Klangbausteine & Sound-Applikationen

Die Welt der Cajon Add-Ons

Wozu sind Add-Ons da? Was kann man mit ihnen machen? Worin legt der Sinn und Zweck? Kann das jeder spielen, oder braucht man dazu ein Masterstudium? Welche Add-Ons gibt es überhaupt?

Cajon Add-Ons

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Viele Fragezeichen schwirren da nicht nur im Raum, sondern auch in den Köpfen der Cajon-Spieler. Die Vielfalt dieser in den letzten Jahren fantasievoll entwickelten Cajon Add-Ons ist enorm gewachsen. Kein Wunder, dass man vor lauter Add-Ons manchmal die Cajon nicht sieht. Also sind wir im Kosmos der bald unzähligen Klangbausteine mal eingetaucht, um euch einen systematischen Überblick zu geben.

Wozu sind Add-Ons da?

Wenn man so will, ist die Cajon ja eine „einfache“ Holzkiste. Neben allen technisch erfinderischen Finessen, um den Sound immer wieder zu optimieren, kann es durchaus sein, dass sich für manche Spieler die klangliche Ästhetik der Cajon irgendwann erschöpft. Also wurden Add-Ons erfunden! Jene kleinen Sound-Applikationen erweitern das Klangspektrum und können Cajon-Grooves facettenreicher gestalten.

Was kann man mit Add-Ons machen?

Sie sind je nach Typus aus unterschiedlichen Materialien gebaut (Holz, Kunststoff, Metall etc.). Alle Add-Ons haben eines gemeinsam: Sie brauchen keine Stative, sondern werden unmittelbar am Cajon- Body angedockt oder können kurzerhand an Hände und Füße geschnallt werden. Komfortable „Click & Play“-Systeme also. Das Gros der Add-Ons ist kompakt und handlich gebaut, damit man sie mit den Fingern anspielen kann. Zu diesem Zweck sind die meisten mit Kletthaftern bestückt, so dass sie unmittelbar (in der Regel seitlich) am Cajon-Body fixiert werden können. Darüber hinaus gibt es Add- Ons, die mittels Riemen oder kleinen Haltebügeln am Schuhwerk, an den Füßen oder Handgelenken befestigt werden. Insofern lässt sich eine Unterteilung vornehmen in „Add-Ons zum Andocken“ (feste Positionierung am Cajon, Klangentwicklung durch direktes Anspielen) und „Add-Ons zum Umschnallen“ (bewegungsabhängige Klangentwicklung).

Worin liegt der Sinn und Zweck von Add-Ons?

Die Faszination liegt in der Individualisierung des Sounds der Cajon- Grooves. Durch die Vielfalt sehr unterschiedlich klingender sowie spieltechnisch reizvoller Add-Ons lassen sich Grooves im wahrsten Sinne von mild bis scharfexotisch würzen.

Kann das jeder spielen, oder braucht man ein Masterstudium?

So wie die Cajon von den meisten Spielern ganz intuitiv eingesetzt wird, sind auch Add-Ons recht spontane Kleininstrumente, die man spielerisch entdecken kann. Wer tiefer in die Materie eintauchen möchte, kann mittels Fachbüchern hier regelrecht ins Studium eintauchen. Das gilt ebenso für Add-Ons, von denen manche sicherlich spieltechnische Fertigkeiten erfordern. Doch die meisten Add-Ons sind selbsterklärend und daher intuitiv spielbar.

Welche Add-Ons gibt es überhaupt?

Der technische Kern, die Klangidee und Spielweise ist vielfach herstellerspezifisch. Daher haben wir die Add-Ons zum einen nach Herstellern sortiert und zum anderen in Add-Ons zum Andocken (feste Position am Cajon) sowie Add-Ons zum Anschnallen (Hände, Füße) unterteilt.


ADD-ONS ZUM ANDOCKEN

MEINL

Die aus Holz gebauten Klangbausteine lassen sich via Klettverbinder individuell auf den Cajon-Bodys positionieren. Zu den Besonderheiten zählen auch jene Add-Ons, die mit integrierten Jingles oder Snare- Segmenten feine Klangnuancen hervorbringen.

Wood Side Snare: Das flache und halbmondförmige Holzgehäuse wird seitlich am Body angedockt. Im Inneren ist ein Snare-Segment verschraubt. Zu hören sind knackige Beats mit crispen „Piccolo-Sounds“.

Cajon Castagnets: Gefertigt aus Rubberwood zeigen die Castagnets (Small, Medium, Large) zwei flache Holzbacken, die durch Anspielen gegeneinander schlagen. Die castagnettenartigen „Klicks“ und „Klacks“ passen wunderbar zum Wood-Charakter des Cajon.

