Testbericht

Muffkopf: Strubbeliges für den Bassdrum-Sound

muffkopf

Was für ein Name! Allein dafür gibt es schon mal 100 Punkte. Das spaßige Zubehör für den Bassdrum-Schlägel ist schnell installiert – und bringt tatsächlich den Muff zurück in die Bassdrum.

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Zwei strubbelige, langfaserige Teile lachen mich an: Eine große Variante aus Schaffell und ein kleineres Teil mit schwarz-weißen Fasern. Die „Muffköpfe“ werden einfach über den vorhandenen Bassdrum-Schlägel gestülpt, festgezogen und los geht es mit Attack-less Vintage-Bassdrum-Sounds. Unsere verlagsinternen Spaßmacher von der Saiten-Fraktion waren wieder mal neugierig, und schon beim Auspacken der beiden Muffköpfe stand die Frage im Raum, ob diese Perücken für mich nicht zu klein sind. Toll, dann kommt man noch auf Tribbels (kleine Weltraumwesen aus der Folge „Trouble with Tribbles“ von Raumschiff Enterprise/Star Trek von 1967), und sie entdecken dann auch noch die Pommesgabel im Paket … doch der Reihe nach.

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KONZEPT

Thorsten Reeß aus Tübingen hatte die Idee für dieses strubbelige Zubehör. Er wollte schnell und einfach eben jene „Vintage“ Bassdrum-Sounds prähistorischer Schlagzeug-Aufnahmen kreieren, die wenig bis fast gar keinen Attack haben. Nun, da kann man argumentieren, dass es hier schon entsprechend spezielle Schlägel gibt. Gut, aber ein Schlägeltausch kann im Eifer des Gefechts auch fatale Folgen haben, durch z. B. nicht richtig festgezogene Schrauben und dem ungewollten Abflug des Schlägels und so weiter und so fort. Persönlich wäre das für mich zwar kein Angstfaktor, aber viel wich – tiger ist meiner Ansicht nach der Umstand, dass beide Muffköpfe recht leicht sind und die Balance des Schlägels sowie das generelle Spielgefühl kaum verändern, dafür den Sound aber umso mehr! Und die Installation/Deinstallation kann einfacher kaum sein.

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KONSTRUKTION

Für beide Muffköpfe ist die Basis ein robuster, Filz-ähnlicher Viskosestoff von ca. 3 mm Stärke. Die Farbe kann man variieren – Schwarz, Orange und Grün stehen bislang zur Auswahl zur Verfügung – doch unsere Testkandidaten präsentieren sich innen in leuchtendem Grün. Auf diesem Innenfutter ist dann entweder der Polyacryl/PolyesterStoff mit seinen langen Fasern oder das Schaffell aufgebracht: Am Rand sind die beiden Komponenten sehr sauber miteinander vernäht, das Ganze macht einen sehr soliden und haltbaren Eindruck, der sich im Laufe des Tests auch bestätigte. Eigentlich ist der Muffkopf ein Kreis, der durch das am Rand umlaufend angebrachte Band durch einen Kordelstopper zu einer Halbkugel zusammengezogen wird. Das Band ist ebenfalls von sehr hoher Qualität und wird durch einen Verschluss zusammengezogen. Die Bandenden können nicht herausrutschen, da sie mit einer Lasche vernäht sind. Dadurch lässt sich das Teil auch noch prima handhaben. Hier wurden also hochwertige Materialen mit viel Aufmerksamkeit auf bestimmte Details sehr gut verarbeitet.

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PRAXIS & SOUNDS

Die Montage/Demontage des Muffkopf ist schnell pasiert: Am Rand gibt es einen V-förmigen Ausschnitt, und an der breiten Öffnung des „V“ läuft das Befestigungsband durch. Den Muffkopf stülpt man dann so über den Schlägel, dass sein Kopf zwischen Band und Ausschnitt hindurchrutscht. Man dreht den Muffkopf zur Spielseite und zieht den Verschluss zu – fertig! Macht man das richtig, so kann man theoretisch wie praktisch auch ordentlich in die Bassdrum holzen, der Muffkopf sitzt hier sicher in Position. Ob diese Spielweise Sinn macht? Nein, denn die angestrebten Sounds entstanden ja ursprünglich durch eine eher recht lockere Spielweise (okay, mitunter auch durch Übertragungsverluste zwischen Recording- und Herstellungs-Prozessen sowie Wiedergabemedien usw. – aber das ist noch ein anderes Thema!) Jedenfalls geht es um die Reproduktion genau dieser Vintage-Sounds, die man von alten bis uralten Platten her kennt, und beide Muff – köpfe können ihre unterschiedliche Dämpfungsgrade dabei sehr gut ausspielen. Und dabei muss man nicht mehr unbedingt „auf Zehenspitzen“ unterwegs sein. Genau das ist die wirklich positive Sache, dass man für diese Sounds durch den Einsatz des Muffkopfs mit normaler, lockerer Spielweise zu Werke gehen darf.

Der Dämpfungsgrad beim Standard-Modell liegt schon weit über dem eines sehr weichen Filzschlägels, und der Dämpfungsgrad der Schaffell-Variante ist so hoch, dass der Attack gerade noch als ein sehr leises „Fupp“ übrig bleibt. Bleibt also nur noch die Frage nach der Pom – mesgabel zu klären! Das ist eine humorvolle Art der Produktbeigabe und wird hier als Kamm für die Muffköpfe deklariert. Die kann man nämlich nach einiger Spielzeit ruhig mal durchharken. Stellt sich nunmehr die Frage, ob man sie auch waschen kann und ob man nicht dafür dann einen Fön benötigt? Tatsächlich kann man – wenn es nötig ist – den Standard Muffkopf per Hand – wäsche in lauwarmen Wasser waschen – das Modell Schaffell allerdings nicht! Zum Trocknen geht es dann an die Sonne oder auf den Heizkörper.

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FAZIT

Gelobt sei der Erfindergeist, der so manch Nützliches hervorbringen kann. Mal schnell den Bassdrum-Sound drastisch verändern, ohne den Schlägel zu wechseln? Das klingt nach einer zu schönen Idee, die aber dank des Muffkopfs tatsächlich funktioniert. Zwei Varianten gibt es, die unterschiedliche Dämpfungsgrade für den Attack bieten. Diese „Überstülp-Lösung“ ist einfach zu handhaben und betriebssicher dank guter Verarbeitung und der Verwendung robuster Materialien. Allein deshalb lohnt es sich schon, die Teilchen mal persönlich zu checken. Das Preisniveau ist aufgrund der guten Verarbeitung und der wertigen Materialien durchaus realistisch angesetzt, und der humorvolle Auftritt der Muffköpfe ist einfach mal was erfrischend Anderes als die heute so oft übliche „Raketenphysik“- Haltung vieler Marketing-Strategen zu ihren Produkten.

Damit auch du deiner Bassdrum künftig ganz einfach den Vintage-Sound entlocken kannst, findest du in unserem Shop den Standart-Muffkopf und die Schaffell-Variante. Beim Modell „Standard“ liegt der Dämpfungsgrad deutlich über dem eines sehr weichen Filzschlägels.

Bei der „Schaffell-Variante“ ist dieser noch um einiges höher und beeinflusst entsprechend stärker den Sound und das Attack-Verhalten. Die „Muffköpfe“ sind einzeln oder als Bundle-Paket erhältlich.

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