Vintage Sound & Style in exzellenter Qualität

C&C Player Date European Edition Shell Set im Test

Gladstone, Missouri ist die Heimat des amerikanischen Herstellers C&C Drums, der bereits seit mehr als 25 Jahren historische Drums restauriert und eigene Trommelkessel nach traditionellem Vorbild herstellt. Nun bietet man nicht mehr nur die eleganten Custom Drums mit zahlreichen Optionen an, sondern auch drei Serien mit vorkonfigurierten Sets. „Player Date“ ist die günstigste Variante, die sich im bezaubernden und authentischen Vintage-Look präsentiert.

Drumset
(Bild: Archiv)

Das C&C Player Date European Edition Shell Set ist im Gegensatz zu den C&C Player Date Drums eine neue, spezielle Edition für Europa. Die veränderte Kesselkonstruktion und Neuheiten in Sachen Hardware bestimmen den Charakter des C&C Player Date Europe. Ob das Shell Set auch den klassischen Vintage-Charakter besitzt wie das Player Date und ob es eine mögliche Alternative darstellt, zeigt dir unser Videotest des C&C Player Date European Edition Shell Sets.

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Der europäische Vertrieb RB Distribution hat uns freundlicherweise ein „Player Date“- Drumset in der „Big Beat“-Konfiguration im „Satin Honey“-Finish zum Test zur Verfügung gestellt.

Konzept

Die „Gladstone Shells“ von C&C Drums haben nichts mit den bekannten VintageKesseln der Billy Gladstone Snaredrums gemein, auch wenn die Wort-Assoziation beim Thema „Vintage-Kessel“ natürlich vorhanden ist. C&C stellt also eigene Trommelkessel unter dem Namen der Heimatstadt der Firma her. Bei den „Custom“-Drums von C&C ist der Kunde König und kann unter dem Vintage-Gedanken aus verschiedenen klassischen Kesselkonstruktionen und Kombinationen der Holzarten auswählen, wobei hier überwiegend Hölzer aus der näheren Umgebung der Firma verwendet werden. In den Gladstone Woods wachsen neben verschiedenen Ahorn- und Eichen-Arten auch Esche, Linde und vieles mehr.

Das besondere an den C&C Drums sind die Konstruktionen aus stärkeren Lagen, so dass ein z. B. 6 mm starker Kessel aus weniger als sechs Einzellagen besteht und natürlich so auch weniger Holz verleimt werden muss. Die stärkeren Lagen in Kombination mit einer speziellen zur Kessel-Außenseite verrundeten Gratung und feinen SeidenmattLackierungen stützen natürlich einen warmen „Vintage“-Ton. Beim aktuellen „Player Date“-Drumset sind die Kessel etwas stärker ausgefallen, als dies beim Vorgängermodell der Fall war – ein Resultat aus den Erfahrungen mit den Custom Drums und den Wünschen der Kunden.

Optisch bleibt man sich treu, und das markante Merkmal sind hier die zentral angebrachten Doppelspannböckchen im „Slingerland Radio King“-Stil; bei Bassdrum und Floor-Tom prägen dadurch dann auch die sehr langen Stimmschrauben das Bild. Was in den 30er-und 40er-Jahren aus der Not der Materialknappheit und kostengünstiger Produktion geboren wurde, noch in den 70erJahren bei sehr preiswerten Sets verwendet wurde und dann verschwand, markiert heute also wieder einen bestimmten Style mit Charakter.

Dieser Vintage-Charakter wird durch die „George Way“-Snareteppich-Abhebung und die schlichten Bassdrum-Spitzen sowie das nostalgisch anmutende Typenschild weiter herausgearbeitet. Außerdem wird auf eine Tom-Halterung auf der Bassdrum verzichtet, so dass man hier das Tom auf einem Snaredrum-Stativ montiert. Drei vorkonfigurierte „Player Date“-Sets in den Versionen „Be Bop“, „Big Beat“ und „Bonzo“ sowie eine überschaubare Anzahl an Einzeltrommeln sind in drei verschiedenen Lackierungen und zwei Folien-Finishes erhältlich.

