Testbericht

Ahead Signature Drumsticks

Advanced High Efficiency Alloy Drumsticks – kurz: AHEAD Drumsticks – hat drei neue Signature-Modelle für Phil Rudd, Carlos Figueroa und Keith Lucky Lehrer entworfen.

Sticks (Black)
(Bild: Dieter Stork)

Natürlich verbindet man in erster Linie mit den Ahead Drumsticks immer wieder die Heavy Hitter wie z. B. Lars Ulrich von Metallica, und insofern passen ACDCs Phil Rudd und US-Punkrocker Keith Lucky Lehrer prima in das Bild, doch auch der Latin-Drummer-Star Carlos Figueroa setzt auf die haltbaren und konsistenten Sticks.

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KONZEPT & KONSTRUKTION

Prinzipiell besteht ein Ahead Drumstick aus vier Teilen: dem Aluminium-Part, der vom Griffstück in den verjüngenden, konischen Kern übergeht, einem Distanzring, dem Kunststoff-Cover aus Polyuhrethan und dem aufzuschraubenden Nylon Tip. Entwickelt wurden diese Sticks von Rick Grossman, der als Ingenieur bei der Easton Sports Company arbeitet. Die Firma stellt u. a. hoch qualitative Baseball-Schläger, Hockey-Schläger und Pfeilspitzen für den professionellen Bogensport her. Hochwertiges, leichtes Aluminium kommt für die Ahead Sticks zum Einsatz, eine Toleranz im Gewicht von plus/minus einem Gramm kann der Hersteller einhalten. Der Aluminiumkern ist präzise gefertigt und mit einer haltbaren Pulverbeschichtung überzogen, bei unseren Testkandidaten in Schwarz. Bemerkenswert an diesem Aluminiumkern ist die sehr gute Formstabilität, die dennoch eine gewisse Flexibilität möglich macht. Das Polyuhrethan-Cover ist zwar deutlich weicher als das Aluminium, logisch, es muss nachgeben können, denn man will ja z. B. seine Cymbals nicht zerdeppern. Dennoch ist es ziemlich widerstandsfähig, und es braucht auch bei harter Spielweise schon recht lange, bis man hier Nutzungsspuren erkennt. Und hier kommt ein Vorteil gegen- über konventionellen Sticks zum Tragen: Das Cover kann man ebenso austauschen wie die Nylon-Spitze.

AUSWECHSELN DER PARTS

Runderneuerung eines Ahead Drumsticks ist laut Bedienungsanleitung simpel: Die Spitze abschrauben, das Cover abziehen und in umgekehrter Reihenfolge mit neuen Teilen wieder zusammenbauen. Tatsächlich hält die Demontage aber ein paar kleine Überraschungen parat: Werkseitig ist die Spitze mit einem leichten Kleber gesichert. Den muss man erwärmen, damit sich der Kopf auch abdrehen lässt. Das kann man z. B. durch ein Bad in kochendem Wasser erreichen, durch Aufheizen im Backofen, sofern man unter 100 Grad Celsius bleibt, oder durch Erwärmen mit einer Heißluftpistole oder dem Haartrockner. Letzteres steht ja durchaus auch „auf Tour“ zur Verfügung und ist daher sicherlich eine praktikablere Lösung. Dann hält man die Spitze mit der Zange fest (dabei nicht vergessen die Spitze mit einem Tuch oder durch eine Pappe, z. B. Visitenkarte gegen Verkratzen zu schützen) und dreht den Stock am Griffende gegen den Uhrzeigersinn.

Im Normalfall lässt sich das Cover nun vom Kern abziehen, sollte es sich ein wenig sträuben, hilft auch hier ein Erwärmen. Beim Zusammenbau kann man die Spitze natürlich mit etwas Sekundenkleber sichern – bei unserem Test hat sich das aber nicht als notwendig erwiesen – doch wer auf Nummer sicher gehen will, sollte tunlichst nur auf die Spitze des Gewindes am Kern einen winzigen Tropfen platzieren und aufpassen, dass beim Aufschrauben nichts zwischen Kern und Cover läuft. Das erschwert den späteren Cover-Wechsel unnötig. Solch ein Austausch ist für einen handwerklichen Laien vielleicht nicht ganz so einfach zu bewerkstelligen, wie es scheint, aber mit Ruhe und Geduld durchaus umzusetzen.

