Produkt: Sticks 09-10/2019
Sticks 09-10/2019
FREDERIC MICHEL – Modern Pop Drummer +++ YOUTUBE-STARS: Sina Drums; COOP3RDRUMM3R +++ Rockin‘ 1000 +++ Studium an der POPAKADEMIE +++ ZULTAN Heritage Cymbals +++ PEARL Masters Maple/Gum Drums +++ ROGERS Dyna-Sonic Wood Snaredrums
Nicht nur für Jazzer...

DrumCraft DC 8 Maple Limited Jazz Kit im Test

Die DC8-Serie ist das Flagschiff von Drumcraft und mit Kesseln aus Ahorn sowie Birke erhältlich. Nun hat man eine auf 50 Stück limitierte Auflage eines Jazz Kit mit Sondergrößen in Natural Maple aufgelegt. Nur für Jazzer? Da steckt doch mehr drin!

Drumset
(Bild: Archiv)

Das DrumCraft Serie 8 Jazz Kit nicht nur optisch eine Augenweide. Das Jazz-Kit eignet sich sowohl im traditionellen als auch im akustischen Kontext. Was das Jazz-Kit kann und wie es klingt, erfahrt ihr in unserem Videotest des DrumCraft Serie 8 Jazz Kits.

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Konzept

Wer sagt denn, das kleine Jazz-Kits immer traditionell und vintage sein müssen? Eben, niemand. Ist doch schön, dass man sich bei Drumcraft moderner gibt. Hier haben wir ein jedenfalls ein Set, mit dem man sowohl traditionellen Jazz spielen kann, als auch im akustischen Kontext – z. B. bei Kneipen- und Club-Gigs oder auch im Studio – Pop und R&B, zudem lässt sich auch Moderneres wie HipHop zelebrieren. Und auch talentierte junge Kids können mit einem solchen Kit in kindgerechten Aufbauhöhen mit einem klasse Sound musizieren. In letzterer Anwendung mag das ein etwas teures Vergnügen sein, aber richtige Talente brauchen auch richtige Instrumente und keine Spielzeuge! Insofern steckt also in diesem Kit eine Menge Potenzial.

Konstruktion & Verarbeitung

Die Konstruktion hat sich seit unserem ersten Test der DC8 Maple Serie in STICKS 10:2009 nicht verändert. Die Verarbeitung der Kessel ist ausgezeichnet, mit Toleranzen im Durchmesser von gerade mal einem Millimeter. Überzeugend sind die sauber platzierten und ordentlich geschnittenen Gratungen, so dass einem problemlosen Einstimmen und einer schnellen, direkten Ansprache der Trommeln nichts im Wege steht. Die Auflagekanten sind recht spitz gehalten. Das Snarebed ist auf beiden Seiten sorgfältig platziert und ca. 2,5 mm tief gesetzt. Eine fein geschliffene Innenseite und ein Seidenmatt-Finish auf der Außenseite runden das ausgezeichnete Bild der Holzverarbeitung ab.

Fussmaschine
(Bild: Archiv)

Unaufdringliche Eleganz verleiht dem Set die „Satin Finish“-Hardware, deren Optik maßgeblich von den modern gestylten Böckchen geprägt wird. Diese sind gummiunterlegt am Kessel verschraubt. Zu den modernen Hardware-Aspekten zu zählen sind die Nickel Drumworks Snareteppich-Abhebung, der Zero Gravity Mount (das Tom hängt an zwei Punkten an den Spannschrauben, an zwei weiteren am unteren Teil der Spannböckchen) und der Bassdrum-Riser, der diese um ca. 6 cm anhebt.

Hardware Serie 8.0

Die in Taiwan gefertigte Hardware der Serie 8.0 überzeugt durch sehr gute Verarbeitung und in allen Belangen einwandfreie Funktion. Der massive Look und die Standfestigkeit werden hier nicht durch hohes Gewicht erkauft, was sich beim Transport natürlich positiv bemerkbar macht. Ein Highlight ist der Snaredrum-Ständer mit Schwenkgelenken in den Korbenden, so dass alle Snaredrums von 10″ bis 15″ Durchmesser problemlos montiert werden können.

Oben-Draufsicht
(Bild: Archiv)

Sounds

In hoher Stimmung bekommt man sofort diesen offen, singenden Ton bei Tom und Floor-Tom hin, der für akustischen Jazz so prima geeignet ist. Der dünne Kessel bietet dabei auch eine schöne Wärme im Sustain, doch sind es die hohe Transparenz und der etwas knackige Attack, die hier eine moderne Note markieren. Die Snaredrum ist in offener, hoher Stimmung crisp im Attack und trotz leichtem Singen kompakt im Sustain. Damit könnte man auch locker R&B, Funk oder HipHop spielen. Wer es traditioneller und wirklich jazzy mag, sollte das werkseitige CS Snare Schlagfell gegen z. B. ein Fiberskyn Ambassador tauschen. Die Bassdrum ist das konventionellste Instrument mit einem schönen, relativ weichen Attack und sattem Sustain bei leichter Spielweise. Geht man etwas kräftiger zur Sache, wird der Attack prägnanter, das Sustain etwas kürzer, doch es gibt auch noch respektablen Bass zu hören – für eine 18″ x 14″ Bassdrum ungewohnt satt.

Bassdrum: Bei geschlossenem Resonanzfell sanfter, doch deutlicher Attack und warmes, kontrolliertes Sustain; mit ventiliertem Resonanzfell gewinnt der Attack etwas an Punch und Präsenz, das Sustain wird kürzer, es entsteht mehr Druck aus den Tiefmitten.

Floor-Tom: prägnanter, warmer Attack; Sustain tief und transparent .

Tom: knackig, präsent im Attack, schnelle und direkte Ansprache; sauberes, eher helles Sustain.

Snaredrum: crisper Attack; helles, leicht singendes Sustain, sehr direkte Ansprache des Snareteppichs; gute Dynamik von sehr leise bis knackig forsch.

 

Fazit

Das Drumcraft DC8 Maple Limited Jazz Kit ist nicht nur optisch eine Augenweide, es kann auch klanglich durchaus Akzente setzen. Die haben in hoher Stimmung eindeutig mit Jazz zu tun, aber erfreulicherweise nicht nur mit Vintage-Sounds. Die Sondergrößen führen zu knackigeren, crisperen Sounds der Snaredrum, und guter, markanter Präsenz des Toms. So kann dieses Kit durch entsprechendes Tuning viel mehr als nur Jazz – Pluspunkt! Die Materialien sind hochwertig, die Verarbeitung zeigt hohes Niveau. Insofern ist der Preis für dieses spezielle Drumset durchaus gerecht – fertigt und markiert natürlich auch, dass es sich hier um ein professionelles Instrument handelt.

Produkt: Sticks 05-06/2019
Sticks 05-06/2019
Interviews: BEN GORDON – Breakdowns & Double-Kicks des Parkway Drivers +++ MIGUEL LAMAS – Acoustic Electronic Jazz Fusion +++ Test: MAPEX BLACK PANTHER Design Lab Versatus Drums

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