STICKS Cajon Special (3): Cymbals

Designed for Percussionists: Cymbals für Cajon-Player

SCHLAGWERK CAJON CYMBALS
Delikatessen fürs Ohr

Cajon-Cymbals – dieser Begriff scheint etwas irreführend! Schließlich werden „Cajon-Becken“ ja nicht aus Holz gefertigt! Vielmehr geht es hier um solche Cymbal-Modelle, die explizit für Cajon-Player, also im Großen und Ganzen für Percussion-Player konzipiert wurden.

Da Percussionisten und gerade auch Cajoneros meist reine Handspieler sind, wurzelt die Kernidee dieser Cymbal-Gattung in einer Konstruktion und Stärke, die das Anspielen mit bloßen Händen ermöglicht. Durchweg sind die Cymbals im Sinne einer guten Ansprache daher dünner gefertigt und auch von ihren Maßen im Bereich 9″ bis 16″ keine Großkandidaten. So genannte Cajon- bzw. Percussion-Cymbals reagieren durchweg sensibel schon auf leichtes Fingerspiel (ebenso Besenspiel) und brauchen nicht – wie die Kollegen der „Schlagzeugbecken“ – den starken Impact eines Drumsticks. Zudem orientieren sich „Cajon-Cymbals“ in der Lautstärkengestaltung am etwas leiseren Cajon-Spiel.

Anzeige

Neben vielerlei Crashes und Splashes gibt es auch sogenannte Cajon Hi-Hats, die mit 9″, 10″ und 12″ recht kompakt gehalten sind und sich mit dezenten Chick-Sounds in die Cajon-Klangwelt einfügen. Das Spielen mit Fingern auf Cajon-Hats, die im klassischen Sinne als Stativ-Hi-Hats eingesetzt werden, ist grundsätzlich nur beschränkt tauglich. Hier sind Brushes/Rods für definierte Beats und brauchbares Klangmaterial vorzuziehen. Eine Ausnahme bildet hier eine von LP entwickelte Andock-Hat.

Cajon Cymbals – Modelle & Sounds

Gon Bops Hand Crashes

GON BOPS HAND CRASHES
Hybrid-Sounds

Diese Becken werden vom renommierten kanadischen Cymbal-Hersteller Sabian für die amerikanische Traditionsfirma Gon Bops hergestellt.

Die Konstruktion der 16″ und 18″ Hand Crashes basiert auf einem Hybrid-Konzept, dessen verschiedene Klangzonen unterschiedliche Anspielarten und Sounds ermöglichen. So gilt die äußere, extrem dünn abgedrehte Paperthin-Zone als besonderer Sweet-Spot, der sich exklusiv für reine Handspielweisen eignet. Einmal kurz angetippt, entfaltet sich mit beeindruckender Reaktionsschnelligkeit ein weites Spektrum sonnigwarmer Brillanzen von intensiver Klangfarbe. Dabei zeigt das 18″ Modell eine effektvolle Betonung in schwelgenden Höhen mit variierend warmen Klangschattierungen. Beim 16″ Hand Crash ist dabei ein leicht kühlerer Grundton hörbar. Der mittlere und nicht abgedrehte Cymbal- Bereich ist im Profil stärker ausgebildet, um hier insbesondere auch Ride-Spiel- Optionen anzubieten. Weiterhin verfügen die aus B20-Bronze gefertigten Cymbals über eine kräftige Raw-Bell für Clave-Beats.

Internet: gonbops.com


J.Leiva Cajon Cymbals

J.LEIVA CAJON CYMBALS
Elegante Klangtexturen

Diese aus dem „Masterworks“-Programm stammenden Cymbals aus B20-Bronze wurden explizit für Cajon-Spieler entwickelt. Besonders auffällig sind die gewölbt/gewundenen „Schlapphut“-Profile dieser extrem dünnen Becken.

14″ Crash: Es reagiert super auf Fingerspielweisen und entwickelt einen dunkel gleißenden Klangschimmer. Mit Zunahme der Spieldynamik kann das Crash regelrecht fauchend werden und sich zu einem gongartigen Sound ausbreiten, der sich mit langem Sustain Raum verschafft.

12″ Splash: Der kleine Splash-Bruder hingegen ist ein Kurz-Sustainer mit sonnig hellem Rauschen. Hiermit lassen sich gute Akzente setzen, und auch „Feinstoffliches“ für schicke Klangatmos hat das superdünne Splash drauf.

