Drum-Workshop aus dem STICKS-Archiv

Taylor Hawkins & The Coattail Riders: Red Light Fever

| Diethard Stein

Vier Jahre nach seinem Debutalbum veröffentlichte Foo-Fighters-Drummer Taylor Hawkins mit seiner Band „The Coattail Riders“ das zweite Album „Red Light Fever“. Neben Chris Chaney am Bass sowie Gannin Arnold und Nate Wood an den Gitarren wirken dabei so illustre Gäste mit wie Dave Grohl, seit 1995 auch Sänger und Gitarrist der von ihm gegründeten Foo Fighters, ebenso wie Queen-Gitarrist Brian May und auch Queen-Drummer Roger Taylor.

Wurde das erste Album 2006 noch mehr oder weniger per Homerecording aufgenommen, entstand das neue Werk im Studiokomplex der Foo Fighters. Musikalisch wandeln die zwölf Songs zwischen deftigen Hardrock-Titeln mit an die von Taylor Hawkins verehrten und bereits oben erwähnten Classic-Rock-Helden Queen mit typischem 70erJahre-Flair sowie melodisch u. a. an die Beatles erinnernde balladeske Songs.

So ist das gesamte Album denn auch eine sehr abwechslungsreiche und unterhaltsame Angelegenheit geworden. Zur musikalischen Zusammenstellung der diversen Songs gibt es übrigens einen schönen Spruch von Taylor Hawkins himself: „About halfway through, I just said f**k it, I don’t care if the record ends up sounding like me having sex with my record collection. I’m just going to have fun with it.“ Nun, das hört man diesem Album auch an!

NOT BAD LUCK

Notenbeispiel 1: Der während der Strophe gespielte Groove basiert neben einem konventionellen Snaredrum-Backbeat auf den Zählzeiten „2“ und „4“ auf in 1/4-Noten durchlaufend gespielten Bassdrum- sowie Hi Hat-Akzenten. Das leicht geshuffelte Feeling entsteht durch das Platzieren eines zusätzlichen Snaredrum-Anschlages auf der dritten Achteltriole der „4“. Notenbeispiel 2 zeigt ein einfaches, doch wirkungsvoll in den Groove eingebautes kurzes Fill-in, bei dem der Snaredrum-Backbeat auf der „4“ als Flam gesetzt und von Bassdrum-Anschlägen umspielt wird.

Notenbeispiel 3 zeigt eine Variation mit als Vierteltriolen gesetzten Bassdrum-Akzenten. Dadurch entsteht in Relation zum Puls der Viertelnoten eine spannende rhythmische Überlagerung, die für viel Drive sorgt.

YOUR SHOES

Notenbeispiel 4: In diesem Beispiel habe ich die ersten acht Takte notiert, die während der Strophe des Songs gespielt werden. Das Pattern besteht aus drei 4/4- und einem 2/4-Takt. Die ersten beiden Takte sorgen durch die synkopisch gesetzten Bassdrum-Akzente für viel Drive und eine Öffnung der Rhythmik, die Takte drei und vier dagegen mit den Bassdrum-Akzenten auf der „1“/„1und“ bzw. „3/„3und“ für den eher ruhenden rhythmischen Gegenpol.

IT’S OVER

Notenbeispiel 5: Das hier gespielte Gitarren-Riff wird rhythmisch mit einem Groove-Pattern interpretiert, das aus einem 4/4- sowie einem 7/8- Takt besteht, wobei der 7/8-Takt rhythmisch in einen 2/4- sowie einen 3/8-Takt untergliedert ist. Der ungemeine Drive dieses Grooves entsteht natürlich nicht zuletzt auch durch das hohe Tempo der Viertelnoten.

HELL TO PLAY

Notenbeispiel 6: Die Charakteristik dieses Grooves wird in der ersten Hälfte durch das um eine 1/8- Note verschobene Setzen des Snaredrum-Backbeats auf die Zählzeit „2und“ statt der herkömmlichen „2“ bestimmt. Zusätzlich werden die ersten drei Bassdrum-Akzente im Abstand von drei 1/16- Noten zueinander gesetzt und sorgen auf diese Weise für rhythmische Spannung in Bezug zum 1/4-Notenpuls. In der der zweiten Takthälfte ab der Zählzeit „3“ folgt die Auflösung der zuvor erzeugten rhythmischen Bewegung durch den Snaredrum-Backbeat auf der „4“, der zudem von den Bassdrum-Anschlägen auf der „3und“ und der „4e“ sozusagen vor- und nachbereitet wird. Hier sorgen auch diverse Snaredrum Ghost Notes unterschwellig für Bewegung.

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Die Hi-Hat hört man vordergründig in durchlaufend gespielten Achtelnoten, tatsächlich spielt sie häufig durchlaufende Sechzehntel-Noten, wobei die Achteloten stark akzentuiert sind, während die dazwischen liegenden Dechzehntel- Noten so leise gespielt sind, das sie kaum noch hörbar sind. Großartige Dynamik, die dem Ganzen einen subtilen Drive verleiht!

SUNSHINE

Notenbeispiel 7: Nach einem siebentaktigen Gitarren-Riff-Intro beginnen die Drums als Einleitung zur nachfolgenden Strophe mit einem eintaktigen Fill-in. Durch die synkopische Akzent-Platzierung in der ersten Takthälfte bekommt dieses Pattern viel Drive, die eigentliche „1“ des darauf folgenden Basis-Grooves wird auf der „4und“ des Fill-Taktes vorgezogen. Das Weglassen eines Bassdrum-Akzents bzw. der Betonung aller Achtelnoten „und“-Zählzeiten auch im weiteren Verlauf bestimmt die Charakteristik dieses Groove, der so recht locker swingend daherkommt.

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