützung. Gerade in Kombination mit klassischen Cajons können reizvolle Sound-Grooves entwickelt werden. Aber auch als Klangalternative bietet das „Jumbo“-Modell ein volles Spektrum an wolkig-weichen Bässen, die sich vornehmlich dezent verhalten, doch je nach Spielintensität auch ordentlich mit Power abjagen können. Das Spielgefühl ist klasse, und überhaupt zeigt sich hier rundum eine ansprechend gebaute Groove-Kiste.

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