Thin Cymbals im Test

Paiste präsentiert neue Thin-Cymbals in der Masters-Serie

Bild: Dieter Stork

Die Paiste Masters Cymbals sind klanglich echte Spezialitäten, und die neuen „Thin“-Modelle machen da keine Ausnahme. Speziell konzipiert sind die neuen Hi-Hats und Multifunktions-Cymbals auf den Einsatz in akustisch orientierten Styles.

So sind die neuen „Thin“-Cymbals der „Masters“-Serie in den Größen 20", 22" und 24" für den multifunktionalen Einsatz als Crash oder Ride je nach Spielweise gedacht. Passend dazu stehen drei neue „Thin“ Hi-Hat-Modelle in 14", 15" und 16" zur Verfügung. Als besonderes Schmankerl gibt es das 22" Swish Cymbal, welches in enger Zusammenarbeit mit dem legendären amerikanischen Drummer Jim Keltner entwickelt wurde.

Technisches


Hergestellt werden alle „Masters“-Cymbals in der Schweizer Paiste Factory auf traditionelle Weise in rein manuellen Verfahren aus der B20 Cymbal-Bronze. Die kunstvolle Ausführung der Hämmerungs- und Abdrehmuster zeigt die individuelle Klasse der Testkandidaten. Die seidig glänzenden Oberflächen und eine perfekte Balance unterstreichen den exzellenten Fertigungsstandard.

Die „Thin“-Cymbals der „Masters“-Serie sind extrem dünn und besitzen allesamt sehr flache Profile. Das fällt besonders beim 22" Swish Cymbal auf, denn hier ist sogar die breite Krempe in einem sehr flachen Winkel gehalten. Die mechanische Flexibilität dieser Cymbals ist sehr hoch, so dass eine angemessen sensible Spielweise sowie ein solides Case für den Transport zu empfehlen sind. Die Kuppen dieser Cymbals fallen recht klein aus, so ist der Durchmesser bei der 14" Hi-Hat z. B. nur 8,5 cm groß. Alle Cymbals weisen feinste Abdrehmuster auf, dennoch variieren die Tonal Grooves in der Breite und Setztiefe. Die Hämmerung ist dezent und mit überwiegend kleinen Einschlägen ausgeführt, lediglich auf dem Profil des Swish Cymbals finden sich einige größere, tiefer gesetzte Hammermarkierungen, die weit auseinanderliegen.

Klangliches


Der Klangcharakter aller Paiste „Master Thin“-Cymbals ist als sehr erdig, weich und dunkel zu beschreiben. Im Attack hören wir einen seidigen Anschlag mit feinem Obertonschimmer, ansonsten bestimmt die eher „holzige“ feine Note des Stick-Sounds den Klang. Das Sustain ist komplex und dunkel, dabei in der Klangentwicklung stark von der Anschlagsstärke abhängig. Vom sanften Zisseln bis aufbrandendem Rauschen ist bei den „Thin“-Cymbals alles drin. Das spricht für die hohe dynamische Qualität dieser erlesenen Instrumente. Dynamisch kann man sehr weit unten ansetzen, und man kann sogar mit der Hand angespielt tolle Sounds generieren. Benutzt man Sticks, sind es eher die leichteren Modelle, die hier die richtige Wahl darstellen. Eine kontrollierte und sensible wie auch eher dezente Spielweise entlockt den Paiste „Masters Thin“-Cymbals ihre besten Klangqualitäten.

Die Thin Hi-Hats zeigen einen ins Klanggefüge integrierten Attack-Sound und bieten eine unaufdringliche Präsenz. Das ist besonders auch im Studio eine sehr gute Sache, wenn die Cymbal-Patterns nicht offensiv abgebildet werden sollen, man sich aber in der Spielweise der Cymbals nicht allzu stark zurücknehmen möchte. Die 14" Thin Hi- Hat liefert einen Attack mit weicher, leicht holziger Sticksound-Note sowie ein kurzes Sustain mit tiefem Zisch.

Allein gespielt wirkt das sehr sanft und elegant. Die Musik darf hier nicht zu laut werden, sonst verliert man schnell die Präsenz, und Attacks werden dann nicht deutlich genug abgebildet. Die 15" Thin Hi-Hat ist für ein gewisses Plus an Lautstärke die geschicktere Wahl. Sie bietet im Grundsatz einen identischen Klangcharakter wie das 14"-Modell, doch mit etwas mehr Präsenz im Attack, der sich dann auch bei einer etwas höheren Dynamik durchsetzt. Die 16" Thin Hi-Hat überrascht hier mit einem helleren und noch etwas präsenteren Attack. Das Sustain ist allerdings (auch aufgrund der Größe) noch tiefer angelegt, daher entsteht mehr Platz in den oberen Mitten. Sie ist sicherlich eine gute Wahl, wenn es um traditionellen Blues oder auch moderat laut gespielten Funk geht. Denkbar ist auch ein Einsatz in modernen Urban R’n’B Styles.

