Produkt: Sticks 07-08/2019
Sticks 07-08/2019
STEWART COPELAND - Orchester-Rausch! +++ LUIS RIBEIRO (The World of Hans Zimmer) +++ YAMAHA Live Custom Hybrid Oak Drums +++ LP PRO Tambourines +++ K ZILDJIAN Cluster Crash Cymbals
Graviertes Feineisen

DDrum Reflex the Tattooed Lady Snaredrum im Test

Tattoos auf Mensch und Material sind heute en vogue, und somit ist die ddrum Tattooed Lady Snaredrum durchaus trendy. Die Motive sollen an die sensationellen „Tattooed Ladies“ erinnern wie man sie oft auf den Jahrmärkten des vergangenen Jahrhunderts sehen konnte: Rock’n’Roll, Vorhang auf!

ddrum
(Bild: Archiv)

Ob die Snaredrum auch hält was die Optik verspricht, erfahrt ihr in unserem Videotest.

Anzeige

Konstruktion & Verarbeitung

Der Stahlblechkessel ist sauber verschweißt, die parallel zur Kesselsäule verlaufende Naht ist erstklassig ausgeführt. Wie man auf der Innenseite sehen kann: gleichmäßiger ist kaum machbar. Auf der glänzenden Außenseite ist die Naht nicht zu erkennen und auch nicht zu erfühlen. Gleiches gilt für die Gratungsbereiche. Die feine Gravur mit gleichmäßigen Motiven überzeugt: Was hier in der Distanz nach einem edlen „Pin Stripe“ aussieht, ist tatsächlich feinstens gestochen, so dass die erste Nickelschicht und die Kupferschicht unter dem Black Chrome angeritzt wurde.

Daher ergibt sich ein leicht rötlich-goldener Schimmer. Die Motive sollen an die tätowierten und damit oft sensationell aussehenden Damen auf den Jahrmärkten des vergangenen Jahrhunderts erinnern – toll ausgeführte, zum Instrument passende „Rock’n’Roll“-Optik! Auch die weiteren technischen Details passen fast alle: Der Kessel hat eine konstante Wandstärke und eine minimale Toleranz von weniger als 0,5 mm im Durchmesser. Die Gratung bietet eine 45-Grad-Abschrägung zu Innenseite und eine leicht verrundete Auflagekante. Diese verbreitert sich ein wenig im Bereich der Snarebeds, die einen sanften Verlauf haben, aber leider nicht auf beiden Seiten gleich tief gesetzt sind. Ein Unterschied von ca. 0,15 mm ist zwar bemerkenswert, lässt sich allerdings beim Stimmen des Resonanzfells noch kompensieren.

Eine Kuriosität ist der Snareteppich mit 25(!) Spiralen (statt der eher üblichen 24). Es ist zwar nicht so, dass man hier jetzt ein Sound-Wunder erlebt, aber immerhin ist das Ding eigenwillig und muss zumindest erwähnt werden. Der Snareteppich kann statt mit dem Plastik-Band auch mittels Schnur befestigt werden. Die Abhebung zeigt einen guten Industriestandard, ebenso die Böckchen, Spannreifen und Stimmschrauben. Alles ist funktional und tut seinen Dienst.

Sounds

Material und Kesseldimension geben hier den Klang vor: Die ddrum Tattooed Lady Snaredrum ist ein echter Rocker mit knackigem Attack und scharfen Obertönen. Diese singen uns in ungedämpftem Zustand der Trommel dann auch ein feines Lied, nicht unangenehm, aber doch klar auszumachen. Etwas externe Dämpfung (nicht zu viel!) aufgebracht und schon geht der Sound „klar“. Überraschend gut ist die Ansprache dieser Trommel, und auch die des Snarteppichs – trotz recht starrer Befestigung mittels Plastik-Band. Bringt es da etwa doch die eine Spirale mehr?! Mit Sicherheit nicht, doch liefert dieser Snareteppich bei Backbeats den klatschenden und gut kontrollierbaren Klang, sowie eben auch genug Sensibilität für Ghost Notes und damit eine gesunde Bandbreite an Dynamik.

Auch die Tuning Range der ddrum Tattooed Lady Snaredrum ist prima: Man kann mit der Stimmung recht tief in den Keller gehen und verliert trotzdem nicht die für Rockmusik nötige Projektion – der Sound für die große Heavy-Ballade à la 70er-Jahre geht problemlos. Und auch ein sehr offener Klang mit leicht singendem Ton und schneidendem Attack ist durchaus machbar.

Fazit

Die ddrum Tattooed Lady Snaredrum ist gut verarbeitet und präsentiert sich in einer gelungen ausgeführten Optik. Klanglich ist sie ein guter Allrounder mit eindeutigen Hardrock-Roots. Punkten kann sie durch eine weite Tuning-Range, eine gute Dynamik und prima Ansprache. Die „Tattoos“ sind echte Gravuren, und das hat sicherlich den passenden „Rock’n’Roll-Charme“ auf diesem gut verarbeitetem Stahlkessel, den man sich hier auch etwas kosten lässt.

Produkt: Sticks 05-06/2019
Sticks 05-06/2019
Interviews: BEN GORDON – Breakdowns & Double-Kicks des Parkway Drivers +++ MIGUEL LAMAS – Acoustic Electronic Jazz Fusion +++ Test: MAPEX BLACK PANTHER Design Lab Versatus Drums

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Das könnte Sie auch interessieren