Cajon Jingle Castanet: Hybrid aus Jingle- und Kastagnettenklang. Zwei einzelne Jingles sind im Kastagnettengehäuse fixiert, die beim Aufeinanderklicken einen feinen „Tick“-Sound produzieren.

Jingle Tap: Mini-Tamburin zum Andocken. Ein flaches Holzgehäuse beherbergt vier Steeljingle-Pärchen, die durch direktes Anspielen des Taps feine Schellensounds hervorbringen.

Slap Shake: Auf klatschig knackige Akzente setzt dieses flache Add-On, das quasi nach dem Kastagnettenprinzip arbeitet, aber auch einen weiteren Sound-Trick beherbergt. Im Inneren der Schlagplatte nämlich agiert eine perlig klingende Schüttelfüllung.

Internet: meinlpercussion.de


PEARL

Das technische Prinzip der Pearl Accessoires setzt auf Holzzungen- Beater, die von Federblechen geführt werden. Die Befestigung der Add-Ons erfolgt über „Dual-Lock Tapes“. Dies sind extrem zupackende Klettverbinder, die gegeneinander regelrecht einrasten und eine zuverlässige Verbindung eingehen.

Pearl Cajon Add-On

Cajon Clacker: Effektiv für groovige Klick-Sounds. Er wird mittig an der oberen Spielflächenkante positioniert (je nach Vorliebe auch seitlich) und kann mit Daumen und Fingern angespielt werden.

Wood Block: Vollholzblock mit Anspielzunge zur Erzeugung sehr heller, Attack-starker „Clicks“.

Clave Block: Volumiger Shorea-Wood-Hohlkörper mit breiter Anspielzunge und kräftigen „Clock“-Sounds.

Cajon Agogo Bell (Metall): Sie sorgt für hell singende, bissige und durchsetzungsstarke Bellsounds.

Cajon Agogo Bell (Kunststoff): Sound-Alternative mit trockenen und akzentstarken Sounds, die sich klanglich gut dem Cajon-Charakter beifügen.

Jingle Cajon: Mittels Saugnapf werden die kleinen Schellen ganz einfach auf die Frontplatte gedrückt. Sie dienen als passive Klanggeber und rasseln beim Cajon-Spiel mit. Die Brass-Version klingt harmonisch, weich und dunkel, die Steel-Version silbrig und spitz.

Internet: pearleurope.com


SCHLAGWERK

Gemäß der Schlagwerk-Philosophie sind die cleveren Add-Ons in feiner Holzbauweise konzipiert. Die einzelnen Klangbausteine werden in der Regel mit Klettverbindern angedockt oder können als Stand-Alone-Groove-Applikationen eingesetzt werden.

Cajon Flaps: Die Modelle in M, L und XL sorgen für prägnante Beats. Hier schlagen Holzplatten gegeneinander, wobei die Attacks mittels integrierter „Spikes“ deutlich hervorgehoben werden.Schlagwerk Cajon Add-On

MultiClaps: Die Ästhetik des Einfachen macht die MultiClaps zu wunderbaren perkussiven Add-Ons, die völlig flexibel einsetzbar sind. Mit Klettverbindern gelingt die einfache „Click & Play“- Montage. Und klanglich sorgen die Wenge-Hartholz-Zungen für knackige Akzente. Auch die unterschiedlichen Größen der MultiClaps bewirken verschiedene Klangfärbungen der Effects.

Schlagwerk Cajon Add-On
… simpel & clever

Cajon Cabasa: Diese Cabasa wird mittels Haft-Pad seitlich an der Cajon angedockt. Der Clou des Ganzen findet sich in der „Einhandspielweise“. So können die rauschigen Zisch-Sounds der Metallschleifketten als rhythmische Muster ins Cajon-Spiel einfließen.

Schlagwerk Cajon Add-On
Zisch-Effekt an der Seite

Heck Stick: Dieser Schellenstab kann wahlweise rechts oder links an der Cajon-Seite inklusive Halterung und Adapterplatte angedockt werden. Der aufrecht stehende Stick reagiert sensibel auf Fingerspielweisen und aktiviert dabei feine, silbrige Sounds der Edelstahlschellen.

Side Kick: Die ultraflache Woodbox „Kickdrum“ mit integrierten Metall-Attacks wird auf die Adapterplatte des Heck Stick geklettet. Seitlich mir der Fußflanke gespielt, entsteht ein Attack-starker „Clock“ Sound.

Buzz Board: Das Buzz Board ist eine externe Snare-Traverse, die auf der Spielfläche frei positioniert werden kann. Zwei Ausführungen gibt es: normal (12 Spiralen) und XL (24 Spiralen) – wobei die Montage über seitliche Kletthafter erfolgt, so dass die Schwingungen der Frontplatte nicht beeinträchtigt werden. Die Buzz Boards effektieren zusätzliche Snare-Sounds für akzentuierte Beats.

