Drum Essentials Workshop

Taylor Hawkins Drum-Grooves: The Birds of Satan

| Diethard Stein

Neben seiner Tätigkeit als Drummer der Foo Fighters hat Taylor Hawkins mal wieder eine Nebenbeschäftigung: Mit seiner Band The Birds Of Satan veröffentlichte er im April 2014 das gleichnamige Debütalbum.

Außer Taylor Hawkins, der neben den Drums auch für Gesang, Klavier, Gitarre und Keyboards (!) verantwortlich zeichnet, besteht die Band aus Wiley Hodgen (Bass, Backing Vocals) sowie Mick Murphy (Gitarre).

Als Gastmusiker sind auf dem Album zudem Taylor Hawkins’ Kollegen von den Foo Fighters zu hören, als da wären: Dave Grohl (Gitarre) und Pat Smear (Gitarre). Weitere musikalische Gäste sind zudem Drew Hester (Percussion) und Rami Jaffee (Keyboards). Dem aus insgesamt sieben Songs bestehenden Album merkt man eine Affinität zur klassischen Rockmusik deutlich an, es gibt hier ein paar sehr coole Gitarren-Riffs wie auch einige „psychedelische“ Anleihen, die Musik erinnert an alte Meister dieses Genres.

Laut Taylor Hawkins’ Aussage geht es für ihn bei diesem neuen Band-Projekt allerdings hauptsächlich um einen Ausgleich zu den Foo Fighters, die allerdings weiterhin an erster Stelle seiner Arbeit als Musiker stehen. Einige von Taylor Hawkins auf dem Debütalbum von The Bords Of Satan gespielten Grooves habe ich für diese Workshop-Folge transkribiert und zusammengestellt.

THE BALLAD OF THE BIRDS OF SATAN

Notenbeispiel 1: Nach ausgiebigem Drum-Intro startet der Groove ab der CD-Zeit 00:39 mit einem coolen Beat, der basismäßig auf dem Single Paradiddle basiert, wobei ein Durchgang dieser Figur 2/4 beansprucht. Die Aufteilung dieses Patterns erfolgt dabei zwischen dem rechten Fuß sowie der linken Hand. Allerdings entfallen dabei einzelne Anschläge, wie etwa auf der Zählzeit „2und“, bzw. werden substituiert, wie auf der Zählzeit „1und“ – hier kommt statt dem erwarteten Bassdrum-Akzent ein Floor-Tom zum Einsatz.

Im Gesamtmix ist der Unterschied zwischen Floor-Tom- und Bassdrum-Sound übrigens nicht klar auszumachen. Der Viertelnoten-Puls wird auf der Hi-Hat markiert, der Snaredrum-Backbeat konventionell auf den Zählzeiten „2“ und „4“ gespielt. Geprägt wird dieser Part durch das über diesem Drum-Beat liegende und in 7/8 rhythmisierte Gitarren-Riff. Auf diese Weise entsteht eine sehr coole rhythmische Überlagerung zum Viertelnoten-Puls des Drum-Grooves.

THANKS FOR THE LINE

Notenbeispiel 2: Der Song startet mit einem viertaktigen Drum-Groove, der seine Finesse durch die in den Beat eingebauten und hoch gestimmten Toms (womöglich Concert-Toms?) erhält. Während der Basis-Rhythmus im 4/4-Takt läuft, entsteht auf diese Weise ein überlagernder 3/4-Beat, den ich im Notenbild markiert habe. Auf der Zählzeit „2und“ in Takt 4 startet zudem das Gitarren-Riff, und durch die synkopische Akzentuierungen auf den „und“-Zählzeiten entsteht beim ersten Hören sozusagen eine akustische Täuschung hinsichtlich der „1“ des Grooves. Das „Rätsel“ wird dann im nachfolgenden Takt durch das durchlaufende Markieren der Snaredrum-Backbeats auf den Zählzeiten „2“ und „4“ aufgelöst. Sehr cool gemacht!

RASPBERRIES

Notenbeispiel 3 zeigt den in den ersten beiden Takten des Intro solo gespielten Drum Beat und demonstriert dadurch sehr anschaulich den klasse Sound des Drumsets. Rhythmisch bietet dieser Groove nichts Außergewöhnliches, man kann jedoch das Zusammenwirken der einzelnen Instrumente des Drumsets in Bezug auf die jeweils von Taylor Hawkins eingesetzte Dynamik sehr gut nachvollziehen und so z. B. die Funktion der eingebauten Snaredrum-Ghost-Notes erfassen.

Zur Übersicht

Sticks-Newsletter

Mehr frische Infos und Angebote gibt's im Sticks-Newsletter.

Jetzt registrieren