RIP Ginger Baker

Legendärer Drummer Ginger Baker gestorben

Bild: Tom Schäfer

Ginger Baker, einer der legendärsten Drummer der Musikgeschichte, ist am Sonntagmorgen, 06. 10. 2019 im Alter von 80 Jahren friedlich verstorben, wie es auf seiner Facebook-Seite gemeldet wurde.

Peter Edward "Ginger" Baker war genreübergreifend einer der bedeutendsten und einflussreichsten Schlagzeuger. Der 1939 in London geborene Drummer  war eine exzentrische Persönlichkeit mit explosivem Temperament, was sich auch in seinem von einem starken Charakter, großer Individualität und musikalischer Integrität geprägtem Schlagzeugspiel manifestierte. Mit seinen Drummer-Kollegen Mitch Mitchell, Keith Moon und John Bonham prägte er die Rockmusik der späten 60er-Jahre.

Ginger Baker begann  als Teenager Schlagzeug zu spielen und wurde vom legendären britischen Jazz-Drummer Phil Seamen unterrichtet. Seine Musikerkarriere startete er in der Graham Bond Organsiation, einer der ersten Bands, die Mitte der 60er-Jahre Jazz- mit Rhythm'n'Blues- und Rock-Elementen verband. Gemeinsam mit dem Bassisten Jack Bruce und dem Gitarristen Eric Clapton gründete er 1966 die erste "Supergroup" der Rock-History: Cream.
Sein Schlagzeugspiel auf seinem Double-Bassdrum-Kit und seinen ausgedehnten, von afrikanischen Rhythmen und Jazz-Elementen geprägten Schlagzeugsoli  machten ihm weltweit zu einem der einflussreichsten Drummer-Stars. Die persönlichen Spanungen unter den Musikern dieser Band, vor allem zwischen Bruce  und Baker, machten ihre Musik  zu einer explosiven Mischung, die sie live in ausgedehnten Improvisationen zelebrierten. Ebenso konnten sie ihre Kompositionen zu regelrechten Single-Hits komprimieren: "White Room"  und "Sunshine Of Your Love" zum Beispiel sind noch heute viel gespielte und gecoverte Songs und wie die Alben der Band Klassiker der Rock-Geschichte.
Cream zerbrach allerdings aufgrund der persönlichen Spannungen und verabschiedete sich mit einem "Farewell Concert" in der Royal Albert Hall bereits 1968 von seinen Fans. Erst 2005 sollte es zu Reunion-Konzerten im New Yorker Madison Square Garden und der Royal Albert Hall in London kommen.

Ginger Baker gründete 1968 zusammen mit Eric Clapton und Steve Winwood mit Blind Faith die nächste, ebenfalls leider kurzzeitig aktive "Supergroup", die auch nur ein Album einspielte. Danach schuf er die erste von ihm geleitete Band Ginger Baker's Air Force, in der kurzzeitig auch Steve Winwood mitwirkte. 1971 eröffnete Ginger Baker ein Studio in Lagos/Nigeria, bereiste ganz Afirka und studierte afrikanische Ryhthmen, Musik und Kultur. Später lebte er in  Colorado/USA und züchtete Polo-Pferde, er lebte als Olivenfarmer in der Toskana, später wieder in Südafrika, bevor er dann nach England zurückkehrte.

Im Laufe seiner Karriere spielte Ginger Baker mit einer Vielzahl außergewöhnlicher Musiker aller Styles, angefangen von der Jazz/R'n'B-beeinflussten Graham Bond Organsisation über die heavy Bluesrock-Fusion von Cream, afrikanisch beeinflusste World Music mit Air Force und Fela Kuti, Hardrock mit Gary Moore (und wieder Jack Bruce als BBM), bis hin zu Psychedelic Rock mit Hawkwind und Avantgarde Altenative mit Public Image Ltd.
In den späteren Jahren seiner Karriere spielte er mit der Ginger Baker Jazz Confusion und gab 2015 ein Konzert gemeinsam mit dem afrikanischen Percussionisten Abass Dodoo beim "Drums'n'Percussion Paderborn Festival", das auch aufgezeichnet wurde und als Download erhältlich ist.

Bild: Tom Schäfer

Aufgrund von Herz- und Lungenprobleme musste er Anfang 2016 mit dem Schlagzeugspielen aufhören und alle ausstehenden Konzerte absagen. Ende September wurde er mit gesundheitlichen Problemen ins Krankenhaus eingeliefert, wo er am Sonntagmorgen des 06. 10. 2019 gestorben ist. Ein Sprecher der Familie bestätigte die auf seiner Facebook-Seite veröffentlichte Meldung, Ginger Baker sei friedlich im Schlaf gestorben.

RIP Ginger, Deine Musik wird für immer bei uns bleiben.

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