Konstruktion & Verarbeitung

Die Kessel der „Player Date“-Drums werden aus Luan (Mahogany) gefertigt. Luan ist dabei die Sammelbezeichnung für asiatische Hölzer, die mit echtem Mahagoni außer der ähnlichen Optik/Färbung nichts gemein haben. Diese Hölzer werden auch unter dem Begriff „Philippine Mahogany“ zusammen – gefasst. Sie sind in der Regel einfach zu bearbeiten und preiswert sowie ausreichend verfügbar. C&C Drums selektiert entsprechend gut gewachsene Hölzer für seine „Player Date“-Kessel, denn so lassen sich daraus formstabile Trommelkessel mit einem satten Grundsound fertigen. Die Kessel unseres Test-Sets sind allesamt ausgezeichnet verarbeitet.

Mit einer Toleranz im Durchmesser unter einem Millimeter wird ein sehr guter Wert erreicht. Die Oberflächen sind typisch für diese Holzarten etwas offenporig, allerdings sind sie bei allen Test-Drums sauber feingeschliffen. Die Nahtstellen der Lagen verlaufen parallel zur Kesselsäule und sind perfekt auf Stoß zusammengesetzt. Die Gratungen sind plan-parallel gesetzt, und die spezielle Gestaltung sorgt für einen satten Fellkontakt. Von der Außenseite ist ein sehr rundlicher Gegenschnitt gesetzt, der bis an die innere Kesselwand reicht. Somit schmiegt sich das Fell mit dem Kragen also an den Gegenschnitt.

Gratung
(Bild: Archiv)

Das Snarebed ist mit 11 cm sehr schmal gehalten, und die rundliche Kante wird im ca. 2,5 mm tiefen Nutzbereich abgeflacht. Gratungsart und Ausführung des Snarebeds entsprechen also klassischen amerikanischen Konstruktionsmerkmalen. Das „Satin Honey“-Finish ist sehr ordentlich ausgeführt und besitzt einen typisch gelblichen „Vintage“-Farbton. Dazu passt im Style der dunkelbraun seidenmatt lackierte und in der Mitte mit einem Perlmutt-Streifen versehene Bassdrum-Spannreifen. Die Spannböckchen sind sauber verchromt und mit feinen Kunststoffunterlegscheiben am Kessel befestigt. Ganz klassisch besitzen die Snaredrum und die Bassdrum nur acht Stimmböckchen.

Die Gewindehülsen und Stimmschrauben laufen präzise ineinander, was für die gut geschnittenen Gewinde spricht. Vorsichtig sollte man beim Transport der Trommeln sein, da die langen Stimmschrauben beim Floor-Tom und bei der Bassdrum natürlich bei Druck oder stumpfem Schlag gegen das Case/Bag verbiegen. Also sollte man sich hier entsprechend solide Transportbehälter anschaffen. Aufgrund ihrer Konstruktion sollten auch die Bassdrum-Spitzen für den Transport demontiert werden, da sie im angeklappten Zustand gegen die Stimmschrauben drücken. Der Snareteppich ist an der „George Way“-Abhebung mit einer soliden Schnur befestigt.

An-/abgeschaltet wird sie auf einer Seite, an der anderen Seite erfolgt die Spannungseinstellung über eine Rändelmutter. Die Schnur wird nicht in einem Klemmblock befestigt, sie wird in den Block eingehängt und ist gegen Durchrutschen mit einem Knoten gesichert. Schaltet man die Abhebung ab und löst die Spannung entsprechend, so kann man den Snareteppich auch ohne Werkzeug aushängen. Die Rändelmutter der Einstellseite besitzt ein Rastensystem und eine Konterfeder, so dass sie sich auch bei einer recht losen Spannung nicht selbsttätig verstellen kann.

Closeup Mahagoni
(Bild: Archiv)

Sounds

Äußerst interessant ist der Grundklangcharakter der Luan-Kessel des „Player Date“- Drumsets, denn diese betonen die tiefen Mitten und Bässe sehr gut, bleiben allerdings kompakt, was die Tonlänge angeht. Obere Mitten und Obertöne sind in entschärfter Form vorhanden, der Attack ist dabei ordentlich präsent. Das klingt mit der werkseitigen Fellkombination („Vintage Ambassador“-Schlagfelle bei Tom und Floor-Tom, „Powerstroke 3“-Schlagfell bei der Bassdrum) bereits sehr vielversprechend.

