Fruchtig-frisch und ökologisch

DW Eco-X Project Drumset im Test

Die neuste Kreation aus dem Hause DW im Rahmen des ECO-X Projects hat etwas mit einer beliebten Südfrucht zu tun: ein Außenfurnier aus Bananenholz! Das gibt einerseits Anlass für merkwürdige Scherze, weckt allerdings auch Interesse in Sachen Klang und Umweltbewusstsein.

Drumset
(Bild: Archiv)

Das DW Eco-X Project Drumset besticht optisch durch eine braun bis sandfarben wechselnde Maserung. Gepaart mit dem Satin Oil Finish und der subtil-eleganten, goldgelb gefärbten Optik der Nickel-Hardware steht hier ein echtes Schmuckstück. Ob aber auch der Sound und nicht nur die Optik hier überzeugen kann, zeigt dir unser Videotest des DW Eco-X Project Drumsets.

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Konstruktion & Verarbeitung

Die Basis für den Fünfteiler bleibt der Hybrid – kessel mit Innen- und Außenfurnieren aus Bambus sowie einem Kern aus Birke. Zusätzlich wurde ein äußeres Furnier aus Bananenholz aufgebracht. Hier handelt es sich tatsächlich um Furniere, die aus dem Stammholz geschnitten werden, und nicht etwa um die Blätter der Stauden, verpresste Holzabfälle oder ähnlich abstruse Dinge, die im Blätterwald rauschen und in Internet-Foren behauptet werden. Und ja, die Furniere sind nicht krumm wie Bananen und legen sich von selbst ins Kesselrund. Soweit zu eventuell aufkommenden Witzen und sonstigem Unsinn.

Das Bananenholz-Furnier zeigt eine horizontal zur Kesselsäule verlaufende Maserung, während der Bambus/Birke-Hybridkessel ansonsten wie in der Ursprungsversion des ECO-X-Kessels mit der „X-Shell Technology“ von DW, also mit teils diagonal gekreuzten Lagen gefertigt wird. Ein Satin Oil Finish schützt die Oberflächen, die Innenseite der Snaredrum ist für etwas stärker betonten Attack und Projektion allerdings satt mit Klarlack versehen. Die Verarbeitungsqualität ist ausgezeichnet, was man in dieser Premiumklasse von DW wohl erwarten darf. So sind planparallel gesetzte Gratungen mit 45-Grad-Innenabschrägung der Toms (30 Grad für Snaredrum und Bassdrum) sowie exakten, spitzen Auflagekanten, Toleranzen im Kesseldurchmesser von weniger als einem Millimeter und konstante Wandstärken die Merkmale höchster Qualität.

Closeup
(Bild: Archiv)

Durch die zusätzliche Lage aus Bananenholz wachsen die Wandstärken insgesamt um ca. 0,4 mm an; die Toms verfügen also über insgesamt neun Lagen und sind ca. 6 mm stark. Der Bassdrum- und Snaredrum-Kessel besteht folglich aus 11 Lagen und bringt es auf ca. 7 mm Wandstärke. Die Auflagekante der Gratung verschiebt sich durch die zusätzliche Außenlage etwas nach innen auf die dritte/vierte Lage. Das Snarebed ist ca. 2,5 mm tief gestaltet und bietet einen sanften Verlauf, im Nutzbereich wird die Auflagekante der Gratung flach und nimmt fast die gesamte Breite der Kesselwand ein – klassischer American Vintage Style.

Einen subtilen eleganten Touch verleiht dem Set die vernickelte Hardware mit ihrer leicht goldgelblich glänzende Färbung. Was die Ausstattung angeht, so setzt man auf die bewährten funktionalen Komponenten „STM Mount“ (Tom-Halterung), Feingewindestimmschrauben und die „Magnetic“ Snareteppich-Abhebung mit Drei-Positionen-Schaltung. Zu erwähnen sind dann noch die Ausstattung mit den „True Hoops“ – Spannreifen mit stärker verrundeter Auftreffkante – sowie die schon vor einiger Zeit neu konstruierten Rosetten für Tom-Halter und Floor-Tom-Beine. Bei Letzteren schiebt die Flügelschraube nun einen speziell geformten Block gegen den L-Arme, so dass dieser Block und die Aufnahme nun eine höhere Formschlüssigkeit bei der Klemmung des L-Arms erzielen.

