Klang und Optik mit Charakter

Meinl Byzance Vintage Cymbal-Neuheiten 2013 im Test

Die Cymbals der „Byzance Vintage“-Linie von Meinl sind auch klanglich so einzigartig wie ihr Erscheinungsbild. Mit zwei neuen Crash-Cymbals sowie einem geschlitzten und gelochten Trash/Crash erweitert Meinl das Angebot.

Cymbals
(Bild: Archiv)

Meinl präsentiert auch 2013 wieder einige interessante Cymbal-Neuheiten aus den Serien Byzance Vintage und Classics Custom. Wir haben uns die Becken angesehen und gehört. Wie sie klingen, erfährst du in unserem Videotest der Meinl Cymbal-Neuheiten 2013.

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Konstruktion

Gefertigt wird wie bei allen „Byzance“-Cymbals aus klassischer B20-Bronze in überwiegend manuellen Verarbeitungsgängen. Auffällig sind an den Vintage Crash Cymbals natürlich die bei der Oberflächenbearbeitung in Deutschland in der Meinl Cymbal Factory sandgestrahlte Oberfläche sowie ein feines, vollflächiges Abdrehmuster und die recht großen Hammereinschläge auf dem Profil. Beide Cymbals sind sehr dünn gehalten und besitzen flache Profile mit einem nur sehr leichten Bogen. Die Kuppe des 16″ Cymbals fällt eher klein aus, während die des 18″ Cymbals eine durchaus normale Proportion aufweist.

Das Vintage Trash/Crash Cymbal ist ähnlich bearbeitet und geformt wie die Vintage Crash Cymbals, allerdings hat man hier auf die extrem starke Hämmerung auf dem Profil verzichtet, und das Hämmerungsmuster fällt entsprechend dezenter aus. Ungewöhnlich sind die vier ca. 12,5 x 2 cm messenden Schlitze im Profil. Zwischen diesen sind zudem noch vier Löcher mit einem Durchmesser von jeweils ca. 4,5 cm positioniert. Trotz der hohen mechanischen Flexibilität und im Falle des Trash/Crash der zusätzlichen Schlitze und Löcher sind alle Testkandidaten ausgezeichnet ausbalanciert. Alle Kanten sind geschmeidig gestaltet, und die Cymbals liegen auf einer ebenen Fläche sogar plan auf. Die Verarbeitung ist also gelungen ausgeführt.

Cymbal
(Bild: Archiv)

Sound

Die 16″ und 18″ Vintage Crash Cymbals sind klanglich die passende Ergänzung zu den großen 20″ und 22″ „Pfannen“, die Meinl ja schon länger im Angebot hat. Auch die kleinen Brüder verstehen es, mit einem dunklen, warmen Klangcharakter zu überzeugen, besitzen dazu allerdings auch eine gewisse Spritzigkeit im Attack. Der steigt explosionsartig schon bei einem leichten Anschlag an, startet dabei mit tiefen, warmen Frequenzen und addiert erst dann im Anstieg einige heller schimmernde Obertöne, die den besonderen Charakter dieser Cymbals ausmachen.

Es folgt ein gesundes dunkles Rauschen, teils mit einer etwas orientalisch anmutenden Note. Beide Cymbals ergänzen sich sehr gut, das 16″ ist erstaunlicherweise im Attack dunkler, aber auch insgesamt etwas feiner als das 18″ Modell im Gesamtklang. Einen recht ungewöhnlichen FX-Sound bietet das Trash/Crash, das seinem Namen alle Ehre macht. Schon ein lockerer Anschlag bringt einen klatschenden Trash-Sound zu Tage, den man tatsächlich von alten amerikanischen Alu-Mülltonnendeckeln her kennen mag. (Drummer Omar Hakim verwendete ein solches Teil als China-Effekt bei Weather Report.) Nur klingt das Meinl Byzance Trash/Crash dabei viel eleganter in den Obertönen. Ein helles Rauschen, gepaart mit einer schnellen Modulation in den dunklen Frequenzen bildet das Sustain.

Die Grundklangeigenschaften lassen sich in einer guten dynamischen Bandbreite variieren: Schlägt man härter und kurz an, steht der Trash-Faktor im Vordergrund, schneidet man das Cymbal sehr locker am Rand an, so ist das Rauschen vordergründiger und der Gesamtklang gewinnt zudem eine leicht orientalische Gong-Note.

Fazit

Die drei Ergänzungen für die Byzance Vintage Serie passen sehr gut in das Konzept. Die Vintage Crash Cymbals sind die passende Alternative, wenn man nicht den sehr breiten Akzent der 20″ und 22″ Crash Cymbals benötigt, dennoch einen solchen Charakter mit etwas schmalerem Frequenzgang sucht. Gelungen ist auch der FX-Sound des Trash/Crash, der hier nicht versucht, elektronische Sounds zu generieren, sondern Ursprüngliches aus der akustischen Geräuschewelt in eleganter Weise zu bieten weiß. Wenn man für diese Sounds auch etwas tiefer in die Tasche greifen muss, so gehen die Preise in Anbetracht des gehobenen Qualitätsniveaus durchaus in Ordnung.

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