Produkt: Sticks 05-06/2019
Sticks 05-06/2019
Interviews: BEN GORDON – Breakdowns & Double-Kicks des Parkway Drivers +++ MIGUEL LAMAS – Acoustic Electronic Jazz Fusion +++ Test: MAPEX BLACK PANTHER Design Lab Versatus Drums
Test aus dem STICKS-Archiv

Mapex Black Panther Russ Miller Versatus Snare Drum (2015)

Passend zum Test der Mapex Black Panther Design Lab Versatus Drums in STICKS 05/06:2019, hier aus dem STICKS-Archiv der Test der Mapex Black Panther „Versatus“ Signature-Snaredrum von Russ Miller.

Mapex Versatus Snare

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Schick schaut sie aus, die „Versatus“-Snaredrum mit ihrem rötlichen Burl-Finish, der „Black Brushed“-Hardware, und auch etwas ungewöhnlich aufgrund der eigenartigen Proportion durch die Tiefe von 4 5/8″. Auch die „inneren Werte“ versprechen Interessantes für die dritte Signature-Snaredrum-Neuheit von Mapex. 

Top-Session-Drummer Russ Miller hat eine Credit-Liste vom Feinsten, und dabei sind es nicht nur die Künstler wie unter anderem Nelly Furtado, Hillary Duff, The Psychodelic Furs, Andrea Bocelli und Ray Charles, die schon reichlich musikalische Bandbreite darstellen. Auch Shows wie z. B. „American Idol“ setzen auf den vielseitigen Drummer, der auch noch die Soundtracks von diversen TV-Shows und Filmen befeuerte. Solo-Projekte, Lehrmaterial und auch einige Instrumenten-Innovationen wie z. B. die „Russ Miller Wedge“ für ein durchdringenden Sidestick-Sound sind weitere Aktivitäten, mit denen sich Mr. Miller beschäftigt. Wenn dieser Schlagwerker also eine eigene Signature-Snaredrum entwickelt, dann kann man sicher gehen, dass da so Einiges dahinter steckt.

KONZEPT

Eine vielseitige Allround-Snaredrum zu entwickeln ist schon mal keine leichte Aufgabe, wenn diese aber noch in verschiedenen Stimmungen präzise funktionieren soll und sowohl laut als auch leise bestehen muss (wie z. B. beim Besenspiel), dann ist das wohl eine echte Herausforderung. Ein Hybridholzkessel aus Ahorn und Mahagoni ist dabei Russ Millers erste Wahl. Was die Kesseltiefe angeht, hat es über ein Jahr und einige Prototypen gedauert, bis nach intensiven Tests das richtige Maß gefunden war.

Zwei unterschiedliche Gratungen für die Schlagfell- und Resonanzfellseite sowie ein Verstärkungsring nur auf der Schlagfellseite helfen bei der Klangformung und auch der Dynamikbandbreite auf die Sprünge. Ein spezielles Snarebed und ein hochwertiger Snareteppich (Pure Sound) sind die technischen Mittel für eine präzise Artikulation. Dass ein Remo „Fiberskyn Diplomat“-Schlagfell für das Besenspiel eine perfekte Wahl ist, sei unbestritten, aber geht das denn auch für fette Backbeats? Besonders dann, wenn das Instrument prinzipiell ohne zusätzliche Dämpfung auskommen soll?

Verstärkungsring im Kessel

KONSTRUKTION

Der Kessel besteht aus zwei äußeren und inneren Lagen Ahorn und drei Lagen Mahagoni in der Mitte. Die gemessene Wandstärke liegt bei ca. 8,7 mm. Der Verstärkungsring auf der Schlagfellseite ist ca. 2,5 mm stark, besteht aus vier Lagen und ist ca. 2,3 cm breit. Die Verarbeitung des Kessels ist exzellent, die Toleranzen in Wandstärke und Durchmesser sind äußerst gering. Die Innenseite ist sauber fein geschliffen, und auch die Naht der inneren Lage, die in leichter Diagonale verläuft, ist perfekt zu – sammengesetzt. Der Verstärkungsring ist präzise und formschlüssig eingepasst. Beide Gratungen, die unterschiedlicher in der Form nicht sein können, sind dennoch planparallel gesetzt und äußerst akkurat geschnitten. Die Auflagekanten sind glatt, so dass die Felle beim Spiel sauber auf der Gratung gleiten können.

Die spitze Form der Gratung auf der Resonanzfellseite bleibt im schmalen Snarebed vollständig erhalten. Mit ca. 3 mm im Nutzbereich ist dies ungewöhnlich tief gestaltet und mit ca. 8 cm Weite recht schmal gehalten. Schon allein die handwerkliche Ausführung zeigt, dass die „Versatus“-Snaredrum ein Instrument der Extraklasse ist. Das „Burl“- Finish ist elegant und variantenreich in den Mustern. Die rötlich transparente Lackierung ist ausgezeichnet ausgeführt. Die Mapex-Hardware überzeugt wie immer durch hohe Verarbeitungsqualität und beste Funktion. Trotz der ungewöhnlich geringen Tiefe hat man Einzelspannböckchen verbaut (je zehn für Schlag- und Resonanzfellseite), die hier versetzt angeordnet sind, damit genug Abstand zur Auflagekante erzielt wird und auch eine größere Tuning Range physikalisch möglich ist. Aus klanglichen Gründen wurde auch ein weiteres Luftausgleichsloch spendiert, welches relativ nahe im Bereich des Snareteppichs platziert ist.

