Meinl Byzance Cymbals im Test

Meinl Byzance Big Apple Dark Ride Cymbals

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Aller guten Dinge sind bekanntlich drei, und mit den 20″ und 24″ Big Apple Dark Ride Cymbals bietet Meinl nun zwei weitere Klangvarianten an. Ein sehr dunkler, transparenter Grundsound und ein dezenter, feiner Attack sind die Zutaten für den jazzigen Charakter des 22″ Ur-Modells. Dieses Klangerlebnis gibt es jetzt einmal als leichtere und einmal als raumgreifende Version.

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KONSTRUKTION
Wie alle Meinl Byzance Cymbals werden auch die neuen „Big Apple Dark Ride“-Versionen in der Türkei von Hand aus B20 Bronze gefertigt und bei Meinl in Deutschland endbearbeitet. Die Optik der Cymbals wird durch das braune Finish und die sehr dichte, äußerst individuell gestaltete Hämmerung bestimmt. Ein Abdrehmuster im klassischen Sinne ist hier nicht vorhanden, lediglich ein paar Spuren durch die Formgebung sind hier extrem weit im Hintergrund auf dem Profil zu erkennen. Das Gewicht beider Modelle ist als „Medium“ kategorisiert, dabei erscheint mir das 24″ ein eher sehr leichtes Medium-Cymbal zu sein. Markant an der Form der „Big Apple“-Cymbals sind auch hier die sehr kleine Kuppe und das relativ flache Profil. Das ist beim 20″ Big Apple Dark Ride von fast linearem Verlauf, das Profil des 24″ Ride beschreibt hingegen einen deutlicheren Bogen. Die Verarbeitung ist absolut gelungen, besonders das 24″ große Cymbal so sauber auszubalancieren ist durchaus eine Kunst.

DIE SOUNDS
Beide Cymbals bieten eine Dynamik, die sehr weit unten ansetzt, entwickeln also auch bei leichten Anschlägen schon ein ordentliches Klangpotential. Trotz der mechanisch recht hohen Flexibilität schwingen sie sich nicht zu einen extremen Rauschen auf, das Sustain bietet zwar ein dunkles, erdiges Grundrauschen, ist allerdings auch erstaunlich transparent. Der Attack liefert einen feinen, elegant dezenten Obertonschimmer, der sich – wie auch schon beim 22″ Modell – im Sustain in dezenter Form fortsetzt. Das ist ein wesentlicher Charakterzug aller Big Apple Ride Cymbals, die sich eben nicht so staubtrocken präsentieren, wie es viele andere, für Jazz prädestinierte Medium Dark Cymbals nun einmal vorgeben. Das 20″ Big Apple Dark Ride wirkt etwas luftiger und dezenter, besonders die schnell gespielten Patterns gewinnen dadurch etwas an Präsenz.

Das 24″ Big Apple Dark Ride schwingt rein mechanisch stärker auf und produziert viel Tiefe und Klangfülle, es bleibt auch bis zu einem gewissen Grad im Sustain erstaunlich präsent. Die Grenze, ab der im Sustain das Grundrauschen zu dominant wird, ist klar erkennbar, und es macht durchaus Spaß, dies durch die Spieldynamik exakt auszuloten. Die klanglichen Stärken liegen bei diesem Cymbal natürlich eher bei soft gespielten und relativ langsamen Figuren, so dass man den vollen, dunklen Klang auch so richtig auskosten kann.

FAZIT
Dem 22″ Big Apple Dark Ride ein 20″ und 24″ zur Seite zu stellen, war eine sehr gute Entscheidung von Meinl. Gerade das luftiger wirkende 20″ Big Apple Dark Ride kann bei schnellen Figuren seine Stärken in Form einer etwas höheren Präsenz des Attacks ausspielen, während das 24″ Big Apple Dark Ride viel breiter und mächtiger wirkt und so bei langsam gespielten Figuren einen raumfüllenden Klang bietet. Trotz dieser feinen Klangunterschiede sind sie allerdings charakteristische „Big Apple“-Cymbals mit feinem Obertonschimmer im Attack und dem für die „Dark“- Modelle sehr dunklen, doch erstaunlich transparenten Sustain. Das definiert einen außergewöhnlichen Sound, den alle Jazz-Liebhaber mal gehört haben sollten.

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