Testbericht

Meinl Cajon Brushes & Bamboo Multi-Sticks

Cajons mit Brushes zu spielen sorgt für neue Sounds und Möglichkeiten rhythmischer Gestaltungen der Groove-Kisten-Beats

Brushes & Multi-Sticks
(Bild: Dieter Stork)

Da kommt die neue „Cajon-Brush & Bamboo Multi-Stick-Collection“ von Meinl gerade recht. Bei den Cajon Brushes sind drei Modelle am Start, die deutliche Unterschiede in der Gestaltung zeigen und auch entsprechend differente Sounds auf den Cajon-Spielflächen provozieren. Grundsätzlich bestehen diese Brushes aus flexiblen Nylonfäden verschiedener Stärken und Bündelungen. Vielversprechend sehen sie aus – mit pechschwarzem Brush-Teil und schneeweißen Griffen. Wir haben die „Classic“-, „Precision“- und „Retractable“-Modelle mal auf den Schlagflächen tanzen lassen.

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RETRACTABLE NYLON BRUSH

Dieses Modell (im Bild 2. von rechts) zeigt eine klassische Bauform, bestehend aus sehr feinen Nylonfäden, die sich zu einem flachen Fächer ausbreiten. Der Griffteil ist steif und liegt wie ein Drumstick in der Hand. Gleichsam dient er als Schutz, denn die feinen Bristles können in die Griffhülse eingeschoben werden. Mit einer Gesamtlänge von etwa 34 cm (davon Griffanteil 18 cm Länge) fühlt sich der Brush ausgewogen und leicht an. Beim Spielen bewirken die biegsamen und flexiblen Nylonfäden ein crisp-feines Klangbild, doch auch starke Backbeats gelingen. Die „Retractable Brushes“ bieten ein schönes Dynamikspektrum zwischen rauschigen Wisch-Effekten, soften Beats und kontrollierten Attacks.

CLASSIC CAJON BRUSH

Auffällig hier (im Bild rechts) ist die dichte Bündelung einer Vielzahl von „Polymer Bristles“. Die einzelnen Brush-Fäden zeigen einen wellenförmigen Verlauf, was eine leicht steifere Struktur ergibt. Satt, kompakt, aber nicht schwer liegt dieses Modell in der Hand, und mit rund 2,5 cm Durchmesser bei 36 cm Länge greift sich der „Classic Cajon Brush“ entsprechend rüstig. Sein Griffteil besteht aus Schrumpfschlauch und zwingt die Bristles zu einem strammen Bündel, wobei die leicht wellige Griffoberfläche einen guten Grip herbeiführt. Zudem ist der „Classic Cajon Brush“ mit zwei Control Rings ausgestattet, die das dichte Nylon-Bündel in Form halten. Diese Gummiringe können/sollen verschoben werden, um je nach Sound und/oder Spielgefühl die Festigkeit des Besenteils zwischen stramm und locker zu variieren. Ergo bewirken unterschiedliche Ringpositionen Veränderungen im Attack. Der gebündelte „Classic Cajon Brush“ bietet einen konkreten und doch erstaunlich milden Anschlag. Zieht man die Ringe zurück, öffnet sich das Nylon-Bündel etwas, und der Attack-Sound wird um Nuancen weicher. Auch die Wellenform der Bristles unterstützt den weichen Klangcharakter, wobei die Beats durch die kräftige und dichte Bündelung auch ordentlich Power walten lassen. Prima geeignet für Schlagzeug-affine Cajon-Grooves!

PRECISION BRUSH

Bei diesem Modell (im Bild: Mitte) sind die Polymer-Bristles etwas stärker. Auch zeigen die einzelnen Nylon-Fäden ein abgeflachtes Profil – also nicht Spaghetti, sondern eher Fettuccine! Der „Precision Brush“ liegt sehr leicht und auch weich in der Hand, was auch am Griffbereich liegt, der aus einer biegsamen und flexiblen Gummihülse besteht. So wirkt der „Precision Brush“ wie eine federn – de Rute, die sich elastisch jeder Spielbewegung beugt, um mit Effet-Wirkung auf die Schlagfläche aufzutreffen. Auch können die dünnen und stramm sitzenden Control Rings Klangvariationen erzeugen, indem man sie verschiebt. Je nach Position nimmt der „Precision Brush“ unterschiedliche Qualitäten zwischen weich/offen und hart/geschlossen an. Der weiche und offene Besen produziert leisere und softere Beats, der stramm justierte Besen entwickelt hingegen deutlich mehr Attack und Härte. Das Verschieben der Rings kann in Windeseile erfolgen, insofern kann der „Precision Brush seine flexiblen Klangeigenschaften schnell unter Beweis stellen. Ein Allrounder, der Grooves mit definierten Attacks in Szene setzt.

BAMBOO MULTI-STICKS

Auch diese Modelle (im Bild links und 2. von links) zählen zum Bereich „Special Interest“. Grob gesagt handelt es sich um Rods, wobei die Ausrichtung in erster Linie dem CajonSpiel gilt. Feine Bambus-Rundhölzer sind hier zu einem schlanken Bündel vereint und formen einen flexiblen Stick, der leichtgewichtig in der Hand liegt und zudem recht flink sein kann. Mit 41 cm Länge legen die Bamboos eine gute Kraft in die Beats, und ein gummiartiger Gewebeschlauch sorgt zudem für beste Griffigkeit. Die Verarbeitung der „Bamboo Multi-Sticks“ ist bestens und zeigt auch im Detail – z. B. durch die metallenen Endkappen am Griffende – eine sorgsame und gut durchdachte Ausführung. Man kann zwischen den Versionen „Standard“, „Extra Long Grip“ und „Extra Wrap“ wählen. Beim Wrap-Modell sind die Bambus-Rods mittig getapet, was die ReboundEigenschaft stärkt und den Attack knackiger gestaltet. Alle drei Modelle verfügen über Control Rings, die je nach Position eine crispy hölzerne Note provozieren (zurückgezogene Ringe) oder für mehr konkrete AnspielNuancen sorgen, wenn man sie über den Brushes weiter vorne platziert. Im Cajon-Kontext verhalten sich die „Bamboo Multi-Sticks“ als recht perkussive Kandidaten, die einen offensiven Klangcharakter liefern und die warmen, sanften Beats den Händen überlassen. So können schöne Klangkombinationen aus Rod- und HandSpiel entwickelt werden. Natürlich eignen sich die „Bamboos“ auch für andere Einsatzbereiche im Percussion-Sektor bis hin zur Drumset-Welt, in der ja ebenfalls alternative Sounds gefragt sind.

Preisliste

FAZIT

Pimp your Sound! Spezielle Bru shes oder Sticks schenken dem Cajon-Spiel facettenreiche Klangnoten. So richten sich die „Bamboo Multi-Sticks“ an Spieler perkussiv offensiver Grooves, während die „Cajon Brushes“ eine tolle Bandbreite detaillierter CajonKlänge und neue Möglichkeiten der Spieltechniken bieten. Die Cajon-Brushes und Bamboo Multi-Sticks von Meinl sind toll verarbeitet, sehen cool aus und liegen prima in der Hand.

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