Teppich

 

SOUNDS

Zwei Dinge haben mich auf Anhieb in diesem Praxistest begeistert: Die Mapex Black Panther Versatus Snaredrum bietet eine erstaunliche Bandbreite an möglichen Stim- STICKS 07/08:2015 TEST 61 Schick schaut sie aus, die „Versatus“-Snaredrum mit ihrem rötlichen Burl-Finish, der „Black Brushed“-Hardware, und auch etwas ungewöhnlich aufgrund der eigenartigen Proportion durch die Tiefe von 4 5/8″. Auch die „inneren Werte“ versprechen Interessantes für die dritte Signature-Snaredrum-Neuheit von Mapex. mungen, und alle Sounds lassen sich prima dynamisch spielen. Das ist fast zu schön, um wahr zu sein. In einer mittelhohen Stimmung ist die „Versatus“-Snaredrum dann allerdings wirklich zu Hause und kann ihr volles Potenzial ausspielen.

Da ist zunächst einmal der Attack, der hier einen ordentlichen Punch entwickelt, aber auch genügend Oberton für eine klare Projektion produziert. Das Sustain ist kontrolliert und hat genügend Druck aus den Tiefmitten, so dass ein im Center gespielter Backbeat wuchtiger klingt, als man das bei der eher geringen Kesseltiefe dieser Trommel erwartet. Der Snareteppich reagiert sehr direkt und kontrolliert, da werden Ghost-Notes sauber abgebildet, und auch der Klang bleibt beim Backbeat satt und griffig ohne extremes Nachrascheln. Das ist natürlich auf den schmalen Snareteppich zurückzuführen, aber beweist auch, dass die Form des Snarebeds richtig gewählt ist und das zusätzliche Luftausgleichsloch in der Nähe des Snareteppichs hier den Klang desselben etwas kontrollierter, trockener macht.

Konstruktion Versatus Snare

 

Dass die Ansprache so luftig und crisp bei leisen Noten bleibt, ist der spitzen Gratung zuzuschreiben, was deutlicht macht, dass diese Konstruktion Hand und Fuß hat. Auch das Oberton-Spektrum ist gefällig, und man kann die Trommel getrost ungedämpft spielen, was aber nicht heißt, dass man aus Gründen des Geschmacks auf Dämpfung verzichten muss. Erfreut konnte ich feststellen, dass eine extreme Dämpfung mit einem ca. 1″ breiten Dämpfungsring natürlich den typischen Sound hervorbrachte, doch die „Versatus“-Snaredrum immer noch sehr dynamisch und sensibel reagierte. Hut ab! Aber wieder runter mit diesem Teil und mal in kleinen Schritten die Stimmung nach oben und unten variiert. Auch hier bringen ganz kleine Bewegungen der Stimmschrauben effiziente Ergebnisse, und eine präzise Anpassung an den musikalischen Style oder das Klanggefüge des Songs ist locker und leicht zu realisieren. Das dürfte gerade bei Studio- Sessions ein erheblicher Vorteil sein. Da versuchen wir es mal extremer und stimmen das Teilchen mal weit runter und auch mal ordentlich hoch. Natürlich kann man von dieser Snaredrum keinen superfetten Rocksound einer 6,5″ tiefen Snaredrum erwarten, da fehlt es halt dann doch an Hubraum, und auch extrem knallige, scharfe Sounds einer flachen Metallkessel-Snaredrum lassen sich nur im Ansatz erreichen. Es geht hier ja auch nicht darum, diese speziellen Sounds zu generieren, sondern eine glaubhafte Illusion dieser herzustellen.

Mapex versatus Profil

 

Und das funktioniert durchaus respektabel. Theoretisch lässt sich die „Versatus“-Snaredrum in sehr tiefer Stimmung auch ungedämpft spielen, aber ein wenig sinnvoll dosierte Dämpfung nimmt dann doch den gewissen „Boing“-Faktor im Klang heraus und macht auch den Attack noch einen Ticken fetter. Tatsächlich kann dabei der schmale 16-Spiralen-Snareteppich bei recht lockerer Spannung einen Sound erzeugen, der durchaus breit genug wirkt. Wenn man keinen direkten Vergleich zurate zieht, ist diese Illusion eines richtig fetten Sounds durchaus als gelungen zu betrachten. Das gilt auch für die hohen, knalligen Sounds, und hier helfen der starke Kessel der „Versatus“- Snaredrum und auch der schlagfellseitige Verstärkungsring bei der Entwicklung von prägnanten Obertönen, die eine solide Projektion entwickeln. All das geht übrigens tatsächlich mit dem eher dünnen Remo „Fiberskyn Diplomat“- Schlagfell, sofern man nicht wie ein Metzger in die Trommel hält. Man darf aber schon Gas geben, denn das Fell kann durchaus einiges ab.

FAZIT

„Vielseitig“ trifft den Nagel auf den Kopf bei der Mapex Black Panther Versatus Russ Miller Signature Snaredrum. Die ausgefuchste Konstruktion mit ihren vielen, gut überlegten Details ist in exzellenter Verarbeitungsqualität umgesetzt, und das macht die klangliche Bandbreite und Dynamik möglich. Die „Versatus“-Snaredrum bietet eine ausgezeichnete Balance zwischen klanglicher Finesse und druckvollem Sound, so dass man hier von leisen Ghost-Notes oder Besen-Spiel sofort auf einen rockigen Backbeat umsteigen kann. Diese Snaredrum ist ein wirklich ausgezeichneter Allrounder mit tollen Klangoptionen, und diese auszuloten hat mir wirklich viel Spaß gemacht. Den solltet ihr euch nicht entgehen lassen und das feine Instrument einfach mal persönlich testen.

 

Der Test der Mapex Black Panther Design Lab Versatus Drums wurde in STICKS 05/06:2019 veröffentlicht.
Diese Ausgabe ist als Print-Magazin sowie als Download im STICKS-Shop erhältlich.

 

Produkt: Sticks 07-08/2019
Sticks 07-08/2019
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