Schlagwerk Cajon Add-On
… für den Buzzzzz-Effekt

Internet: schlagwerk.com


SONOR

Diese Hand Percussion Add-Ons sind multifunktional einsetzbare Sound-Instrumente, die man in der Hand spielen, am Percussion-Rack montieren oder unmittelbar am Cajon andocken kann. Die intelligenten Sound-Box-„Zauberkisten“ gibt es in den Ausführungen Hand Clap Block, Hand Clap Castanet, Thrasher Cowbell Box, Jingle Box Pandeiro, Jingle Box Steel und Jingle Box Nickel Silver.

Sonor Cajon Add-On
Kleine Zauberkisten

Internet: sonor.com


LP

Pedal Enhancers: Um auch das Cajon-Pedalspiel mit würzigen Klangnoten zu versehen, gibt es die von LP und Terry Bozzio entwickelten Pedal Enhancers. Sie werden mit einem Click am Schlägelschaft (Stange) des Pedals befestigt, um Beats mit feinen Shaker- oder brillanten Jingle-Akzenten aufzuschmücken. Dank des intelligenten Bajonettverschlusses kann zwischen Jingle- und Shakersound gewählt/gewechselt werden. Bei jeder Pedalbewegung addiert sich der entsprechende Klang-Effekt zum Cajon-Beat hinzu.

LP Cajon Add-On
Sounds für den Beater

Internet: lpmusic.com


GROOVESIGNS

Cajon-TambU: Eine interessante Alternative für additive Schellen-Sounds bietet das Cajon-TambU. Das TambU passt auf alle gängigen Cajon-Modelle und wird mit zwei Gewindehülsen plus Schrauben ausgeliefert. Eine Bedienungsanleitung zeigt genau, wie man das Schellen-Add-On an der vorderen Kante der Sitzfläche verschraubt. Das Spielen des TambU ist simpel und man benutzt die abgespreizten Daumen für begleitende Jingle-Effekte.

Groovesigns Cajon Add-On
Kompaktes Jingle-Add

Internet: groovesigns.de


MD SOUNDBRIDGE

Das für Cajonplayer entwickelte Modul spielt eine Sonderrolle in der Add-On-Welt, weil es sich nicht um ein kleines Instrument zum Andocken handelt, sondern um ein integrales Add-On-Konzept. Mahyar Dizani (MD), seines Zeichens Musiker und Designer, hat sich dieses System ausgedacht, dessen architektonische Performance alleine schon die Besonderheit in den Fokus rückt. Dabei handelt es sich um einen Hybrid aus einer variablen Halterung (Holz-Rack) mit integrierten Instrumenten (Shaker, Splash, Jingle-Shaker). Die komplette Sound Bridge wird am Cajon angedockt (Velcro Tape), was den schnellen Aufbau eines zudem mobilen Systems ermöglicht. Die Sound Bridge ist mit drei Klangmodulen ausgestattet, die als kompositorischer Teil in der System-Logik integriert sind. So gibt es einen Shaker, eine Shaker-Jingle-Kombination sowie optional ein Splash Cymbal. Grundsätzlich stellt die Sound Bridge eine schicke Lösung dar, um Add-Ons in ein aufgeräumtes System einzubinden. Natürlich muss man sich der koordinativen Herausforderung des kombinierten Cajon- und Sound-Bridge-Spiels stellen.

MD Soundbridge Cajon Add-On
Add-On-Performance Sounds für

Internet: mdizani.com


ADD-ONS ZUM ANSCHNALLEN

Sounds an Händen, Füßen und Beinen

Alternativ oder auch ergänzend zu den Andock-Accessoires gibt es vielfältige Möglichkeiten, Add-On-Instrumente direkt am eigenen Körper zu befestigen. Dies funktioniert mittels Gummizugbändern oder Steckhaltern.

PEARL

Shakelets: Man trägt sie wie ein Armband, so dass die brasilian-style Mini-Shaker auf jede Arm- und Handbewegung mit raschelnden Sounds reagieren.Pearl Cajon Add-On

Internet: pearleurope.com


 

