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Drumheads von Evans: Was ist das besondere an UV-Beschichtung und "Level 360"?

Mit der Einführung des ersten synthetischen Schlagzeugfells im Jahre 1956 durch Chick Evans setzte die Marke neue Maßstäbe in Sachen Fortschritt und Entwicklung, die die Schlagzeugwelt für immer veränderte. Durch die Verwendung von Polymer-Folie Anstelle herkömmlichen Leders entstand ein Fell, das über einen verblüffend ähnlichen Klang wie den von Naturfellen verfügte und gleichzeitig resistent gegen Temperatur und Luftfeuchtigkeit war. Mittlerweile werden echte tierische Felle nur noch für Percussion Instrumente wie Congas oder Bongos verwendet, womit Evans den Grundstein für den heutigen Industriestandard gelegt hat.

Angetrieben durch den eigenen Anspruch, die technologisch fortschrittlichsten Schlagzeugfelle der Welt herzustellen, kann die Marke auf weitere Innovationen wie das patentierte UV-Beschichtungsverfahren oder die Level 360 Technologie zurückblicken und legt seit nun mehr als 60 Jahren den Fokus auf die Herstellung qualitativ hochwertiger Felle, die Schlagzeugern dabei helfen, ihre klanglichen Probleme zu lösen.

Doch was genau verbirgt sich eigentlich hinter den Begriffen „UV“ und „Level 360“, die immer wieder im Produktportfolio des US-amerikanischen Herstellers auftauchen? Wir haben direkt bei Evans nachgefragt und erfahren, was die Felle im Vergleich zu denen von anderen Mitbewerbern abhebt und was es mit den patentierten Fertigungsprozessen auf sich hat.

UV-Licht für längere Haltbarkeit

Mit der UV-Serie bietet Evans die, laut eigenen Aussagen, technologisch fortschrittlichsten beschichteten Felle im Sortiment. Entwickelt, um physikalischer Gewalteinwirkung von selbst den heftigsten Schlägen zu widerstehen, verhindert die Beschichtung vorzeitiges Abplatzen und Abblättern. Die Schlagfestigkeit setzt sich aus widerstandsfähiger Folie und der proprietären aufgedruckten Beschichtung, ausgehärtet mit UV-Licht, zusammen. Dadurch entsteht überlegene Haltbarkeit und tonale Stabilität, die während der gesamten langen Lebensdauer erhalten bleibt. Durch aus Aufbringen der Beschichtung per Druckverfahren ergeben sich weitere Vorteile gegenüber eines klassischen, aufgesprühten Coatings. Es ist bei höherer Haltbarkeit dünner, gleichzeitig verbessert sich die Ebenmäßigkeit und Gleichmäßigkeit der Beschichtung. Die UV-Serie umfasst sowohl einlagige (UV1) als auch zweilagige (UV2) Tom- Snare und Bassdrumfelle (hier nur UV1) inklusive der beliebten EMAD Serie.



Level 360 – Ein kleiner Unterschied mit großer Wirkung.

Seit nunmehr fast 10 Jahren werden alle Evans Schlagzeugfelle mit „Level 360 Technology“ gefertigt. Bis 2019 prangte der Schriftzug auch noch groß auf jedem Fell als Teil des Evans Logos. Aktuell ist der Begriff auf jeder Fellverpackung zu finden, allerdings gibt es hier und da noch immer Unsicherheit bei Schlagzeuger*innen, ob „Level 360“ eine bestimmte Fellserie ist und was der Begriff überhaupt bedeutet.

Vorab: Es handelt sich nicht um eine bestimmte Serie, sondern ein technisches Merkmal, das alle Schlagzeugfelle von Evans gemeinsam haben. Das englische Wort „Level“ bezeichnet das gleichmäßige, plane Aufliegen des Fells auf dem Rand der Trommel, der sog. Kesselgratung. „360“ steht dann für die Gradzahl des Kreises, womit „Level 360“ den rundherum gleichmäßigen Kontakt des Fells mit dem Kessel bezeichnet.

Auf die Vorteile, die das mit sich bringt, kommen wir gleich.



