Produkt: Sticks 09-10/2019
Sticks 09-10/2019
FREDERIC MICHEL – Modern Pop Drummer +++ YOUTUBE-STARS: Sina Drums; COOP3RDRUMM3R +++ Rockin‘ 1000 +++ Studium an der POPAKADEMIE +++ ZULTAN Heritage Cymbals +++ PEARL Masters Maple/Gum Drums +++ ROGERS Dyna-Sonic Wood Snaredrums
Wie alles begann

Ludwig Drums: Die Geschichte der Supraphonic Snares

ludwig-supraphonic

Ludwig Drums baute bereits 1911 die erste Metallkessel-Snaredrum. Sie hatte optisch noch wenig mit den „Supraphonic“-Snaredrums gemein, war allerdings schon mit separaten Stimmböckchen für ein unabhängiges Stimmen von Schlag- und Resonanzfell ausgestattet.

Anzeige

In den 20er-Jahren entstanden die ersten Messingkessel, die eine mittige Sicke aufwiesen und somit den „Supra-Phonics“ schon näher kamen. Diese Modelle besitzen zweiteilige Kessel! Die beiden Teile sind zwar nahtlos gezogen, aber an der Sicke verlötet. Die Kessel der Luxusmodelle wurden aufwendig graviert. TubeLugs und zweifach geflanschte Spannreifen mit Clips für die Stimmschrauben bestimmten die Optik, und das besondere „Black Nickel Finish“ gab diesen noch heute sehr begehrten Trommeln aus der Zeit von etwa 1925 bis 1935 den Spitznamen „Black Beauty“. Der offizielle Name: „Ornamental Model“.

1936 wird Ludwig ein Patent für ein Stimmböckchen erteilt, das die noch heute gebräuchliche Form des „Imperial Lug“ zeigt, wenn auch das Innenleben im Laufe der Jahre überarbeitet wurde. Im „Silver Aniversary“-Katalog von 1936 ist dann auch zum ersten Mal eine verchromte Ludwig Snaredrum zu sehen, die alle Zutaten einer „Supraphonic“ aufweist. Der Verkauf der Firma an C.G. Conn Ltd. führt für eine lange Zeit nicht zu wesentlichen Neuerungen in Sachen Snaredrums. Erst 1955, nach dem Rückkauf, beginnt die Ära der Ludwig Drums Company.

Von den 50er-Jahren bis Anfang der 60er-Jahre an wurden alle Ludwig Snaredrum-Metallkessel aus Messing gefertigt. Sie sind einteilig, nahtlos gezogen und verchromt. Ludwig gibt an, erstmals etwa 1963 Aluminium-Kessel hergestellt zu haben. Dabei war es die Zielsetzung, ein preiswertes „Student Model“ zu bauen und die „Acrolite“-Snaredrum war geboren. Da sich Aluminium sehr gut nahtlos in Form ziehen und nach dem Verzinken auch verchromen ließ, baute man aus diesem Kessel dann auch „Supraphonic“ Snaredrums. Insofern gibt es eine gewisse Übergangsphase (bis ca. Anfang 1965), bis dann die Fertigung der „Chrome over Brass“-Modelle erst einmal eingestellt wurde. Gewisse Qualitätsprobleme z. B. bei der Verchromung lassen sich nicht leugnen – ein Resultat aufgrund eines legendären Auftritts von vier musizierenden Herren aus Liverpool in einer amerikanischen Fernsehshow, was eine immense Nachfrage aus aller Welt nach Ludwig Drums zur Folge hatte, so dass sich für die Firma die Notwendigkeit ergab, sehr schnell wachsen zu müssen.

Aufgrund der extremen Preise für die legendären „Black Beautys“, entschied sich Ludwig Ende der 70er-Jahre, diese als „Supraphonic“- Modelle mit Messing-Kessel und „Black Nickel Finish“ in limitierter Auflage (auch mit gravierten Kesseln) wieder zu fertigen – leicht zu erkennen am „Blue/Olive“-Badge. Etwa 1986/87 wechselte Ludwig dann für die nun regulär ins Programm genommenen „Black Beauty Supraphonics“ von Messing- zu Bronze-Kesseln, ebenfalls im „Black Nickel Finish“, also dem typischen „Black Beauty“-Look (erkennen kann man diese Snaredrums an ihrem großen Krönchen-Logo).

Durch einige für Ludwig Drums turbulente Jahre (u. a. durch den Verkauf an Selmer und den Umzug nach Monroe, North Carolina) dauerte es eine Weile, bis das Snaredrum-Programm wieder halbwegs plausibel strukturiert wurde. So blieb dann endlich das „Black Nickel Finish“ den Messing-Kesseln vorbehalten, die Bronzekessel erstrahlten in goldenem Glanz, und die LM400 und LM402 waren (und sind) die beliebten Snaredrums mit verchromten Aluminium-Kesseln. Und zur Freude aller Fans erlebten die „Supraphonic Chrome over Brass“-Snaredrums mit Messing- Kessel Ende der 90er-Jahre eine Renaissance.

Heute hat man sogar die Wahl zwischen dem klassischen Look mit „Imperial Lugs“ oder „Tube Lugs“ sowie zwischen gehämmertem und glattem Kessel. Natürlich sind auch spezielle Ausstattungen einiger Modelle, z. B. mit Messing-Hardware, Guss-Spannreifen oder der „Millenium“ Snareteppich-Abhebung möglich, und selbstverständlich gibt es auch immer wieder einige „Limited Edition“- Modelle von „Supraphonics“, wie die „The Chief“ mit einem 14″ x 5,5″ (!) Kessel aus Titan von Ron Dunnett oder das „Standard Reissue“-Modell mit vernickeltem und zweiteiligen Messingkessel- Vorbild aus den 20er/30er-Jahren. Allein deshalb schon bleibt die Ludwig-Geschichte weiterhin spannend, und die vielen Veränderungen in der Firmengeschichte führten und führen auch immer wieder zu kuriosen Modellen, die es eigentlich nicht geben dürfte.

Doch was ist denn eigentlich „der Ludwig Supraphonic Sound“? In einem einzigartigen Test haben wir alle erhältlichen Modelle in der Größe 14″ x 6,5″ auf Herz und Nieren einem Vergleichstest unterzogen.

 

Produkt: Sticks 07-08/2019
Sticks 07-08/2019
STEWART COPELAND - Orchester-Rausch! +++ LUIS RIBEIRO (The World of Hans Zimmer) +++ YAMAHA Live Custom Hybrid Oak Drums +++ LP PRO Tambourines +++ K ZILDJIAN Cluster Crash Cymbals

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Das könnte Sie auch interessieren