Produkt: Sticks 09-10/2019
Sticks 09-10/2019
FREDERIC MICHEL – Modern Pop Drummer +++ YOUTUBE-STARS: Sina Drums; COOP3RDRUMM3R +++ Rockin‘ 1000 +++ Studium an der POPAKADEMIE +++ ZULTAN Heritage Cymbals +++ PEARL Masters Maple/Gum Drums +++ ROGERS Dyna-Sonic Wood Snaredrums

DrumCraft DC7 Drums im Test

Swirl Finishes und Wackel-Bildchen haben einen faszinierenden optischen Effekt und üben einen magischen Reiz aus. Seit den Siebzigerjahren gibt es diese Technik, und sie taucht auch immer mal wieder im Schlagzeugbau auf. Drumcraft hat sich entschieden, diesen Effekt für eine neue Drum-Serie zu nutzen: Vorhang auf für die DC7 Drums.

Drumkit
(Bild: Archiv)

Die Drumcraft DC7 Drums kommen im faszinierenden Liquid Lava Swirl Finish daher. Seit den Siebzigerjahren gibt es diese Technik, und sie taucht auch immer mal wieder im Schlagzeugbau auf. Drumcraft hat sich entschieden, diesen Effekt für eine neue Drum-Serie zu nutzen. Und wie die DC7 Drums damit klingen, erfahrt ihr in unserem Videotest!

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Specs

Die Basis für die Drums der DC7-Serie bilden die Kessel der Drumcraft DC8-Serie; hier stehen also dünne Kessel aus Ahorn oder Birke zur Auswahl. Einige vorkonfigurierte Sets und eine gute Anzahl an Einzeltrommeln sind im Angebot, und dabei gibt es auch interessante Größen wie beispielsweise Bassdrums in 20″ Tiefe und zwei Gong Drums. Bei den Finishes beschränkt man sich auf zwei Farben: das weiße „Liquid Chrome“ mit „Satin Chrome“ Kessel-Hardware und „Liquid Lava“ mit „Black Nickel“ Kessel-Hardware. Zum Praxistest wurde uns eine „Rock“-Konfiguration mit 22″ x 20″ Bassdrum, 12″ x 9″ Tom, 14″ x 12″ und 16″ x 14″ Floor-Tom sowie 14″ x 6,5″ Snaredrum in „Liquid Lava“-Finish zur Verfügung gestellt.

Finish

Die Technik hinter dem 3D-Effekt des Swirl-Finish nennt sich LinsenrasterBild (siehe Kasten), und im Falle der beliebten Wackel-Bildchen sind diese in der Regel relativ dick und starr. Umso erstaunlicher ist es, dass die Folie der Drumcraft DC7 Drums sehr dünn ist und dennoch den kräftigen 3DEffekt macht. Für die Schlagzeugtechnik ist es natürlich auch prima, denn der klangliche Einfluss der Folie auf den von den DC8-Kesseln bekannten Sound ist nahezu Null. Die Folien haben einen recht breiten Überlappungsbereich von ca. 5 cm und tragen hier kaum auf. Alle Folien liegen sauber flächig an den Kesseln an, und zu den Kesselrändern hin sind ca. 5 mm freigelassen. Die Felle haben also keinerlei Kontakt zur Folie.

Die kräftigen Muster des roten Finishes kommen natürlich unter Bühnenlicht besonders gut zur Geltung, und wer sich um das Set herum bewegt, hat den Eindruck, dass sich das Finish auf der Kesselwand bewegt und fließt – wie z. B. Lava. Insofern ist der Name durchaus stimmig. Noch etwas der Vollständigkeit halber: Je nach Blickwinkel erscheint die Folie in etwas „staubigem“ Rotgrau, was in der Natur der Sache sowie am Einfall/Ausfallwinkel des Lichts liegt. Bei pulsierendem und/oder bewegtem Show-Licht tritt dieser Eindruck nicht auf. Und wenn man seine Position nur um eine Winzigkeit ändert, verändert sich auch der optische Eindruck des Finishes. Also: Immer schön in Bewegung bleiben.

Konstruktion/Verarbeitung

Die Konstruktionsprinzipien für die Kessel der DC7 Drums sind mit denen der Serie DC8 identisch. Für die Kessel der Toms/Floor-Toms, Bassdrums und Snaredrums werden unterschiedliche Lagenzahlen verbaut und damit auch verschiedene Wandstärken erreicht. Der Hersteller legt den Fokus insgesamt auf eher dünne Ahornkessel, was sich auch am Beispiel der Snaredrum zeigt: Diese ist bei acht Lagen „nur“ 6 mm stark. Die Qualität der Holzverarbeitung ist prima, alle technischen Belange sind ausgezeichnet gelöst. So liegt die Toleranz im Durchmesser der Kessel bei wenig über einem Millimeter, und auch, was die Wandstärken angeht, erreicht man konstante Werte.

Holzkessel
(Bild: Archiv)

Die spitz ausgeführten Gratungen sind so geschnitten, dass sich eine plane Auflagefläche bietet. Diese ist bei der Bassdrum, den Toms und Floor-Toms auf der zweiten Holzlage platziert, bei der Snaredrum geht man etwas weiter nach innen. Somit setzt man auch hier auf den bekannten Standard, den wir schon im Test der DC8 Drums festgestellt haben (siehe STICKS 10:2009). Das Snarebed ist etwas weiter gestaltet, bietet aber wie gewohnt einen recht sanften Verlauf auf den ca. 2,5 mm tief gesetzten Nutzbereich, und auch die Auflagekante verbreitert sich hier wieder auf etwa die Hälfte der Wandstärke.