12″ Hats: Die Kombination aus schwerem Bottom und feinem Top Cymbal sorgt für einen brillanten Chick-Sound, der sich dezent ins Cajon-Spiel fügt. Mit Nylon-Brushes oder leichten Rods gespielt klingen diese Hats zudem recht elegant. Hier stellen sie auch ihre Reaktionsschnelle unter Beweis und bieten warm gefärbte Sounds, die im Cajon-Kontext prima funktionieren.

Internet: sonicpercussion.com; leivapercussion.com


LP Cajon Hats

Durch die Montage am Cajon-Body befinden sich diese Cymbals im direkten Umfeld des Spielers. Dank des in die Halterung integrierten Beaters lässt sich die Cajon Hat kontrolliert mit den Händen spielen. Das Hat-System umfasst eine Kunststoffunterschale, zwei 9″ Cymbals sowie den Beater. Mittels Klett wird das Ganze am Cajon-Body fixiert. Da kein Hi-Hat- Pedal zum Einsatz kommt, erfolgt die Abstandseinstellung bzw. der Anpressdruck zwischen den Cymbals über eine Einstellschraube. Damit ist man zwar auf eine Grundeinstellung festgelegt, doch je nach Justierung des Beckenabstands können variationsreiche Klänge zwischen trockenen Beats, feinen Chick-Sounds und typischen washy open Hats realisiert werden. Zudem passen sich die kleinen Cymbals gut dem Lautstärkekontext einer Cajon an und ergänzen den trockenen Wood-Sound mit dem Glanz der B20-Bronze.

LP CAJON HATS
Beats zum Andocken

Internet: lpmusic.com


Meinl Candela Cymbals

Meinl Candela Cymbals
Kontrastreiche Sounds

Speziell für die klanglichen Anforderungen der Percussion-Szene entwickelt, bietet die in der Türkei aus B20-Bronze gefertigte Meinl Candela-Beckenserie neben einem weiten Spektrum an Klangformaten auch das Konzept der Anspielbarkeit mit bloßen Händen. Hier muss man also nicht hiebfest zulangen, um Klangimpulse auszulösen, denn die feinen Crashes und Splashes reagieren schon auf leichte Schläge.

16″ Percussion Crash: Ein sensibles Cymbal, dessen Stärke in der Umsetzung auch leichterer Finger-Impulse liegt. Die Klangprojektion äußert sich in einem dunklen harmonischen Grundsound, der in einer Wellenbewegung bis in hell rauschende Obertöne fährt. Das Cymbal besitzt eine reaktionsschnelle Ansprache mit raumfüllendem Klang.

14″ Percussion Crash: Dieses kleinere Crash reagiert ebenso sensibel und projiziert ein warmes Rauschen in konstanter Schwingung, die mit Zunahme der Impulsstärke mehr Farbe im Obertonspektrum effektiert. Insgesamt setzt sich das Crash harmonisch hell in Szene, braucht allerdings ein klein wenig mehr Anspiel-Power als das 16″-Modell.

18″ Timbale Crash Ride: Dieses für seine 18″ Größe verhältnismäßig leichte (weil dünne) Cymbal bietet multifunktionale Spiel- und Klangeigenschaften. Obschon es eigentlich als Timbale Crash für akzentuierte Stockspielweisen ausgelegt ist, lässt es sich auch durchaus mit den Händen spielen. Hierbei entstehen leisere, doch sehr warme und dunkel-rauschige Klänge, die teils einen Gong- Charakter hervorheben. Ein überraschend angenehmer Exotic-Sound!

10″ Percussion Splash: Mit leicht nach unten gebogenem Rand kommt das kleine Splash der Handspielweise sehr entgegen. Das „Paperthin“-Cymbal reagiert spritzig hell für schnelle Akzente. Gerade in der Kombination mit Cajones treten die akzentstarken Splash-Sounds kontrastreich hervor.

10″ Percussion Hi-Hat: Mit trockenen und leisen Sounds bieten diese kleinen 10″ Hats ein ausgewogenes Klang- und Lautstärken-Verhältnis zur Cajon. Das Spielen mit den Fingern ist zwar okay, doch mit Brushes und leichten Rods entwickeln die Hats ein etwas frischeres Bild. Gut gefällt auch der milde Chick bei Pedalspielweisen.

Internet: meinlpercussion.com


Paiste PSTX Cajon & Cajon Hats

Der traditionsreiche Hersteller Paiste aus der Schweiz bietet mit seiner PSTX-Serie ein 16″ Cajon Crash sowie 12″ Cajon Hats an. Die Becken werden aus einer B8-Kupfer/ Zinn-Legierung hergestellt. Auffällig ist die delikate Optik mit rötlichem Kupferfarbton sowie die gelochte Architektur des Crashes.

