Chad Smith Drum-Workshop

Chad Smith’s Red Hot Chili Peppers Groove: Ethiopia

| Tom Schäfer

Im Sommer 2011 erschien das Red Hot Chili Peppers Album „I’m With You“. In Sachen Drum-Grooves hat das Album einige Perlen vorzuweisen, so zum Beispiel den Song „Ethiopia“.

Bassist Flea und der neue Peppers-Gitarrist Josh Klinghoffer unternahmen in ihrer kreativen Findungsphase eine Reise in verschiedene Regionen Afrikas. Inspiriert von vielen Jams mit einheimischen Musikern, stellten sie die Idee zu „Ethiopia“ schließlich den beiden anderen Peppers-Kollegen vor.

Ungewöhnlich für den roughen Alternative Post-Punk/FunkRock-Kosmos der Chili Peppers sattelt das rhythmische Gerüst von „Ethiopia“ auf einem 7/8- Metrum.

Hierzu Chad Smith: „Dieser Song war am Anfang besonders für mich ungewöhnlich. Flea kam mit dieser Basslinie und meinte: ‚Check this out!‘, und wir beide jammten dazu. Aber irgendwie kam ich da nicht richtig rein, weil das Ding sich so komisch anfühlte. Flea meinte dann: ‚Hey, so geht das nicht, das ist ein 7er!‘ Oh shit, I’m not Mr. Odd-Time!

Da musste ich erstmal nach einer tragbaren Lösung suchen, um diesen Siebener zu knacken. Ich kam schließlich dahinter, dass es besser wäre, nicht in Vierteln, sondern in Achteln zu denken. Das nächste Ziel war es, einen Flow zu finden, um den Groove nicht zu sehr proggy klingen zu lassen. Aber diese Achtelnoten-Denkweise half mir schließlich, die nötige Coolness in die Sache reinzubringen.“

Die Notation zeigt den von Chad Smith gespielten Drumtrack in der Live-Version vom Konzert in der Kölner Lanxess Arena am 7. Oktober 2011. Um den Groove-Flow auf einfache Art zu erfassen, ist Chads Anmerkung, nicht in Viertel, sondern in Achteln zu denken, recht hilfreich. In der Tat zählt man also nicht „eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben“, sondern übernimmt Chads intuitive Art und zählt „eins-und-zweiund-drei-und-vier, eins-und-zwei-und-drei-und-vier“.

Geht man von einem „normalen“ 4/4- Rhythmus aus, so wird klar, dass in dieser Smith-Zählweise die „4und“ verschluckt wird. Und genau hier liegt der Trick verborgen. Man suggeriert einen Vierer-Groove und switcht nach der „4“ – also exakt auf der Zählzeit „4und“ unmittelbar auf die „1“ des Folgetaktes. Dies ist vom „Dienstweg“ sicherlich nicht ganz korrekt, doch es hilft sehr, den Groove-Flow zu finden, und man fühlt sich deutlich sattelfester als in der umständlichen 7er-Zählweise.

Tipp: Die akzentuierten Hi-Hat-Beats werden von Chad Smith mit halb geöffneten Hi-Hat-Cymbals gespielt.

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