Istanbul Cymbals im Test

Istanbul Agop Joey Waronker Signature Cymbals

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Das elegante und musikdienliche Schlagzeugspiel von Joey Waronker besticht mit viel Finesse, und auch sein Hang zu erlesenen Sounds macht seinen besonderen Stil aus. Entsprechend gespannt sind wir auf die Qualitäten seiner neuen Istanbul Agop Signature Hi-Hat – und nutzen die Gelegenheit, auch sein 24″ Signature Ride noch einmal vorzustellen.

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Joey Waronker ist ein geschätzter Musiker und Komponist. Seine Zusammenarbeit mit Beck und R.E.M. rückte ihn den Fokus der Szene, und seine Credit-Liste als LA-SessionDrummer ist so umfangreich wie interessant: Hier findet man illustere Namen wie Paul McCartney, Johnny Cash, Yoko Ono, Pink, Norah Jones, die Smashing Pumpkins, Gnarls Barkley und Rufus Wainwirght und … und … und … Zu hören ist Joey Waronker auch bei TV-Serien und Dokumentationen von AMC oder auf FOX-Sports und in FilmSoundtracks wie z. B. „About A Boy“, „Collateral“ und „Dawn Of The Dead“. Und dann sind da ja noch Projekte mit Brandon Flowers von The Killers, mit Atoms For Peace (mit Flea von den Chili Peppers, Radioheads Thom Yorke und Produzent Nigel Godrich) sowie die eigene, experimentelle Band Ultraista. Musikalisch bedient er also eine ziemliche Bandbreite mit seinem eignen Stil – und eigenen Signature- Instrumenten und -Sounds.

KONSTRUKTION
Die Istanbul Agop Joey Waronker Signature Cymbals werden aus individuellen Guss-Rohlingen aus B20-Bronze hergestellt. In manuellen Schritten werden die Cymbals geformt, abgedreht und gehämmert. Sie besitzen eine klas – sische, seidig glänzende Optik und sind makellos verarbeitet. Alle Kanten sind geschmeidig, und die Balance der Cymbals ist perfekt. Die Joey Waronker Hi-Hat-Cymbals liegen mit ca. 1.240g für das Bottom-Cymbal und ca. 890g für das Top-Cymbal in einer Medium-Kategorie. Top und Bottom bieten beide ein eher flaches Profil mit nur leichtem Bogen. Die Kuppen sind nicht zu hoch aufragend, also ergibt sich eine recht klassische Geometrie.

Ein sehr feines, nicht allzu tiefes Abdrehmuster ist vollflächig auf Vorder- wie Rückseite aufgebracht. Während die Hämmerung auf dem Top-Cymbal äußerst dezent ist, fällt sie beim Bottom-Cymbal etwas stärker aus. Auf dem Profil lassen sich erstaunlich gleichmäßige, konzentrische Kreise von etwas tiefer gesetzten Hammereinschlägen erkennen. Das 24″ Joey Waronker Signature Ride-Cymbal bringt ca. 3.120g auf die Waage, bei seiner Größe könnte man es noch als „Medium-Heavy“ bezeichnen. Auch hier findet sich wieder das sehr feine, vollflächig aufgebrachte Abdrehmuster. Die Hämmerung ist sehr dezent ausgeführt, doch es gibt vereinzelte größere und einen Ticken tiefer gesetzte Einschläge. Die Größe der Kuppe entspricht eigentlich der eines 20″ Cymbals und wirkt daher recht klein. Das Profil ist sehr flach gehalten, und dennoch besitzt das Cymbal eine gute Vorspannung und ist mechanisch nicht zu extrem flexibel.

DIE SOUNDS
Prinzipiell sind beide Cymbals eher auf das relaxte Spiel zugeschnitten, wenngleich man sich auch nicht unbedingt zurückhalten muss. Die 14″ Joey Waronker Signature Hi-Hat liefert, geschlossen angespielt, einen kurzen AttackSound, der sowohl einige satte Klanganteile bietet wie auch feine Obertöne besitzt. Die Artikulation ist also exzellent und präzise, gleichzeitig auch elegant, da trotz aller Präsenz erfreulich unaufdringlich. Das Sustain ist kompakt, angenehm warm klingend und nicht zu trocken oder dunkel angelegt. Alles in allem ein Sound, der sich gut in viele musikalische Situationen vom eher akustischem Charakter bis hin zu modernen, von Electronics geprägten Klangbildern integrieren lässt. Für genug Drive lässt sich schließlich noch die Stockschulter einsetzen, die auch für genügend Druck bei Aufziehern sorgt. Auch bei forcierter Spielweise bleibt die Hi-Hat dann im Klangbild sehr clean. Der Chick-Sound beim Zutreten ist ebenfalls kompakt und satt, dazu liefert der Attack hier einen gewissen hellen Obertonbereich, so dass auch hier die gewisse subtile Präsenz gegeben ist.

Bemerkenswert am großen 24″ Joey Waronker Signature Ride-Cymbal ist der fein schimmernde Attack, der sowohl auf dem Profil als auch auf der Kuppe an – gespielt entsteht, in Verbindung mit dem fast endlos erscheinenden Sustain. Auf dem Profil angespielt, entsteht direkt nach dem Attack ein recht breites Grundrauschen, das mit breitem Crash-Charakter aufschwingt, dann aber schnell in eine Modulation einschwingt. Die nimmt einen guten Teil des feinen Obertonschimmers mit, zusätzlich wird auch ein gewisser grollender und dunkler Farbton ausgebildet. Langsame Patterns oder Einzelnoten als Akzente können selbst auf sehr leisem Niveau gespielt eine gute Klangfülle anbieten. Trotz des breiten, schwebenden Sustains bleiben bei etwas flotteren oder geschäftigeren Patterns die Anschläge sauber erkennbar. Die Kuppe bietet den erwähnten hellen Obertonschimmer und klingt sehr glockig wie auch genau um den gewissen Grad schmutzig im Sustain. Sie wirkt zwar recht laut, ist aber auch klanglich schlank genug, um mit den Sounds des Cymbal-Profils sehr gut zusammenzuspielen.

FAZIT
Diese bemerkenswert interessanten Cymbals komplementieren das Schlagzeugspiel im Style von Joey Waronker klanglich exzellent. Die 14″ Hi-Hat klingt und spielt sich auch im brandneuen Zustand schon wie eine gut eingespielte und gepflegte VintageHi-Hat. Sie besitzt eine tolle Artikulation mit schmatzendem Attack und ist dabei unaufdringlich und doch präsent. Das 24″ Ride-Cymbal ist mit seinem stark aufbauenden, fast Crash-ähnlichen Charakter nach dem Attack klanglich noch etwas spezieller. Doch auch bei diesem Cymbal hat man immer die volle Kontrolle über den elegant schimmernden Attack. Unsere Testkandidaten präsentieren sich zudem mit einer guten Fertigungsqualität sowie einer zum individuellen Klangcharakter passenden Vintage-Optik.

 

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