Testbericht

Alesis Samplepad Multi-Drumpad im Test

Vor gut einem Jahr hatten wir an dieser Stelle das Alesis PercPad im Test – ein nützliches kleines Multi-Pad mit 25 integrierten Sounds. Und nun hat uns Alesis das SamplePad ins Postfach gelegt: Ebenfalls ein Multi-Pad mit 25 internen Sounds, aber dieser Fundus kann nun mit nahezu beliebigen Samples aufgestockt werden.

Samplepad
(Bild: Archiv)

Das Alesis Samplepad hat wie das Alesis PercPad 25 integrierte Sounds, kann aber mit mit eigenen Samples einfach erweitert werden. Wie das kleine Multi-Pad klingt und was Schlagzeuger und Percussionisten sonst noch damit alles anstellen können, erfahrt ihr in unserem Videotest des Alesis Samplepad Drumpads.

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Nahezu bedeutet in diesem Fall, dass sich ein Sample an bestimmte Vorgaben halten muss. Diese betreffen vor allem das Format, und dazu gibt es weiter unten mehr Informationen. Werfen wir aber zunächst einen Blick auf die Hardware.

Äusseres

Von den Maßen her ist das SamplePad absolut identisch mit dem PercPad: ca. 28 x 27 x 6 cm. Die Pad-Bestückung und die rückseitigen Anschlüsse sind absolut gleich: vier anschlagsdynamische Pads sowie vier 6,3-mm-Klinkenbuchsen für den rechten und linken Ausgang, für den Kopfhörer und für einen Kick-Trigger, ein Eingangswahlschalter für den Kick-Trigger-Eingang, eine MIDI-Out-Buchse, ein Anschluss für das externe Netzteil und ein Ein/Aus-Schalter.

Ebenfalls ausgestattet ist es mit einer leichten Schräglage, damit man es besser spielen kann, sofern es etwa auf einer Tischplatte abgestellt wird, und wie das PercPad kann es auch wahlweise auf ein Stativ montiert werden, wenn man vorher eine entsprechende Halterung erwirbt und diese an der Unterseite verschraubt. An den KickTrigger-Eingang kann wahlweise ein Kick-Trigger-Pedal oder ein Fußtaster angeschlossen werden – mit einem Pedal lässt sich der angesteuerte Sound anschlagsdynamisch spielen, mit einem Taster erklingt er stets gleich laut.

Rückseite mit Anschlüssen
(Bild: Archiv)

Ein wenig anders sieht allerdings der schmale Streifen oben auf dem Gehäuse aus, welcher die Bedienelemente beherbergt. Dieses ist nicht schwarz, sondern silbern gehalten, und die Bedienelemente liegen leicht anders: Die beiden Value- sowie die zwei Select-Taster liegen nun rechts von Display; die LEDs für die vier Pads und für ein evtl. angeschlossenes Pedal (bzw. einen Taster) liegen nach wie vor links von Display, ebenso wie sich der Volume-Regler ganz rechts befindet. Der Hauptunterschied liegt aber im Display selber, denn hier ist die zweistellige numerische Anzeige des PercPad einem hintergrundbeleuchteten Display gewichen, das alle Informationen gleichzeitig darstellt, die man braucht – hier gibt’s also keine Untermenüs, und man hat alle Infos sofort im Blick.

Mit den Select-Tastern navigiert man zu den Parametern, als da wären: Tune, Rev (Hall), Sens (Empfindlichkeit), Lev (Lautstärke), Pan(orama) und MID(I). Eine gute Neuigkeit gibt es obendrein, denn das SamplePad besitzt acht Speicherplätze (Kit 01 bis 08), in denen beliebige Zusammenstellungen aus den internen oder externen Sounds abgelegt werden können. Mit „extern“ meine ich Samples, die von einer Speicherkarte geladen werden können. Für diesen Zweck gibt es auf der linken oberen Seite einen Card-Slot für eine SD-Karte, auf der man die zu ladenden Samples abgelegt hat. Die Karten dürfen bis zu 32 GB groß sein, und auch SDHC-Cards werden erkannt.

Display
(Bild: Archiv)

Praxis

Bleiben wir gleich bei den Samples. Diese müssen sich im Basisverzeichnis der SD-Card befindet, also nicht in einem Ordner, sonst „sieht“ sie das SamplePad nicht. Außerdem müssen sie folgende Bedingungen erfüllen: Ihre Namen dürfen keine Sonderzeichen enthalten (wie “, *, / o. Ä.) und am besten nur acht Zeichen exkl. DateiEndung lang sein, maximal sollten sich 512 Samples auf der Karte befinden, insgesamt passen zur gleichen Zeit nur fünf dieser Samples in den Speicher (andere Samples werden nachgeladen und ersetzen die zuvor geladenen), ein Sample darf maximal 10 MB groß sein und muss im WAV-Format mit 8 oder 16 Bit vorliegen, und schließlich dürfen die Samples nur mono sein, sonst gibt’s beim Ladeversuch eine Fehlermeldung.

