Ein einzigartiges Musikinstrument

Hang Drum: Ursprung und Geschichte

| Tom Schäfer

Das Hang verdient mit Recht den Spitznamen »UFO-Drum« – und könnte als solches in so manchen Science-Fiction-Clips ohne weiteres durchgehen. Seine Klangverwandtschaft ist hingegen mehr als deutlich in der Kategorie Steeldrum (Steelpan) festzumachen.

Schließlich handelt es sich bei der Hang Drum auch um ein aus Stahlblechen gebautes Instrument, das entgegen der Steelpan, die Mitte des vergangenen Jahrhunderts in Trinidad ihren schöpferischen Ursprung findet, jüngst aus der Steeldrum-Hochburg Schweiz stammt und nicht mit Spezialschlägeln, sondern mit den bloßen Händen und Fingern unmittelbar gespielt werden kann. Die klassische Steelpan verfügt über eine konkave, also nach unten ausgedehnte Form. Das Hang hingegen besitzt ein konvexes Linsenprofil mit einer leichten Kuhlenlandschaft der sieben bis acht eingehämmerten Tonfelder, die schon auf leise Schlagimpulse der Finger sensibel reagieren.

Melodie-Handtrommel
Mit der Größe und Art der eingearbeiteten Tonfelder der Hang Drum werden exakte Frequenzen festgelegt, so dass ein Grundton plus schwingende Obertöne den charakteristischen Klanggehalt dieser Melodie-Handtrommel prägen. Das Zentrum des Hang bildet eine abgedrehte und polierte Kuppel, die den bassigen Sound hervorlockt, während die anderen Tonbereiche ringsum im Mantel der rohen oder je nach Hitzebearbeitung auch rötlich bis blau schimmernden Metalloberfläche untergebracht sind.

Nimmt auf dem Schoß Platz
Das Hang braucht kein Stativ, es wird im Sitzen gespielt und kann flach auf die Oberschenkel gelegt werden, derweil die Hände über die Tonfelder tanzen und in dynamischer Spielweise dabei Melodien hervorzaubern. Der Schweizer Hersteller PANArt Hangbau AG aus Bern (www.panart.ch) stellte Hangs in beliebigen Tonalitäten mit einem möglichen Tonumfang zwischen C4 und E5 zur Verfügung, die in ein diatonisches oder wahlweise auch petatonisches System integriert werden können, sodass auch ungeübte Hände ein unmittelbares Klangerlebnis erfahren.

Bauweise
Gebaut wird die Hang Drum (ca. 52 cm Durchmesser und ca. 23 cm Höhe) aus zwei an den Rändern zusammengepressten Stahlblechprofilen (geschichtetes und hochfestes Material mit Korrosionsschutz). Die Rückseite des Hang zeigt ein nach innen führendes Resonanzloch, das ebenso (mit flacher Hand) angespielt werden kann, um somit gar verwandte Udu-Sounds zu erzeugen.

Überzeugend wirkt die geradezu sonnige Klangcharakteristik, die melodisch singende Leichtigkeit und das singende Flair in starker Erinnerung an die Steelpan-Charakteristik. Auch die gute Verarbeitung der Hang Drum zeugt hier von Schweizer Qualität.

Hang-Chronologie
2001 – 2005 Hang der ersten Generation mit ethnomusikalischen Tonskalen
2005 – 2006 Low Hang
2006 – 2007 Hang zweite Generation („akustische Kathedrale“)
bis 2007 Gudu Hang (mit Udu Klangoption)
2008 – 2010 Integrales Hang mit festgelegtem Tonkreis
2010 – 2013 Freies integrales Hang (Tuning nach Klangwirkung)

Als Weiterentwicklung des Hang wurde in 2013 ein neues Instrument namens Gubal vorgestellt. PANArt gab zugleich bekannt, dass man Anfragen nach dem Hang nicht mehr nachkommen wird. Hier ein Clip zum Gubal:

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