PAISTE PSTX CAJON & CAJON HATS
Klare Linie für Auge und Ohr

Mit seinen (Schweizer Käse) Löchern macht das 16″ Crash neugierig. Zudem ist die Beckenstruktur so dünn, dass sich das Cymbal mit der Hand verformen lässt. Die dünne Konstruktion verspricht eine schnelle Ansprache, und in der Tat reagiert das Cymbal schon auf leichtes Fingerspiel mit einem klaren Ton, der je nach Anschlagsstärke auch kräftig ausfällt. Das Becken bringt mit leicht dunkel gefärbtem Grundton ein kräftiges Rauschen zustande. Hand- und Fingerspielweisen werden dankbar entgegengenommen, und auch leichte Ride-Figuren mit Besen oder Rods übersetzt dieses Crash mit definiertem Klang. Die Stärke des multifunktionalen Beckens liegt besonders im Crash-Sound, der sich dynamisch zwischen feinem Rauschen und explosivem Charakter entfaltet.

Die 12″ Cajon Hats erstaunen zunächst durch ihr Gewicht. Besonders das Bottom Cymbal liegt recht schwer auf dem Stativ. Die Komposition – also das klangliche Zusammenwirken beider Becken – effektiert einen geschmeidigen Chick-Sound, dessen fast trockene Note sich dem Cajon-Spiel schön einfügt. Nylon-Brushes oder Rods verleihen den Paiste PSTX Cajon Hats bei leichtem Spiel definierte Beat- Strukturen für dezente Groove-Ambience.

Internet: paiste.com


PUR Hand Crashes

PUR HAND CRASHES
Extravagante Optik trifft
auf Trash-Faktor

Man kann durchaus behaupten: Dünner geht’s nicht. Durch die beeindruckend dünne Formgebung bieten die türkischen B20-Becken eine hochsensible Ansprache. Zudem verfügen sie über die bemerkenswerte Optik einer gewollt trashigen Anmutung mit verzogener Profilgestaltung. Hinzu kommt eine stahlgebürstete Oberfläche, die den 12″ und 14″ Modellen eine gewisse Extravaganz verleiht. Da bekommen die Nieten in den Crashes nochmal eine ganz andere Bedeutung …

Das 12er Crash ohne Nieten faucht dunkel und setzt sich je nach Spieldynamik blitzschnell in Szene. Der Grundton ist recht tief angelegt, was auf das dünne Profil zurückzuführen ist. Das Crash reagiert auf leisestes Anspielen und besitzt eine intensiv-dichte Klangausprägung.

Beim 12″ Crash mit Nieten (2 Stück) addieren sich knisternd metallische Effekte hinzu. Auch bietet diese Version etwas mehr Sustain-Kraft.

Beim 14″ Crash ohne Nieten entwickelt sich schon bei softem Spiel ein ziemlich mächtig grollender Grund-Sound, der mit zunehmender Anspielkraft seine Energie in einen gleißenden Soundeffekt umwandelt. Ein kraftvoll klingendes Becken für Trash-affines Akzentspiel. Die Version des 14″ Crash mit Nieten bringt mehr etwas mehr Helligkeit und schön crispe Effekte ins Spiel.

Internet: pur-cajon.com


Schlagwerk Cajon Cymbals

Als prominenter Cajon-Hersteller setzt Schlagwerk beim Konzept der Cajon- Cymbals auf B20-Bronze-Modelle türkischer Fertigung. Neben einer 12er Hi-Hat gibt es zwei Splashes in 10″ und 12″ Größe sowie ein Crash Ride in 14″. Auch optisch fügen sich die delikat gearbeiteten Cymbals mit fein gehämmerten Kuppen, den ringförmig abgedrehten Zonen sowie dem strukturgebenden Bürstenschliff stilgerecht ins Design-Konzept von Schlagwerk.

12″ Cajon Splash: Richtig schön dunkel vom Ton kommt das 12″ Splash, das als Effektbecken mit mächtig rauschendem Klanggehalt einen ganz eigenen Charakter bietet. Spielt man das Becken mit Brushes an, kristallisieren sich feine Obertonbrillanzen heraus. Von Hand gespielt reagiert das 12er Splash augenblicklich und liefert je nach Anspielart vielerlei Klangschattierungen zwischen dunklem Grollen und warm fauchender Crash- Power.