Tom und Floor-Tom: Bemerkenswert ist, wie schnell sich die Toms auf eine sauberen Ton einstimmen lassen, was für die gut geschnittenen Gratungen spricht. Auch deren spezielle, verrundete Form trägt dazu bei, denn das Fell schmiegt sich schon nach einem ersten Hochstimmen sauber an die Gratung an. Der Fellkontakt ist auch bei einer sehr tiefen Stimmung vollflächig vorhanden. Somit entsteht hier natürlich ein Grundton, der eine satte und warme Färbung hat, ganz un – abhängig davon, wie hoch die Stimmung gewählt wird. Die tonale Ansprache ist schnell, und die Trommeln klingen durchaus resonant, auch wenn das Sustain relativ schnell und kontrolliert verklingt.

Die Klangfärbung ist hier tendenziell stets etwas wärmer und dunkler, als es bei Kesseln mit „modernen“ konventionellen Gratungen im 45-Grad-Stil der Fall ist. Die Stärken der „Player Date“-Drums liegen bei den eher tieferen Klängen, und die erreicht man interessanterweise auch bei einer etwas strafferen Fellspannung, was einen angenehmen Rebound bedeutet und damit einen weiteren Unterschied in der Spielbarkeit im Vergleich zu konventionellen Konstruktionen markiert. Insgesamt hat man hier also einen leicht spielbaren „Vintage“-Klangcharakter zur Verfügung, der satt und kompakt ist. Zu erwähnen ist noch, dass man das 13″ Tom nur recht locker in einem Snaredrum-Stativ montieren sollte, denn dann entwickeltet es die oben beschriebenen, wunderschönen Sounds. Zieht man den Korb des Stativs zu fest an, wird das Sustain – und somit der Ton – zu sehr verkürzt.

Bassdrum: Geschlossen angespielt und in einer tiefen Stimmung entwickelt die Bassdrum einen fulminanten, warmen und runden Sound. Selbst mit einem Kunststoffschlägel angespielt ist der Attack etwas weicher als erwartet. Wer es „kickiger“ mag, sollte für einen präsenteren Attack ein Patch im Anschlagsbereich des Schlagfells aufkleben und eventuell vorsichtig dosierte, zusätzliche Dämpfung einsetzen. Wer einen satten, weichen Old-school-Sound sucht, sollte ganz klassisch einen oder zwei Filzstreifen zur Dämpfung einsetzen und einen Filzschlägel oder sogar einen weichen LammfellSchlägel verwenden.

Snaredrum: Die Snaredrum besticht durch eine präzise und schnelle Ansprache des Snareteppichs und einen angenehm singenden Attack. Dieser zeigt gute Präsenz und profitiert im Obertonverhalten vom klassischen „Ambassador“-Schlagfell. Dies stellt klanglich einen schö- nen Kontrast zum Charakter der Bassdrum sowie Tom und Floor-Tom dar. Persönlich würde ich allerdings auch bei der Snaredrum ein „Vintage Ambassador“-Schlagfell bevorzugen, da das Set dann in allen Instrumentenstimmen eine homogenen „Vintage-Sound“ ausgezeichneter Art liefert.

 

Auf einen Blick:

Sounds: die Stärken liegen eindeutig bei eher tiefen, dunklen Sounds; markant sind der Punch im Attack und das kompakte Sustain.

Bassdrum: markanter Attack-Sound mit eher weicher Note, sehr sattes, warmes und volles Sustain mit sauberem Ausklang.

Snaredrum: sehr präzise und schnelle Ansprache, fein singender, eher sanfter Oberton im Attack sowie ein resonantes, sattes und kurzes Sustain; auch in hoher Stimmung angenehm warmer Klang.

Toms/Floor-Toms: satter, konkreter Attack auch in sehr tiefer Stimmung, kompaktes, sauber ausklingendes, tonal warmes Sustain.

 

Fazit

Das C&C Drums Player Date Set ist ausgezeichnet verarbeitet, und die Qualität des verwendeten Luan-Holzes ist erstaunlich hoch. Zudem sorgen die spezielle, von der Außenseite her stark verrundete Gratungen maßgeblich für den satten, warmen „Vintage Sound“. Mit dem „Player Date“-Drumset kann man im Studio wie auch live mit einem sehr eigenständigen Sound punkten. Die klassischen HardwareKomponenten führen zu einem stimmigen Gesamtbild im „Vintage Style“ (auch die Augen hören ja mit). Der Preis für das Shell-Set inklusive Snaredrum geht gemessen am Gebotenen hinsichtlich Verarbeitungsqualität und charakterstarkem Vintage-Sound meiner Ansicht nach vollkommen in Ordnung.

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