Der Drum-Style von Ian Paice (1)

Ian Paice: Stil-Analyse (1)

| Robert Hurasky

Bild: Matthias Mineur

Die 1969 in Hertford, England gegründete Band Deep Purple hatte bereits einige Alben aufgenommen und bereits einige beachtliche Single- und Album-Hits, bevor mit dem Titel „Smoke On The Water“ – vom 1972 erschienenen Album „Machine Head“ – ein „unsterblicher“ Hit gelang.

Im Casino des Schweizer Orts Montreux sollte die Band die Aufnahme des Albums „Machine Head“ – als Nachfolger der LP „Fireball“ - starten, doch als die einen Tag zuvor angereiste Band am Abend das Casino besuchte, um Frank Zappa & The Mothers Of Invention spielen zu sehen, erlebten sie, wie dieses in Flammen aufging.

Die Musiker Von Deep Purple schrieben einen Song über dieses Erlebnis, wobei sie ihm eigentlich keine große Bedeutung beimaßen. Und wie so oft in der Musikgeschichte wurde gerade dieser Titel ein Riesenerfolg. „Smoke On The Water“ (Tempo: Viertel = 114 b.p.m., teilweise um bis zu 5 Beats schwankend) bietet neben einem der ultimativen

In Notenbeispiel 2 ist die nächste Stufe der schrittweisen „Beat-Zusammensetzung“ zu sehen; nach weiteren vier Takten mit dem Bass zusammen zeigt das Notenbeispiel 3 den vollständigen Rhythmus. Im Notenbeispiel 4 seht ihr das Fill-in vor der ersten Strophe. Hieran kann man auch Ians Vorliebe für 1/16-Triolen erkennen, die er auf „und“-Zählzeiten beginnt und so sehr rollende Fill-ins kreiert.

Die Bass Drum lässt er in Achtelnoten durchlaufen, bevor zum Anfang der Strophe (wie es das Notenbeispiel 5 zeigt), abrupt eine schwer wirkende Viertelnoten-Hi-Hat zum Einsatz kommt.

Ian Paice schafft es, seine Grooves unheimlich rund und rollend klingen zu lassen. Dies zum Beispiel durch kleine Einwürfe auf der Snaredrum. Bevor die Bass Drum auf einem Downbeat zum Einsatz kommt, ergänzt er das direkt davor gespielt Hi-Hat-Achtel durch zwei angehängte, sehr leise gespielte Snaredrum-Noten zu einer Sechzehntel-Triole.

Dies seht ihr in den Takten 2 und 5 des Notenbeispiel 5. Im vierten Takt sind es vier auf der „4und“ gespielte 1/32-Noten, die die nachfolgende „1“ noch mehr betonen. In Takt 6 spielt Ian Paice vor der „1“ des 7. Taktes zwei kaum hörbare Zweiunddreißigstel-Noten auf der Snare Drum.

Diese schlägt er mit der linken Hand, wie bei der Ausführung eines mit links gespielten „zweifachen Vorschlags“. Auch sie lockern den Groove auf, und geben der folgenden „1“ mehr Gewicht. Das Notenbeispiel 6 zeigt das tolle Fill-in vor dem ersten Refrain. Auch hier verwendet Ian Paice wieder Triolen. Die zweimal gespielte Figur „zwei 1/16 – eine 1/16-Triole“ versieht er hier noch mit Akzenten auf dem ersten und letzten Schlag der Figur, weshalb sie noch rasanter klingt.

Auf der Zählzeit „4“ setzt Ian Paice eine weitere Lieblingsfigur ein: Rhythmisch betrachtet eine von einer Achtelnote gefolgte Sechzehntel-Triole, verteilt er diese in der Folge „R-L-R-Fuß“ auf die Snaredrum, das erste Tom und das zweite Tom auf, wobei die Bassdrum die Figur beendet. In Notenbeispiel 7 ist das Fill-in vor dem zweiten Refrain notiert. Dies klingt äußerst markant und endet ebenfalls wieder mit einer triolischen Figur.

Das Gitarrensolo begleitet Ian mit einem sehr kreativen Beat, nämlich schlichten Sechzehntel-Noten, die er mit betonten Viertelnoten auf der Snare Drum spielt. Die hier ebenfalls notierte Bassdrum-Figur ist nur selten konkret im Mix herauszuhören. Das Notenbeispiel 9 zeigt das Fill-in vor dem letzten Refrain, das rhythmisch von sehr klarer Struktur ist. Interessant sind noch zwei Beats aus dem fast anderthalbminütigen Outro.

In Notenbeispiel 10 seht ihr den ersten Groove, dessen geöffnete Hi-Hat vor der „2“ und der „4“ stark akzentuiert ist. Das Notenbeispiel 11 zeigt abschließend einen treibenden Viertel-Beat der Snare Drum, bei dem sowohl die Viertelnoten auf der Snare Drum als auch die stets auf dem vierten Sechzehntel jeder Viertel-Zählzeit geöffnete Hi-Hat stark betont sind.

Hier geht es zum 2. Teil!

Zur Übersicht

Sticks-Newsletter

Mehr frische Infos und Angebote gibt's im Sticks-Newsletter.

Jetzt registrieren