Präzises Stimmen von Drums – nicht nur im Studio!

Test: Overtone Labs Tune-Bot Studio

Bild: Dieter Stork

Overtone Labs präsentiert mit dem Tune-Bot Studio ein neues Modell des elektronischen Stimmgeräts für Drums. Eine erweiterte Tuning-Range und Speicherplätze sind die wichtigen Features des Tune-Bot Studio.

Der Tune-Bot wurde erstmals 2012 vorgestellt ( Umfassende Informationen über den Messwert in Hertz, Tonhöhe „„D1““ und Abweichung zum Ton über die Nadel-Anzeige °[/caption]

Die Bedienung des Tune-Bot Studio erfolgt über sechs Knöpfe, und die Menü-Führung ist durchaus intuitiv zu nennen. Nach dem Anschalten kann man schon loslegen und entweder die Werte in einem Abstand von ca. 1" an den Stimmschrauben messen oder die Trommel im Center anschlagen und den fundamentalen Tonwert ermitteln. Das ist also in der Handhabung identisch zum ursprünglichen Tune-Bot. Das Farbdisplay des Tune-Bot Studio zeigt bei einer Messung oben im Display den Wert in Herz an, darunter zeigt eine „Nadel“ die Abweichung zum nächstmöglichen Tonwert nahe der Herz-Frequenz. Dieser Ton wird unten rechts als Noten-Wert (z. B. „D4“) angezeigt.

Betrieb mit gesetztem Filter °

Die Speicherplätze des Tune-Bot Studio erreicht man über „Kit“ und „Drum“. Sie umfassen 5 Kits mit jeweils 10 Trommeln. Pro Trommel können Werte für „Top“, „Bottom“ und den „Fundamental Tone“ gespeichert werden. Diese erreicht man über den Button „Head“. Ruft man zum ersten Mal gespeicherte Werte auf, verwirrt einen das Gerät, da es die Werte nicht automatisch nach der Anwahl von Kit und Trommel anzeigt. Erst nachdem man „Head“ drückt, kann man durch die drei gespeicherten Werte steppen. Doch diesen Bogen hat man ja schnell raus.

Ein gespeicherter Wert ist ausgewählt für „Kit 20/Drum 1“ und den Sollwert „203“ für das Top Head (Schlagfell). °

Leider kann man die Kits und Trommeln nicht intern benennen, da muss man wie bisher Notizen machen. Hier sollte man sich auch nicht zwangsläufig an die Unterteilung „Kit“ und „Drum“ halten. „Kit 1“ könnten z. B. die Snaredrums eines Klienten oder einer Sammlung sein, und in so einem Fall speichert man dann einfach bis zu zehn Modelle mit den je drei Werten hintereinander ab. Dazu kann man sich gut eine eigene Struktur überlegen. Will man Werte speichern, hält man den Button „Drum“ – darunter steht auch „Save“ –, bis die kleine rote LED blinkt. Der Wert ist dann gespeichert.

Das gleiche „Kit/Drum“- Setting mit dem Sollwert „195“ für den Fundamental Pitch. °

Will man eine Messung im höheren Bereich jenseits der 400 Hz durchführen, drückt man den „Filter“-Button und hält ihn für zwei Sekunden. Dann blinkt die rote LED kurz auf, und im Farbdisplay erscheint die Anzeige „HiRange“. Den „Filter“ setzt man in einer lauten Umgebung oder wenn man Trommeln am Set stimmt, das Ganze funktioniert identisch zum originalen Tune-Bot.

Das Farbdisplay gibt auf einen Blick einen umfassenden Überblick durch die Hertz-Anzeige, die Nadel mit der Abweichung und die Tonwertanzeige. Durch Betätigung des Dreiecks-Buttons kann man einen Zielwert festlegen. Man misst einen Wert (für die Stimmschraube oder den Fundamental Pitch) und drückt dann den Dreieck-Button. Es erscheint die Anzeige „Target“ in Hz rechts unten. Die obere, größere Hertz- Anzeige zeigt wie bisher die Abweichung, ebenso die Nadel-Anzeige, aber nun eben in Referenz zum Zielwert. So kann man sehr schnell alle Stimmschrauben auf einen gleichen Wert bringen und behält immer den Überblick.

„Kit 10/Drum 2“ mit ausgewähltem Wert für das Bottom Head (Resonanzfell) °

Die Hardware betreffend hat der Tune-Bot Studio ein neues Gehäuse erhalten, und man muss die Klemme für den Spannreifen nicht mehr umdrehen wie beim originalen Tune-Bot. Leider hat man verpasst, die Klemmweite größer zu gestalten, so dass man den Tune-Bot Studio auch an einen Bassdrum-Spannreifen klemmen könnte. Dafür sind die Backen der Klemme aber mit einem rutschfesten Gummi ausgelegt, dass zudem mit einer Riffelung ausgestattet ist. Damit lässt sich der Tune-Bot Studio schneller und sicherer positionieren.

Komplexere Voreinstellung für z. B. „Kit 10/Drum 2“ mit Traget-Wert „204“ für das Bottom Head und gesetztem Filter. Hertz-Anzeige und Nadel zeigen sofort die Abweichungen. °

Fazit


Der Tune-Bot Studio hat durch die erweiterte Tuning Range auf 450 Hz beim Stimmen von z. B. Snaredrum-Resonanzfellen oder sehr hoch gestimmten Trommeln einen gewissen Vorteil zu bieten. Diesen muss man nicht zwangsläufig im Live-Einsatz nutzen, aber im Studio kann das schon mal sehr hilfreich sein, um schneller zum präzisen Ergebnis zu kommen.

Auch die Speicherplätze sind eine schöne Sache, wenn man sich über das, was man denn so abspeichert, auch entsprechende Notizen macht. Und noch eine feine Sache: Der empfohlene Brutto-Verkaufspreis des Tune Bot Studio mit den erweiterten Funktionen liegt sogar nur einen Cent über dem des originalen Modells von 2012.

Facts


Hersteller


Overtone Labs

Herkunftsland


China

Serie/Modell


Tune-Bot Studio

Vertrieb


Sound Service

Internet



Preis (UvP)


Tune-Bot Studio: ca. € 118,-


Aus STICKS 09/10:2018

 

Zur Übersicht

Unsere Magazine

STEREO

STEREO | Magazin für HiFi, High End & Musik. Für 6,90 Euro am Kiosk. Durchblättern!

Fono Forum

Fono Forum | Magazin für Klassik, Jazz und HiFi. Für 9,80 Euro am Kiosk. Durchblättern!

drums&percussion

Was Drummer bewegt. Für 6,50 Euro am Kiosk. Durchblättern!

Event Map

Sie suchen Konzerte oder Workshops in Ihrer Umgebung? Veranstaltungen in Ihrem Raum finden Sie jetzt ganz einfach mit unserer Event Map.

Zur Event Map

Anzeige

Sticks-Newsletter

Mehr frische Infos und Angebote gibt's im Sticks-Newsletter.

Jetzt registrieren