GUTHSCHMIDT PERCUSSION

Ein Spezialist für reine Fuß-Percussion-Instrumente ist der deutsche Hersteller Guthschmidt. Die Instrumente sind handwerklich und technisch clever umgesetzt. So gibt es die Mini Clips, Twin Clips und Triplet Clips in den jeweiligen Klangkategorien Jingle, Shaker, Rattle und Rustle. Auch eine Casta Clip (Mini Kastagnette) ist dabei. Über kleine Steckbügel werden die Instrumente ganz einfach hinten im Schuhwerk (Hackenbereich) eingesteckt und fertig. Durch Auf- und Abbewegung der Ferse entstehen fein dosierte Sounds, die rhythmisch dekorativ und Groove-ergänzend eingesetzt werden können. Dabei sind die Sounds aller Instrumente delikat sortiert und bieten neben den „üblichen“ Shaker- und Jingle-Sounds auch außergewöhnliches Klangrepertoire wie das der Rustle- oder Rattle-Clips. Das Anstecken der kleinen Instrumente mittels der verstellbaren Metallclips kann auch seitlich am Schuhwerk erfolgen – je nach persönlicher Präferenz. Auch für „Barfüßler“ oder Spieler, die lieber auf dem Vorderfuß spielen möchten, bietet Guthschmidt eine Befestigungslösung mittels Gummizugband und Lederhalter. Ebenfalls gibt es ein Foot Tambourine, das gänzlich ohne Pedal auskommt. Hier nämlich dient eine „Holzwippenkonstruktion“ als technisches Hilfsmittel, um dem Schellen-(Halb-)Ring silbrige Jingle- Beats zu entlocken.GUTHSCHMIDT PERCUSSION Cajon Add-On

Internet: fusspercussion.de


BEATNICKER GROOVETOOLS

Beatnicker Single Jingle & Single Shaker: Die kleinen „Groove-Maschinen“ werden mit den einstellbaren Klammern ans Schuhwerk gesteckt. Durch Tippen mit der Ferse entstehen feine Shaker- bzw. Jingle-Sounds zur Klangerweiterung des Cajon-Spiels.

BEATNICKER GROOVETOOLS Cajon Add-On
Feine Fuß-Percussion-Sounds

Internet: beatnicker.trowamusic.com


SCHLAGWERK

Krix: Am Schuhwerk des Spielers befestigt, produzieren die Edelstahl-Jingles ein silbrig trockenes Schellengeräusch.

Sizzle Board: Der flunderflache und mit feinsten Shaker- Perlen befüllte Holzhohlkörper kann auf den Oberschenkel geschnallt und mittels Besen oder per Hand angespielt werden. Dabei produziert das Sizzle Board perlige Akzente. Klettverbinder erlauben ebenfalls die Montage seitlich am Cajon-Body.

Floor Percussion Set: Stand-Alone-Variante in der Kombination aus Side Kick, Sizzle Board und Krix. Die Kick- und Sound-Einheit kann auf den Boden gelegt und wie ein Pedal mit dem Fuß gespielt werden.

Shake Hand: Drei Mini-Shaker sind hier in einem „Handschuh“ integriert, der somit durch Spielbewegung dicht rauschige Sounds von sich gibt.Schlagwerk Cajon Add-On

Internet: schlagwerk.com


MEINL

Finger Jingles: Die Mini-Instrumente werden um die Finger gestülpt und aktivieren durch Handbewegungen feine Jingle-Dekos.

Knee Pad Snare Tap & Knee Pad Jingle Tap: Die Holzgehäuse werden mittels Riemen um den Oberschenkel geschnallt. Während im Snare Tap ein kleines Snare-Segment eingebaut ist, verfügt das Jingle Tap über vier integrierte Jingle-Pärchen. Die flachen Resonanzgehäuse lassen sich mit den Fingern anspielen und entwickeln wood-crisp Sounds bzw. prägnante Jingle-Beats.

Motion Shaker: Unterstützt von einem Halbrundprofil plus Gummizugband trägt sich das federleichte Motion-Modell wie ein Fingerring und dient als Passiv-Shaker, der beim Spielen ganz einfach „mitläuft“ und dabei crisp-perlige Sounds produziert. Der Shaker reagiert sensibel auf jede Handbewegung und nennt sich daher nicht umsonst „Motion Shaker“.Meinl Cajon Add-On

Cajon Ring Castanet: Flugs mittels Stretchband über den Finger gezogen, agiert die kleine Holzkastagnette mit kontrollierten Single-Claps.Meinl Cajon Add-On

Foot Tambourines & Cajon Foot Castagnet: Das Foot Tambourine sowie das schmalere Compact Foot Tambourine können mittels Stretchband im Handumdrehen über den vorderen Bereich des Schuhs gestülpt werden. Bei jedem Fußwippen reagieren die Jingles mit feinsilbrigen Schellenklängen. Ebenso praktisch in der Handhabung auch die Cajon Foot Castagnet. Die Kunststoffschalen erzeugen akzentstarke „Flam- Claps“, die dem Cajon-Spiel lebendige Groove-Adds schenken.Meinl Cajon Add-On

Internet: meinlpercussion.de

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