Der Fellkragen

Damit Evans Felle derart flach und gleichmäßig aufliegen können, bedurfte es einer kleinen Änderung an der sonst üblichen Konstruktion. Der Fellkragen bezeichnet den Übergang des Fells zwischen dem sog. „Flesh Hoop“ (dem Metallreifen, in den das Fell eingeklebt ist) und der Spielfläche des Fells. Der Winkel, in dem der Kragen steigt, entscheidet darüber, wie und wo das Fell auf der Trommel aufliegt. Um den „Level 360“ Kontakt zu ermöglichen hat Evans den Fellkragen steiler konzipiert, als es bis dahin der Fall war und bei den meisten Herstellern nach wie vor ist. Legt man ein Evans Fell nun einfach lose auf eine Trommel, hat es bereits überall Kontakt mit dem Kessel, wackelt nicht und ist im Prinzip bereits zentriert.

Die Vorteile

Der ebenmäßige Kontakt des Fells mit der Kesselgratung hat einige positive Effekte:

  • Das Aufziehen und auch das Stimmen des Fells wird stark erleichtert – ein „schiefes“ oder zu einer Seite verzogenes Aufziehen ist praktisch nicht möglich.
  • Bei nahezu allen Anleitungen zum Stimmen wird für das erste Aufziehen des Fells ein „Stern“ bzw. überkreuz anziehen der Stimmschrauben empfohlen. Das ändert sich mit Level 360 nicht grundsätzlich. Speziell für Anfänger erleichtert es den Prozess aber ungemein, da er weniger fehleranfällig ist. Für erfahrene Schlagzeuger*innen ergeben sich keine Nachteile, für Einsteiger stellen sich schneller Erfolgserlebnisse beim Stimmen ein.
  • Es wird weniger Spannung benötigt, um einen Ton zu erzeugen. Durch den Kontakt zwischen Fell und Kessel, der bereits ohne jegliche Fellspannung vorhanden ist, benötigt man insgesamt weniger Spannung, mit der Fell und Trommel anfangen zusammen zu schwingen.
  • Daraus ergibt sich eine größere Bandbreite an Stimmungen, besonders was das Thema „tief stimmen“ bei Floortoms und Bassdrums betrifft.
  • Durch das ebenmäßige, flache Aufliegen des Fells auf der Kesselgratung wird das Stimmen allgemein erleichtert und kommt auch hier Schlagzeuger*innen entgegen, die noch dabei sind den Prozess zu lernen.


Der Roll-Over Hoop

Zusammen mit “Level 360” hat Evans eine zweite wichtige Komponente eines jeden Fells entscheidend verändert: Der sog. „Flesh Hoop“ ist der Metallreifen, in den die Fellfolie mit einem speziellen Harz eingeklebt ist. Diese Verbindung ist besonders wichtig, da sie u.a. für die Stimmstabilität mit verantwortlich ist. Sowohl der Kleber selbst als auch der sichere und feste Halt des Klebers im Aluminiumreifen sorgen dafür, dass die Spannung des Fells gleichmäßig und gleichbleibend ist.

Der Evans „Roll-Over Hoop” bleibt hierbei nicht bei der klassischen U-Form, sondern wurde mit einer Falz versehen. Diese kleine Kante hält den Kleber und das Fell so fest, dass auch bei sehr hoher Spannung kein Herausziehen mehr möglich ist.

Die Vorteile

Die überaus feste und stabile Verbindung der Fellfolie mit dem Roll-Over Hoop sorgt für eine unerreichte Stimmstabilität. Auch das „Vordehnen“ des Fells, damit es sich nach dem ersten Aufziehen – teils unter lautem Knacken – setzen und Nachgeben kann, entfällt hierdurch. Das ermöglicht ein insgesamt einfacheres Aufziehen und Stimmen der Felle mit weniger Fallstricken und schnelleren, gleichbleibenden Ergebnissen – auch für Schlagzeuger*innen mit weniger Erfahrung.

Soundvielfalt und Innovationen

Mit „Level 360“ und dem „Roll-Over Hoop“ haben alle Evans Schlagzeugfelle Gemeinsamkeiten, die Schlagzeuger*innen bei weit verbreiteten Problemen des Stimmens helfen. Gleichzeitig sorgen innovative und einzigartige Merkmale, wie mit Öl gefüllte „Hydraulic“ Felle, die Oberton kontrollierenden kleinen „Dry Vents“ bei vielen Snarefellen, oder die flexibelsten EMAD (Externally Mounted Adjustable Dampening) Bassdrumfelle dafür, dass wirklich jede/r seinen individuellen Sound kreieren kann.


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