Dezente Abdrehmuster und recht kleine Kuppen sind das Merkmal der Masters Thin Cymbals.°

Bei den Thin Cymbals ist das 20" Thin in diesem Triumvirat sicherlich das prädestinierte Crash oder Crash/ Ride. Die explosive Ansprache mit breitem Attack und mächtigem Aufrauschen lässt sich schon mit einem leichten Anschlag abrufen. Nutzt man das Profil für Ride-Patterns, begleitet einen ein stetiges Rauschen, das schnell die Oberhand über den Gesamtklang gewinnt, wenn man nur etwas zu stark anschlägt. Da ist das 22" Thin schon etwas „zivilisierter“, denn der Stick-Sound behält seine Präsenz auch bei etwas höherer Spieldynamik bei. Erstaunlicherweise liefert es im Sustain eine leicht orientalisch anmutende, aufrauschende Note, wenn man es etwas kräftiger crasht.

Das 24" Thin produziert den tiefsten Klang, und dabei entsteht ein erdiger Attack mit „holziger“ Stick-Sound- Note und feinem, hintergründigen Obertonschimmer. Das Sustain bleibt bei Ride-Patterns dezent rauschend, auch wenn man etwas stärker zu Werke geht. Wohlgemerkt reden wir hier immer noch von einer insgesamt eher moderaten Spielweise. Das 22" Swish ist vom grundlegenden Klangcharakter her erstaunlich sanft und weich, und das gilt sowohl für die Ride- als auch Crash-Qualitäten. Nutzt man es mit der Krempe nach oben zeigend, ist man eher geneigt, auf dem Profil Ride-Patterns zu spielen.

Das 22" Masters Swish mit spezieller Extra-Hämmerung auf dem Profil und einer breiten, flachen Krempe°

Diese zeichnen sich durch einen fein schimmernden Attack-Sound aus, auch hier mit der gewissen „holzigen“ Stick-Sound-Note. Der Attack wirkt unaufdringlich präsent, da das Sustain mit seiner kehlig-orientalischen Note eher hintergründig wirkt. Crasht man das Swish am Rand an, so entsteht ein explosiver Sound mit breitem Rauschen, allerding verklingt das Ganze zügig. Dreht man das Cymbal um (mit der Krempe nach oben zeigend), so kann man eher die Crash-Akzent-Spielweise realisieren, wobei sich auf der Krempe und im Übergang zum Profil je nach Position und Anschlagstärke zahlreiche Sound-Varianten erzielen lassen. Die Sounds sind können auch recht explosiv wirken und entstehen auch bei nicht allzu hoher Anschlagstärke schnell mit einem weiten Frequenzgang. Betont werden hierbei besonders die tiefen Mitten sowie auch einige Bässe, so dass der insgesamt komplexe Klangcharakter eher sanft und voll wirkt.


Facts


Hersteller

Paiste

Herkunftsland

Schweiz

Serie

Masters

Bronze

B20 (80 % Kupfer, 20 % Zinn)

Vertrieb

Gewa

Internet

paiste.com

gewamusic.com

Preise (UvP)


  • 14" Masters Hi-Hat: ca. € 579,_

  • 15" Masters Hi-Hat: ca. € 631,–

  • 16" Masters Hi-Hat: ca. € 723,–

  • 20" Masters Thin: ca. € 510,–

  • 22" Masters Thin: ca. € 609,–

  • 24" Masters Thin: ca. € 654,–

  • 22" Masters Swish: ca. € 609,–


Fazit

Mit den neuen 14", 15" und 16" Thin Hi-Hats, den 20", 22" und 24" Thin Cymbals für den Multifunktionseinsatz als Crash oder Ride sowie dem 22" Swish präsentiert Paiste in der „Masters“-Serie einige spezielle und sehr elegant wirkende Klangfarben mit sanftem und vollem Charakter. Die extrem dünnen Cymbals bieten eine sehr gute, tief ansetzende Dynamik und feine, komplexe Sound-Facetten, die sich in einem akustischen musikalischen Kontext perfekt einsetzen lassen. Auch im Studio können sie die genau richtige Wahl sein, wenn das Cymbal-Spiel eher etwas dezenter und hintergründiger dargestellt werden soll. Nicht nur traditionelle Musikstile unterstützen diese Cymbals mit ihren feinen Sounds, besonders die größeren Modelle lassen sich auch ausgezeichnet in modernen Styles wie Urban R’n’B einsetzen. Derart spezielle Cymbals von dieser hohen Klang- und Fertigungsqualität haben natürlich ihren Preis, der daran gemessen für diese erlesenen Instrumente allerdings durchaus angemessen erscheint.

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