SPIELGEFÜHL & PRAXIS

Bemerkenswert schnell kommt das Griffstück auf Körpertemperatur, und dank der ganz leicht angerauten Beschichtung hat man einen recht ordentlichen Grip. Auch das Rebound-Verhalten der drei Testkandidaten ist interessant: Auf Trommelfellen – egal bei welcher Spannung – und auch auf Mesh Heads (Gewebefellen) ist das Rebound-Verhalten im Vergleich zu qualitativ hochwertigen Sticks aus Holz kaum unterschiedlich. Auf Gummi-Pads und Cymbals ist der Rebound etwas schneller, ohne dass sich der Ahead Stick hart oder steif anfühlt. Ob durch einen Ahead Stick nun weniger Vibration auf die Handgelenke übertragen werden, möchte ich an dieser Stelle weder bestätigen noch widerlegen. Subjektiv betrachtet fühlen sich die Sticks für mich sehr gut an. Und sie ließen sich über lange Phasen ermüdungsfrei spielen.

DIE SIGNATURE MODELLE

Phil Rudd Sticks
Die Basis ist hier ein 5A-Modell, was bei dem kraftvollen Stil von Phil Rudd sicherlich etwas verwundert. Aber da dieser ja seine Sticks präzise auf den Punkt wie eine Peitsche schwingt, mach das um 1/4″ verlängerte Modell mit satten 53 Gramm Gewicht durchaus Sinn. Power und Finesse für lauten Hard-Rock sind so möglich, und der Stick hat einen wirklich guten Zug zum Instrument. Natürlich produziert er – wie alle Sticks mit Nylon-Tip – auch deutliche Präsenzen auf Hi-Hat und Ride-Cymbals.

Lucky Lehrer Speed Sticks
Auch dieser Stick ist eigentlich ein 5A-Modell, das jedoch mit einer etwas dickeren, gestauchten Spitze ausgestattet ist. Dieses gut aus – balancierte Modell ist für ein schnelles Spiel sehr gut geeignet, und einen Tick Extra-Power gibt es durch die spezielle Spitze obendrein.

Carlos Figueroa Sticks
Für dieses Modell wurde ein 5A-Stick auf eine Länge von 17″ „aufgeblasen“, und damit hat das Teilchen extreme Reichweite und einen ganz klar kopflastigen Zug zum Instrument. Eine recht lange Schulter mündet in einer kugelförmigen Spitze, so dass hier eine gute Artikulation auf den Cymbals gegeben ist. Die lange Schulter hat dann auch Vorteile für den Sound beim Spiel auf z. B. Cowbells, Agogo-Bells und ähnlichen Percussion-Instrumenten. Wer es knackig braucht, der nutzt einfach den kräftigeren, hinteren Teil der Stockschulter, für mehr Finesse im Klang nutzt man den schmaleren Teil unterhalb der Spitze, der immerhin eine Auftrefflänge von knapp über einem Zoll bietet.

Profil

FAZIT

Die Ahead Drumsticks sind ausgezeichnet verarbeitet und bieten ein wirklich gutes Spielgefühl, welches der holzgewohnte Drummer von Materialien wie Aluminium und Polyuhrethan wohl kaum erwartet. Was die Haltbarkeit angeht, so haben sie klare Vorteile gegenüber herkömmlichen Drumsticks aus Holz. Ich sehe hier zudem Vorteil in der Konstanz des immer wieder gleichen Spielgefühls aufgrund des Materials und des exakten Gewichts. Die Signature-Sticks basieren zwar alle auf einem 5A-Modell, haben aber individuelle Klasse durch fein abgestimmte konstruktive Details.

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