Foo Fighters Drum Workshop

Taylor Hawkins Groove in Sonic Highways

| Diethard Stein

Hintergrund des Foo-Fighters-Albums mit dem Titel „Sonic Highways“ ist die Suche nach den Wurzeln der amerikanischen Musik. Dafür hat Frontman Dave Grohl mit seinen Band-Kollegen insgesamt acht US-Musikmetropolen bereist, und die Ergebnisse sind nun in einer TV-Serie bzw. auf dem neuen Album zu sehen und zu hören.

Als Stationen wurden Austin, Chicago, Los Angeles, Nashville, New Orleans, New York, Seattle und Washington ausgewählt, alles Städte, die irgendwie mit der bisherigen Entwicklung der einzelnen Band-Mitglieder der Foo Fighters zu tun haben.

Darüber hinaus finden sich in den diversen „Sonic Highway“-Songs etliche Berufskollegen der Band wieder, so z. B. die Blues-Legende Buddy Guy, Country-Star Dolly Parton, Rapper Chuck D., Rock-Sängerin Joan Jett, Country-Legende Willie Nelson, Kiss-Gitarrist Paul Stanley, Popstar Pharrell Williams oder Punk-Pionier Ian MacKaye. Zudem führte Dave Grohl mit all diesen Künstlern interessante Interviews und ließ sie zum Teil auch mitmusizieren, um auf diese Weise eine Art Brücke zwischen dem Vergangenem und dem Aktuellem zu schlagen.

Herausgekommen ist ein großartiges Album mit musikalischer Vielfalt zwischen den verschiedenen Genres und doch mit eigenständigem Foo-Fighters-Stempel. Grund für uns, einige der von Drummer Taylor Hawkins auf diesem feinen Album gespielte Grooves vorzustellen.

SOMETHING FROM NOTHING

Notenbeispiel 1 zeigt im ersten Takt das mit Snaredrum-Akzenten gespielte, einleitende Fill-In. Die synkopische Platzierung der einzelnen Anschläge sorgt dabei für den dynamischen Drive des Patterns. Der anschließende Beat ist rhythmisch sehr sparsam gehalten, neben Snaredrum-Backbeats auf den Zählzeiten „2“ und „4“ sowie einer in durchlaufenden Achtelnoten gespielten Hi-Hat wird die Bassdrum lediglich auf die Zählzeiten „1“ sowie „3und“ gesetzt. Durch das Verschieben des meist auf der Zählzeit „3“ platzierten Bassdrum-Akzentes um eine Achtelnote nach hinten erhält der Groove so eine Art Entspannungspol und nimmt sozusagen mit der Zählzeit „1“ des nachfolgenden Taktes wieder Fahrt auf. Markant ist zudem die ostinat eingesetzte Hi-Hat-Öffnung auf der Zählzeit „4und“.

Notenbeispiel 2: In diesem Song-Part richtet sich der Drum-Groove am markanten Gitarren-Riff mit leicht funkiger Attitüde aus und betont mit diversen Snaredrum- und Bassdrum-Akzenten dessen rhythmische Linie. Notenbeispiel 3: Dieser Song-Part ab 00:39 wird in Double-Time gespielt, hinsichtlich der rhythmischen Schwerpunkte also doppelt so schnell wie der Ausgangs-Beat. Der Groove ist wiederum an der rhythmischen Linie des darüber liegenden Gitarren-Riffs ausgerichtet, daher entfällt basismäßig im jeweils zweiten Takt der Snaredrum-Akzent auf der Zählzeit „2“.

THE FEAST AND THE FAMINE

Notenbeispiel 4: Im Song-Intro wird der hier notierte Beat gespielt, der mit einem auftaktigen Snaredrum/geöffnete-Hi-HatAkzent auf der Zählzeit „4und“ beginnt. Anschließend läuft der Snaredrum-Backbeat auf den Zählzeiten „2“ und „4“ im ersten sowie der „2“ im zweiten Takt. Der Snaredrum-Backbeat in Takt 2 auf der Zählzeit „4“ wird wiederum um eine Achtelnote weiter auf die „4und“ verschoben; der Groove beginnt demnach wiederum auftaktig von vorne. Auf diese Weise entsteht ein insgesamt zweitaktiger Rhythmus. Während dieses Parts kommt keine Bassdrum zum Einsatz!

Notenbeispiel 5: Ab 00:39 im Song startet die komplette Band auftaktig auf der Zählzeit „4und“ mit einem Bassdrum/ Crash-Cymbal-Akzent. Um diesen synkopischen Effekt zu verstärken, entfällt auf der nachfolgenden Zählzeit „1“ ein BassdrumAnschlag. Dieser wird um eine Achtelnote nach hinten auf „1und“ verschoben. Die Snaredrum-Backbeats laufen weiterhin auf den Zählzeiten „2“ und „4“, der Beat wird durch weitere Bassdrum-Akzente auf den Zählzeiten „3“/„3und“ in Takt 1, „1“/ „1und“ sowie „3“/„3und“ in Takt 2 komplementiert. Auf der „4und“ in Takt 2 beginnt dieser ebenfalls zweitaktige Beat wieder von vorne.

IN THE CLEAR

Notenbeispiel 6 zeigt die ersten Takte des Song-Intro. Nach einem auftaktigen Snaredrum-Flam-Akzent auf der Zählzeit „4“ kommt ein insgesamt viertaktiges Pattern zum Einsatz, dessen Hauptakzente polyrhythmisch über den eigentlichen Viertelnotenpuls in 3er-Gruppen von Achtelnoten gelegt werden. Die Hauptakzente werden jeweils von einem Snaredrum/CrashCymbal-Akzent markiert, während die dazwischenliegenden Achtelnoten von der Bassdrum gespielt werden. Ab Takt 3 wiederholt sich die Figur, sie wird hier aber nur zur Hälfte über einen Takt gespielt, während in Takt 4 mittels eines Fill-Ins die Wiederholung des Patterns vorbereitet wird.

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