10″ Cajon Splash: Dieses hauchdünne Becken bietet einen relativ dunklen Grundton, der unter Zunahme der Anspielstärke sonnig rauschende Obertöne entfaltet. Als reaktionsschnelles Splash zeigt das kleine Becken zudem Stärke durch kräftiges Akzentverhalten.

14″ Cajon Crash Ride: Dieses Modell ist kräftiger konstruiert und daher als Crash-Ride-Variante auch für Rod- bzw. (leichte) Stick- Spielweisen ausgelegt. Die Schwingungen sind von sehr klarem Gehalt mit intensiver Sustain-Kraft. Auch Brush- Beats eignen sich bestens, um die Brillianzen eines harmonischen Klangspektrums hervorzulocken.

12″ Cajon Hi-Hat: Der geschmeidig sanfte Chick-Sound hat einen milden und defensiven Touch. Dabei passt die leicht dunkle Färbung des Grundtons gut zum Cajon-Klangbild, so dass die Kontraste zwischen trockenem Cajon und Hat-Chick homogen ineinandergreifen und nicht konkurrierend wirken. Wie bei vielen Cajon-Hats ist auch hier insbesondere das Spielen mit Brushes/Rods eine klanglich gute Option für schlagzeugaffine Grooves.

Internet: schlagwerk.com


UFIP Del Cajon

UFIP DEL CAJON
Die Kraft der reinen Schwingung

Diese Becken stammen aus der italienischen Traditionsschmiede UFIP. Die „Experience Collection“ ist ein Fertigungsbereich für experimentellere Klangformate, zu denen auch die „Del Cajon“-Modelle zählen. Sie wurden in Zusammenarbeit mit Perkussionist Martin Röttger entwickelt. Splashes, Crashes und Hat-Cymbals sind konzeptionell auf das Cajon-Spiel ausgerichtet. Zudem sind die Becken sehr dünn gearbeitet, um auch softe Fingerbeats in Klang umzuwandeln.

8″, 10″ & 12″ Del Cajon Splashes: Sie sind vom Klangcharakter recht kräftig klingend angelegt und reagieren gut auf dynamisches Spiel. Dabei wirken das 8er und das 10er Modell recht quirlig schnell und frisch, hingegen besitzt das 12″ Splash einen erstaunlich tiefen Grundton . Die Splashes verfügen über eine klare Ausbreitung sonnig heller Resonanzen.

14″ & 16″ Del Cajon Crashes: Wer auf kräftige, dunkle und Sustain-freudige Sounds steht, der dürfte an diesen beiden Cymbal-Modellen Freude haben. Schon bei soften Handschlägen reagieren diese Crashes mit intensiver Klangausprägung und setzen dabei auf die Kraft reiner Schwingung mit viel Tiefenanteil. Auch Brushes und Mallets sind hier die prädestinierten Tools, um die große Dynamik auszuloten.

10″ Del Cajon Hats: Mit beinahe klatschigen, doch milden Chick-Sounds reagieren die Kleinen eher verhalten bei Pedalspielweisen (z. B. getretene Viertel- oder Achtel-Beats). Der Vorteil liegt in der Unaufdringlichkeit, die dem Cajon-Sound nicht die Show stiehlt. Zudem bevorzugen die Hats Brush-Beats, um mit dezenten Sounds auf keinen Fall in die Offensive zu gehen. Wer es mehr trashy mag, sollte das untere Cymbal etwas in Schrägstellung bringen.

Internet: ufip.it


Zildjian 15″ FX Azuka Latin Multi Crash

Dieses Modell von Zildjian ist ein Klassiker und zählt neben dem frühen UFIP Experience Hand Crash zu den ersten ihrer Art, die das Anspielen mit bloßer Hand möglich machten!

ZILDJIAN 15" FX AZUKA LATIN MULTI CRASH
Crash mit Trash-Faktor

Hierzu bietet das Zildjian FX Azuka einen leicht nach unten gebogenen Randbereich, so dass Finger und Hände verletzungsfrei agieren können. Das Multi Crash ist auffällig dünn gefertigt und lässt das gewölbte Profil ordentlich schwingen. Vom Sound tendiert das FX Azuka Multi Crash in die dunkle Richtung mit deutlichem Trash-Anteil. Die Lautstärke ist gut dosierbar, und auch bei zaghafter Anspielweise reagiert dieses Crash mit rauschigem Flair. Spielt man es fest an, so überrascht es mit ordentlich viel „Explosionsstoff“. Und Multi Crash heißt das Azuka deshalb, weil es auch Besen, Rods und Drumsticks verträgt.

Internet: zildjian.com

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Das könnte Sie auch interessieren: