Drum-Workshop aus dem STICKS-Archiv

Groove Workshop Gavin Harrison: Porcupine Tree - The Sound Of Muzak

| Diethard Stein


Prog Rock Classic! Mit „In Absentia“ erschien 2002 das siebte Album der britischen Prog-Rock-Band Porcupine Tree. Kurz vorher kehrte Drummer Chris Maitland der Band nach acht Jahren den Rücken. Mit Gavin Harrison folgte ein technisch äußerst versierter und supertighter Schlagzeuger, dessen Spiel, geprägt von Fusion-Drummern wie Vinnie Colaiuta und auch Funk/Rock-Drummern wie David Garibaldi, Maßstäbe im Prog Rock setzen sollte.

Notation


Die Basis-Version dieses schon klassischen 7/8-Grooves von Gavin Harrison wird im ersten A-Teil (ab 00:09) gespielt. Die Aufteilung erfolgt hinsichtlich der rhythmischen Schwerpunkte bzgl. der Achtelnoten in eine 4er- (oder zwei 2er-Gruppen) sowie eine 3er-Gruppe. Der Beat erhält seinen fließenden Charakter dadurch, dass die Bassdrum- und Snaredrum-Akzente in einem Takt zweimal hintereinander in einem gleich bleibenden Abstand von drei/zwei/zwei Sechzehntel-Noten zueinander gespielt werden. Der erste Snaredrum-Backbeat wird auf der sechsten Sechzehntel-Note statt der sonst üblichen fünften Sechzehntel-Note (also in einem 4/4-Takt gedacht auf der Zählzeit „2e“ statt der „2“) platziert, der zweite Snaredrum-Backbeat dagegen herkömmlich auf der siebten Achtelnote, also in einem 4/4-Takt gedacht auf der „4“. Die diversen Snaredrum-Ghost-Notes unterstützen den Fluß des Groove.
Der Clou dieses an sich schon coolen Grooves ist es, dass die über dieses Bassdrum/Snaredrum-Pattern durchlaufend in Achtelnoten gespielte Hi-Hat auf den Viertelnoten-Zählzeiten akzentuiert wird. Dadurch entsteht ein zweitaktiger 7/8-Beat, der komplette Groove erstreckt sich demnach über 7/4. Im Song-Intro wird dieser Basis-Groove im jeweils zweiten 7/8-Takt durch einen auf der Snaredrum mit Abschlag auf Hi-Hat/Bassdrum platzierten Five-Stroke-Roll variiert.
Im B-Teil des Titels wird ein 4/4-Beat gespielt, allerdings wird der erste Snaredrum-Backbeat um eine Sechzehntel-Note auf die Zählzeit „1a“ verschoben. Diese für viel Drive sorgende Wirkung wird zudem durch die nachfolgenden Bassdrum-Akzente auf den Zählzeiten „2e“ sowie „2a“ forciert, bevor der Beat durch den Snaredrum-Backbeat auf der Zählzeit „4“ wieder zur Ruhe kommt.
Interessant ist auch das Fill-Pattern im zweiten Takt ab Teil C (ab 02:29) des Songs, das hier im 7/4-Takt gedacht wird.


Zur Übersicht

Sticks-Newsletter

Mehr frische Infos und Angebote gibt's im Sticks-Newsletter.

Jetzt registrieren