Sound

Der ursprüngliche DW ECO-X-Project-Kessel kombiniert die hellen Obertöne und die hohe Transparenz von Bambus mit dem Punch und der Wärme von Birke, was zu einem extrem tiefen, warmen Sustain und doch transparentem Bassbereich sowie auch einem sehr prägnanten und klaren Attack führt. Die mit diagonaler Maserungsrichtung kreuzverleimten Lagen der „X-Shell Technology“ stützen diesen Charakter zusätzlich. Die Außenlage aus Bananenholz ist hier wohl eher eine kosmetische Sache, denn dieser Lage hörbar klangformende Aspekte zuzuschreiben, wäre wohl etwas gewagt. Möglicherweise kann man unter Laborbedingungen eine etwas softeren Punch feststellen, aber da ist schon ein minimaler Dreh an den Stimmschrauben bedeutender als dieser Klangaspekt. Freuen wir uns also an der Optik – und gegebenenfalls an den Witzen der Mitmusikanten – die schnell verstummen, wenn wir das Set anspielen.

Die Bassdrum verfügt ab Werk jetzt über ein zweiteiliges Dämpfungskissen, und mit der werkseitigen Fellkombination ließ sich bei tiefer Stimmung ein ultra-tiefes Sustain entwickeln, das mit leicht pumpendem Punch im Attack durchaus Assoziationen zu einem geschickt eingesetztem Compressor-Effekt nahelegt. Dieser druckvolle Klang lässt sich übrigens für die produzierten Sounds moderner Pop-Styles bis hin zu klassischen Heavy-Rock-Sounds durch kleinere Varianten in der Stimmung passend gestalten. Dabei ist es der echt fette, doch immer transparente Klang, der hier eine eigene Note markiert. Die Toms bieten den charakteristischen DW-Attack aus sattem und präsentem Punch sowie ein kontrolliertes Sustain mit sauberem Ausblenden in einer recht langen und tief klingende Ausschwingphase.

Hier werden allerdings die tiefen Frequenzanteile ganz anders betont, als es z. B. bei den DW Collector’s Drums der Fall ist. Bemerkenswert ist die äußerst direkte Ansprache und dass der Dynamik nach oben hin anscheinend keine Grenze gesetzt ist. Selbst eine harte Spielweise führt bei den Toms erst sehr spät zu einer Art Kompression, was bedeutet, dass sich mit permanenter Steigerung der Anschlagstärke vielfältige Klangnuancen mit einem Zuwachs in den Obertönen und im Bassbereich erzielen lassen. Gerade ein Crescendo lässt sich so vom tiefen Grollen bis zu kernigen Attacks über druckvollem Bass aufbauen.

Die Snaredrum liefert durch die lackierte Innenseite in erster Linie einen etwas knackigeren Attack-Sound. Hinzu kommt ein transparenter Bass/Tiefmitten-Bereich. Somit steht hier grundsätzlich ein klarer Kontrast zur satten Bassdrum/Tom-Klangcharakteristik zur Verfügung. Die Snareteppich-Ansprache ist trotz des zur Befestigung verwendeten, etwas starren Plastikbands einwandfrei, sie lässt sich jedoch mit einem Gewebeband oder Schnur als Befestigung des Snareteppichs noch optimieren. Ihre Stärken liegen bei eher knackigen Sounds, und bemerkenswert sind bei offener Stimmung die sehr sauber im Sustain ausklingenden und trotz hoher Präsenz niemals überbetont oder scharf klingenden Obertöne. Mit stärker vorgedämpften Schlagfellen und/oder etwas mehr Dämpfung lassen sich auch trockene und wuchtige Sounds generieren, die sich wunderbar für eine große Bandbreite an Popmusik-Styles einsetzen lassen – nicht zuletzt auch auf Grund der tollen Dynamik des Instruments.

Fazit

Innovativ und mutig ist man bei DW und lässt auch die Witzchen über Bananen sanft an sich abperlen. Nein, das Set ist nicht gelb, sondern besticht durch eine braun bis sandfarben wechselnde Maserung. Gepaart mit dem Satin Oil Finish und der subtil-eleganten, goldgelb gefärbten Optik der Nickel-Hardware steht hier ein echtes Schmuckstück. Markant für die DW ECO-X Drums ist der Sound, der hier zwei verschiedene Klangwelten mit einander verbindet: einen präsenten Attack mit sehr guter Projektion und ein ultratiefes, doch stets transparentes Sustain. Dabei spielt das Außenfurnier aus Bananenholz nur eine marginale Rolle, denn diesen speziellen Sound erreicht DW durch die Sandwichkonstruktion aus Birke und Bambus im „X-Shell Technology“-Fertigungsverfahren – und natürlich durch die exzellente Verarbeitung.

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