Crossover von Cajon und Darbouka

Cajabuka: Neuartige Handtrommel mit eigenständigem Charakter

Schon Anfang der 1990er-Jahre hat Schlagwerk die erste Cajon deutscher Produktion serienreif auf den Markt gebracht. Neben klassischen Peru- und Flamenco- Modellen hat die schwäbische Manufaktur auch stets Konzepte innovativer Bauarten vorangetrieben. Nun gesellt sich ein neues Modell in die Riege Cajon-basierter Trommeln: die Cajabuka.

Crossover von Cajon und Darbouka
FOTO: Dieter Stork

Die Idee hinter dieser Wood-Drum ergibt sich bereits aus der fusionierten Namensgebung: Cajon und Darbouka fließen hier zu einem Instrument zusammen. Schnell ist man gewillt, den Begriff „Hybrid“ als Merkmalskennung zu verwenden, doch die Cajabuka definiert sich vielmehr als besondere Handtrommel von eigenständigem Charakter.

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Idee/Konzept

Natürlich kann man sich im weitesten Sinne darauf berufen, dass hier die Cajon ihre DNA-Spuren hinterlassen hat. Zumindest gilt das für die Cajon-typische Art eines komplett aus Holz gebauten Instruments mit Wood-Body und Holzschlagfläche. Doch das konische Profil orientiert sich eher an einer traditionellen Handtrommel. Ihre geduckte Form und der relativ kleine „Felldurchmesser“ von 25 cm zielen in Richtung der arabischen Darbouka. Auch wenn hier Konzepte von Cajon und Darbouka ineinanderfließen, so hat Schlagwerk mit der Cajabuka ein neues Instrument entwickelt, dessen Architektur sowohl traditionelle als auch losgelöste Spielweisen ermöglicht. Hinzu kommen Sound-Optionen, die der Klangprojektion spannende Facetten schenken.

Bauweise

Der achteckige Holzkessel ist aus massiven Erlendauben zusammengesetzt. Am Kesselfuß findet sich ein Holzring, der die Stabilität der Konstruktion unterstützt. Ein weiterer für die Statik zuständiger Holzring ist mittig im Kesselinneren verbaut. Alle Elemente sind miteinander verleimt, und es gibt augensichtlich keinerlei Schrauben. Insofern bietet der Kessel eine reine Holzästhetik, die vollkommen der Schlagwerk-Philosophie entspricht. Auch die wunderbare Verarbeitung und eine daraus resultierende „Wohlfühl-Haptik“ unterstreicht die Klasse der Schlagwerk- Herstellung. Als Spielfläche dient eine hauchdünne-Holzplatte, die wahlweise mir den Designfurnieren „Burl Flower“ oder „Dark Night“ beschichtet ist.

Crossover von Cajon und Darbouka
FOTO: Dieter Stork
Achteckiger Body aus massiven Erlenholzdauben

Snare-Sound & Clap-Effects

Das ist neu! Eine traditionelle Darbouka besteht aus einem kelchförmigen Metall- oder Tonkessel und hat ein stimmbares Fell. Schlagwerks Cajabuka hingegen bietet eine vorgestimmte (pretuned) Holzschlagdecke mit Snare-Effekt. Denn im Inneren befindet sich ein 20-spiraliges Snare-Element, dessen Spiralen in einem definierten Bereich gegen die Unterseite der Spielfläche anliegen. Der Anpressdruck der Snare kann über Stellschrauben stufenlos reguliert werden, um die Ansprache und Intensität des Effekts zu bestimmen. Da die Snare-Spiralen nur gegen eine partielle Fläche der Spielebene drücken, reagiert gerade dieser Spielbereich mit akzentuierter Snare. Damit der Spieler auch optisch erkennen kann, wo sich der Snare-Bereich befindet, hat man eine kleine Markierung in Form eines dunklen Holzstopfens in die Kesseloberfläche eingelassen. Gute Idee und dezent gelöst! Spielt man die Cajabuka also in traditioneller Spielweise auf den Beinen liegend, so lässt sich anhand der Markierung die Trommel in die gewünschte Position bringen. Einen weiteren perkussiven Effekt liefert der Multi- Clap. Diese feine Wenge-Holzzunge gehört zum Lieferumfang und wird mittels Kletthafter auf der Schlagfläche frei positioniert. So können dem Spiel perkussive Clap-Effekts beigemischt werden.

Crossover von Cajon und Darbouka
FOTO: Dieter Stork
Klasse gemacht: eine optische Markierung zur Kennzeichnung des Snare-Bereichs

Sound

Der warme Charakter des Holzes dominiert den Klang der Schlagwerk Cajabuka. Die Trommel reagiert sensibel auf Fingerspielweisen: Am Rand entstehen knackige Sounds, während Beats in Richtung Spielflächenmitte mehr Tonvolumen und tiefklingendere Nuancen offerieren. Toll auch, dass die Snare so eingestellt werden kann, dass der Effekt ausschließlich im definierten Spielbereich entsteht, während die Snare-freie Zone den puren, summenden Holzton entwickelt. Die Cajabuka ist eine Trommel, die detaillierte Finger- und Hand-Spielweisen mag. Dabei werden zwar Klangmomente sowohl einer Darbouka als auch einer Cajon aufgegriffen, jedoch entwickelt die Trommel ihre ganz eigene klangliche Handschrift. Es ist die Melange aus trockenem Ton und perkussiven Facetten, die von feinen Snare-Adds plus MultiClap-Sounds akzentuiert werden.

Crossover von Cajon und Darbouka
FOTO: Dieter Stork
Die Schlagwerk Cajabuka fusioniert Cajon- und Darbouka- Konzepte. „Burl Flower“ und „Dark Night“ Design-Furnier- Schlagflächen vollenden die pure Holzästhetik.

Facts

Hersteller

Schlagwerk

Herstellungsland

Deutschland

Maße

  • 25/27 cm (Spielfläche)
  • 50 cm Höhe

Features

  • stufenlose Einstellung des Snare- Anpressdrucks
  • dezente optische Markierung des Snare-Bereichs
  • MultiClap (Wenge, 70 mm)

Preis (UvP)

ca. € 260,–


Fazit

Die Schlagwerk Cajabuka versprüht die Ästhetik einer handwerklich und optisch delikat gebauten Wood Drum. Hier regiert zu 100% das Holz, denn der Korpus ist aus massiven Erlendauben gefertigt, und als Spielebene dient eine aufgesetzte Holzfläche, die wahlweise mit einem dekorativen „Burl Flower“ bzw. „Dark Night“ Design-Furnier beschichtet ist. Die integrierte Snare sowie das „Mini HandClap“-Add-On sorgen für perkussive Nuancen und treiben den trockenen, bisweilen auch kräftigen Ton dieser innovativen Trommel an. Konzeptionell steht die Cajabuka unter dem Einfluss von Cajon und Darbouka. Beide Instrumente haben hinsichtlich der Spielweise und der Sounds ihre Spuren hinterlassen. Doch der Charme dieser von Schlagwerk gebauten Cajabuka findet sich im Wesen einer eigenständiger, charakterstarken Wood-Drum, die mit der Begegnung aus Orient und Okzident Raum für spielerische Fantasien schafft.

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