Das bedeutet, dass man in der Vorauswahl ein wenig eingeschränkt ist, vor allem aufgrund der WAV-, Bit- und Mono-Formate. Glücklicherweise gibt es genügend Software (auch umsonst), mit denen man vorhandene Sounds von stereo in mono wandeln sowie Bitraten ändern kann, und 10 MB reichen auch für längere Samples (allerdings kaum für komplette Songs). Außerdem sollte man je nach Sample-Größe einige Sekunden Wartezeit einplanen, die das SamplePad zum Nachladen eines Kits mit SD-Card-Sounds braucht – blitzschnelle Kit-Wechsel sind nicht möglich, aber wenn die Sounds sehr kurz sind (wie beispielsweise die internen), geht das Ganze doch recht flott.

Die Pad-LEDs blinken während des Ladevorgangs schnell und leuchten nach dem Laden wieder normal – man sieht also, wenn alle Sounds fertig geladen sind. Der Spielkomfort ist für Gummipads recht ansprechend, sofern man mit Sticks spielt; möchte man mit den Händen bzw. Fingern spielen, sollte man vorher die Empfindlichkeit der Pads ganz hoch einstellen. Da hier acht Presets vorhanden sind, kann man sie entsprechend vorher einrichten, um dann innerhalb eines Sets flott von Hand- auf Stick-Bedienung zu wechseln.

Eine Besonderheit gibt es beim Abspielen von langen Samples zu beachten: Das SamplePad kennt keinen speziellen Loop-Modus, d. h., die Samples laufen einmal ab und stoppen dann. Auch kann man sie nicht durch erneutes Anschlagen des Pads anhalten, sondern dann erklingt das gleiche Sample noch einmal zusätzlich. Möchte man längere Samples manuell stoppen, muss man aber nicht gleich zum Power-Schalter greifen, denn drückt man die beiden Select-Taster gleichzeitig, verstummen alle gerade erklingenden Samples schlagartig – Alesis nennt die Funktion treffend „Silence All“, woanders heißt sie auch gerne „Panic“.

Die 25 internen Sounds sind im Übrigen mit denen des PercPad identisch. Sie sind nicht der Überflieger, stellen aber dennoch eine gute Auswahl an „Brot und Butter“-Sounds dar. Und der Hall macht einen guten Job – auch er ist nicht der Wahnsinn, aber dezent benutzt recht nützlich.

Fazit

Schon beim Erscheinen des PercPads habe ich mir gedacht, dass es doch toll wäre, wenn man auch eigene Sounds ins Pad laden könnte und es obendrein noch ein paar Presets geben würde, mit denen man sie schnell abrufen könnte. Und mit dem SamplePad hat mir Alesis diese beiden Wünsche erfüllt. Dadurch wird das SamplePad zur Universal-Waffe am E-Drum-Set, denn einerseits kann man dieses nun unkompliziert um neue Sounds aufstocken, und andererseits bietet die MIDI-Out-Buchse ja noch die Möglichkeit, Sounds eines anderen Soundmoduls anzusteuern – so hat man zum Schnäppchenpreis sein Set um gleich vier Pads aufgestockt (und wer mag, kann ja auch noch den Kick-Trigger-Anschluss ins Rennen werfen).

Aber auch stand-alone macht das SamplePad eine erfreulich gute Figur und bietet sich als ideale und einfach zu handhabende Erweiterung eines jeden Drum- oder Percussion-Setups an. Möglicherweise empfundene Einschränkungen bezüglich der Sample-Auswahl lassen sich dabei angesichts des günstigen Preises leicht verschmerzen. Ich kann nur empfehlen, das SamplePad gleich selbst einmal auszuprobieren.

 

Kommentar zu diesem Artikel

  1. Klasse Review, hätte man nicht besser machen können. Mir gefallen beim erschaffen von elektronischer Musik aber die so genannten Drum Pads oder Launchpads immer besser. Man hat einfach noch mehr Möglichkeiten. Was haltet ihr von diesen Pads, wie zum Beispiel hier aufgezeigt http://www.drum-pads.de?
    Würde mich über antwort freuen.
    LG Ralf

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