Kessel-Hardware

Das „Black Nickel“-Finish bei allen HardwareKomponenten ist hochglänzend ausgeführt und von ausgezeichneter Qualität. Feine Oberflächen ohne Makel sind doch einfach eine schöne Sache. Gut laufende Stimmschrauben, der Zero-Gravity-Mount als alternative Tom-Aufhängung, solide Spannreifen, Memory-Klammern für den Tom-Halter und die Floor-Tom-Beine, funktionale Bassdrum-Spitzen und eine hochwertige Snareteppich-Abhebung aus dem Hause Nickel Drumworks ergeben hier ein stimmiges Bild solider Qualität.

Sounds

Anlass zur Freude gibt natürlich die Basisausstattung mit hochwertigen Remo-Fellen, besonders die Snaredrum profitiert vom „CS Snare“-Schlagfell. Grundsätzlich kann man mit diesem Set in seiner fellmäßigen Basisausstattung sofort losrocken und muss keinerlei zusätzliche Investitionen tätigen. Die Fellauswahl ist stimmig und bringt den Grundsound der DC7 Drums auf den Punkt. Der Fokus liegt dank der dünnen Ahornkessel im Sustain etwas stärker in den Tiefmitten, was für den recht satten und warmen Klangcharakter sorgt.

Trotz der Klangtiefe und Wärme ist das Ganze allerdings noch sehr transparent, eben typisch für den Maple-Kessel. Auch der Attack bietet eine gute Mischung aus Punch und Klarheit. Die Toms sind allerdings etwas fetter im Attack, als man das von einem Maple-Kessel erwarten mag; das liegt an den dünnen Kesseln und am Verzicht auf z. B. Verstärkungsringe an den Rändern. Die Snaredrum profitiert von ihrem etwas dickeren Kessel, und einige Präsenzen und diverse Obertöne kommen sehr gut zur Geltung. Sie ist passenderweise etwas knackiger im Klangverhalten. Das Set lässt sich klanglich innerhalb dieser Vorgaben recht variabel gestalten.

Ein harter knalliger Metal-Sound ist nicht unbedingt der Hauptfokus für das Set, hier geht es doch schon eher um etwas wärmere, sattere Maple-Sounds, die sich für Classic Rock eignen bzw. eine immense Bandbreite an für Popmusik kompatible Sounds zu bieten haben. Bleibt noch zu erwähnen, dass Ansprache und Resonanzverhalten der Drums auch bei recht gerin – ger Dynamikstufe sehr direkt wirken und sofort eine gute Klangfülle erzielt wird.

Profil

Fazit

Mit zwei neuen Folien-Finishes präsentiert uns Drumcraft die Drums der DC7-Serie und grenzt diese damit von den lackierten Drums der DC8- Serie ab. Allerdings sind die Kessel der DC7 Drums mit den Kesseln der DC8-Serie identisch. Klanglich ist unser DC7-Testset einfach klasse, was natürlich durch die Basisausstattung mit hochwertigen Remo-Fellen Made in USA bedingt ist. Zudem sorgt die gute Verarbeitung ebenfalls dafür, dass aus den recht dünnen Kesseln ein satter, warmer und transparenter Sound herauszuholen ist, mit dem eine große Bandbreite kompatibler Pop-Sounds, aber auch klassische Rock- und Hardrock-Sounds bedient werden können. Das Finish ist ein echter Showstopper mit einem prima 3D-Effekt.

Erfreulicherweise ist die gut verarbeitete Folie auch noch sehr dünn und trägt nicht stark auf, so dass das von den DC8 Drums bekannte Klangverhalten nicht beeinflusst wird. Wer so eine starke optische Präsenz mag, der ist gut beraten, ein DC7 Drumset einmal anzuspielen und sich von den klanglichen Qualitäten zu überzeugen. Eine Kaufentscheidung dürfte dann recht leicht fallen, zumal der Preis wirklich attraktiv ist.

 

LINSENRASTER-BILD

Entdeckt wurde das Phänomen der Linsenrastertechnik Anfang 1900 vom Engländer F.E. Ives, der seine Endeckung auch zum Patent anmeldete. Um 1970 entwickelte der Chinese Ken C. Law die wichtigen Grundlagen für die 3D-Parallaxen-Fotografie.Der Amerikaner Dr. Jerry Nims und der Vietnamese Allen Kowk Wah Lo entwickelten auf diesen Grundlagen und Patenten die NIMSLO-Kamera. Diese nimmt ein Objekt aus unterschiedlichen Perspektiven auf, dabei darf aber die Kamera die horizontale Ebene nicht verlassen.

Die Fotos bilden die Grundlage für den Linsenrastereffekt: Sie werden in Streifen geschnitten, und darüber wird eine Folie mit Prismen- oder Zylinderlinsen aufgebracht – fertig ist der Spaß! Erst in den 1980er-Jahren entdeckte die Werbeindustrie das Linsenrasterbild für sich, und die „Wackel-Bilder“, die meist „nur“ zwei verschiedene Bilder je nach Betrachtungswinkel zeigten, wurden weltberühmt. In der Folge nutzten dann auch Künstler dieses Medium und den 3D-Effekt – und eben auch verschiedene Schlagzeughersteller

Produkt: Sticks 07-08/2019
Sticks 07-08/2019
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