Eine Legende kehrt zurück

Pearl Export Drumset im Test

 

Mit den neuen „Export“-Drums legt Pearl den beliebten Millionen-Seller wieder auf und bietet dem Einsteiger in Sachen Drums ein zeitgemäß getrimmtes Set mit einigen schicken Features, wie z. B. dem Demonator-Bassdrum-Pedal.

Konzept der Pearl Export Series

Gefertigt werden die neuen Pearl Export Drums in China. Die Hybrid-Kessel werden im gleichen „SST“-Verfahren (SST = Superior Shell Technology) hergestellt wie die Kessel der Top-Serien von Pearl (z. B. Masters, Reference, Reference Pure etc.).

Erhältlich sind vier vorkonfigurierte Sets (inklusive Snaredrum), die Pearl Music Europe wahlweise mit einem einfachen Pearl- oder Zildjian-Planet-Z-Cymbal-Pack anbietet. Natürlich gibt es auch ein überschaubares Angebot an Einzeltrommeln, so dass man sein Export-Set auch individuell erweitern kann. Die Export-Drums sind in fünf verschiedenen Folien-Finishes erhältlich.

Ein zeitgemäßes Tom-Haltesystem, neu gestaltete, leichte Kessel-Hardware und die komplett neu entworfene Hardware der Serie 830 mit dem Demonator Bassdrum-Pedal zeigen deutlich, dass hier nicht alter Wein in neuen Schläuchen verkauft wird.

Konstruktion der Pearl Export Series

Die „Mahagoni“/Pappel-Kessel sind eine solide Konstruktion dank des SST-Verfahrens, das neben der Kesselherstellung in Hochtemperatur-Hydraulikpressen auch den typischen „Scarf Joint“ der Verbindung der Kessellagen beinhaltet. Hier sind die Nahtstellen speziell angeschnitten, so dass sie auf einer größeren Länge eine solide Verbindung eingehen. Pearl setzt für die neuen Export-Kessel auf hohe Fertigungsqualität, was sich bei unserem Testset auch durch sauber gefertigte Kessel mit geringster Toleranz im Durchmesser (unter ca. 1 mm) manifestiert.  Die leicht verrundeten Gratungen sind gut geschnitten, und alle Kessel stehen plan auf.  Ein solider Fellkontakt und eine freischwimmende Fellauflage sind also gegeben.

Die Innenseite zeigt das rötliche „asiatische Mahagoni“ in einem sauberen Feinschliff der Oberfläche. Neu ist die nun vollflächig auf den Export-Kesseln verklebte Folie. Das recht dünne Material ist sauber aufgebracht, und zu den Kesselrändern hin ist ca. 1 cm freigelassen. Die Naht am Überlappungsbereich der Folie ist sauber geklebt.

Pearl Export Kessel-Hardware

Was die Kessel-Hardware angeht, so muss man ein paar kleinere Abstriche optischer Natur machen. So sind die Oberflächen an den Böckchen, Spannreifen und Klauen der Bassdrum-Stimmschrauben unter dem Aspekt des Korrosionsschutz durchaus vernünftig verchromt, jedoch zeigen sich hier und da einige Werkzeug- und Verarbeitungsspuren.

Das schmälert aber nicht deren Funktionalität: Die Gewinde der Stimmschrauben gleiten perfekt in den Gewindehülsen, und die Köpfe finden auch an den dünnen Spannreifen ausreichende Auflageflächen. Die Stimmstabilität ist also trotz nur einer Metallunterlegscheibe unter der Stimmschraube okay.  Die Köpfe der Stimmschrauben sind in den Klauen rückversetzt, was gut für den Transport ist. Zudem sind sie mit Gummi in der Auflagefläche für den Spanreifen unterlegt.  Die Toms werden ganz klassisch in zwei 7/8“-Armen auf der Bassdurm montiert.

Die Ausleger sind kurz gestaltet, so dass auch engere Tom-Positionen mit dem neuen „Opti Loc“-Halter möglich sind. Dieser hängt in Gummihülsen an zwei Punkten an Gewindehülsen und stützt sich in einem dritten Punkt gummigelagert gegen den Kessel ab. Was an dieser Stelle aussieht wie eine Verstellmöglichkeit in der Flexibilität des Halters mittels Vierkantkopfschraube, ist aber bestenfalls ein nettes Design: Es bleibt beim Fixpunkt.

Zu den bekannten Standardfunktionalitäten gehören selbstverständlich die von Gummifuß auf Metalldorn umstellbaren Bassdrum-Spitzen und eine ordentlich justierbare Snareteppich-Abhebung, an welcher der Teppich mit einem Plastikband angeschlagen ist.

Pearl Export Hardware

Die Hardware der Serie 830 ist sehr leicht ausgelegt. Beide Cymbal-Stands sind zweifach ausziehbar. Die Tauchrohre sind konventionell mit Kunststoffmuffen ausgestattet.  Erfreulicherweise sind die Tilter stufenlos verstellbar, ein Prinzip, das man aus der Serie 1000 und 930 kennt und auch bei der Verstellung für den Korb des Snaredrum-Stativs wiederfindet. Etwas ärgerlich ist aber der Umstand, dass die Hi-Hat-Cymbal-Kupplung wieder einmal keine Aussparung im Gewindegang besitzt. Das sollte doch so langsam mal von allen Herstellern ad acta gelegt werden. Ansonsten lässt sich die Hi-Hat trotz nicht verstellbarer Federspannung ganz prima spielen, zumal die bequeme Trittplatte an das Design des „Demon“-Bassdrum-Pedal angelegt ist.

Und das findet man auch am neuen P930 Demonator-Pedal wieder. Dieses Bassdrum-Pedal ist die auf das Wesentliche reduzierte Version eines luxuriösen Demon-Drive/ Demon-Chain-Pedals und besitzt den markanten Einsäulenrahmen. Die Trittplatte misst stattliche ca. 28 cm Länge und darf sich damit durchaus als Longboard bezeichnen.  Der hintere Anschlag mündet in einem minimalistischen Fersenteil, der um eine Aufnahme nach vorn verschiebbar ist (dafür liegt ein passender Inbusschlüssel bei). So lässt sich also ein leichteres oder schwereres Spielgefühl einstellen. Die Trittplatte ist über eine Einzelkette angeschlagen, die über eine orangefarbene Kunststoff-Führung am Nocken läuft, die als Excenter ausgelegt ist. Wer lieber ein zentrisches Spielgefühl bevorzugt, montiert die mit einer Inbusschraube fixierte Führung ab. Schlägel- und Trittplattenwinkel werden allerdings zusammen verstellt. Das Pedal läuft erstaunlich leicht und lässt sich aufgrund der Einstelloptionen gut an die persönlichen Anforderungen anpassen. Dank des Two-Way-Beaters hat man hier auch noch zwei Sound-Optionen zur Verfügung.

 

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