Produkt: Sticks 09-10/2019
Sticks 09-10/2019
FREDERIC MICHEL – Modern Pop Drummer +++ YOUTUBE-STARS: Sina Drums; COOP3RDRUMM3R +++ Rockin‘ 1000 +++ Studium an der POPAKADEMIE +++ ZULTAN Heritage Cymbals +++ PEARL Masters Maple/Gum Drums +++ ROGERS Dyna-Sonic Wood Snaredrums

Natal Maple Drums im Test

A-Horn und B-Horn, pardon … Ahorn und Birke sind wohl die meistverwendeten Hölzer für den Schlagzeugbau, und Natal hat natürlich auch Drums aus diesen klassischen Materialien im Angebot. Wir haben uns für diesen Test die Drums der Maple-Serie genau angeschaut und mal gut hingehört.

Drumkit
(Bild: Archiv)

Natal bietet mit der Maple-Serie einen klassischen Standard-Sound an, was man ja auch von einer 6-mm-Ahornkessel-Konstruktion erwartet. Wie abwechslungsreich man diesen Grundklang von knalligem Metal und krachenden Hardrock bis hin zum transparenten, warmen Popmusiksound variieren kann, erfahrt ihr unserem Videotest der Natal Maple Drums.

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Doch bevor wir hier in Medias Res gehen, noch eine traurige Nachricht: Dr. Jim Marshall, OBE, Gründer von Marshall Amplification und passionierter Schlagzeuger ist leider im April des Jahres im Alter von 88 Jahren verstorben. Frieden wird Mr. Marshall sicherlich finden, doch „Ruhe“ ist und war wohl nicht bestimmend in der Agenda des „Lord of Loud“. Sein Vermächtnis lebt weiter durch die Marshall-Verstärker, und erfreulicherweise hinterlässt er uns auch die durch seine Initia – tive neu geschaffenen Natal Drums der britischen Traditionsfirma. Bereits in den Ausgaben 11:2011 und 01:2012 haben wir über Natals Bubinga- und Ash-Drums berichtet, die einen durchweg positiven Eindruck hinterließen.

Die sehr gute Verarbeitung und die professionellen Features sorgen für ausgezeichnete Klangeigenschaften. Da lohnt sich doch ein Blick auf das, was die Drums der Maple-Serie mit den Kesseln aus sieben Lagen Ahorn zu bieten haben. Der deutsche Vertrieb Musik Meyer hat uns freundlicherweise ein „gepimptes“ Traditional Set (22″ Bassdrum, 12″ Tom, 16″ Floor-Tom inklusive Snaredrum), erweitert um 8″ und 10″ Toms, 14″ Floor-Tom und zusätzlicher zweiter 22″ Bassdrum, zur Verfügung gestellt.

Kessel-Hardware

Das Konzept einer einheitlichen Kessel-Hardware ist integraler Bestandteil der Schlagzeug-Serien von Natal und findet sich auch bei der Maple-Serie wieder. Die Snaredrum ist mit der speziellen, einseitig einstellbaren Snaretepich-Abhebung ausgestattet, die in zwei unterschiedlichen Spannungen anschaltbar ist. In der ersten An-Position rastet sie präzise ein, und man hat die „normale“ eingestellte Spannung zur Verfügung. Doch der Hebel lässt sich noch um eine Position weiterschalten, und die eingearbeitete Steuerkurve lockert dann die Snareteppich-Spannung wieder ein wenig. Das funktioniert ganz prima und ist auch ein durchaus deutlich wahrzunehmender Klangeffekt.

Wie schon bei den beiden vorangegangenen Praxistests überzeugt auch hier die Abhebung durch ihre sorgfältige Verarbeitung und präzise Funktion. Eine hohe konstante Fertigungsqualität kann also attestiert werden. Der Snareteppich ist mit einem soliden Gewebeband befestigt, das einen guten Kompromiss aus Flexibilität und Reißfestigkeit darstellt. Zum Hardware-Konzept gehört auch die alternative Tom-Aufhängung. Der Tom-Halter ist an zwei Punkten gummigelagert direkt mit den Böckchen verschraubt. Auch wenn das Ganze recht starr gehalten ist, geht die Dämpfungs-/Isolierungswirkung in Ordnung.

Hardware Details
(Bild: Archiv)

Erneut begeistert der fein zu justierende und bombensicher klemmende Omni-Ball/L-Arm Mount mit Aluminiumkugel und formschlüssiger Klemme. Positiv zu bewerten ist es, dass die Rosette der Tom-Klemme sich in der Klemmweite einstellen lässt, so dass sowohl 7/16″ oder 1/2″ L-Arme und auch problemlos L-Arme mit einem Durchmesser von fast 2 cm verwendet werden können. Die L-Arme und auch die Floor-Tom-Beine sind mit Memory-Klammern ausgestattet. Vertrauen flößen die massiven Spitzen der Bassdrum ein; der recht steile Winkel der Füße ist markant und bietet in Kombination mit dem Metalldorn einen bombensicheren Stand. Die (mehrfach) verchromten Oberflächen aller Komponenten präsentieren sich von der besten Seite.

Die Stimmschrauben laufen präzise in den Gewindehülsen, und an den Spitzen der Schrauben befindet sich der rote Sicherungslack, so dass sie sich zumindest eine geraume Zeit lang nicht von selbst herausdrehen können. Eine solide Stimmungssicherung wird zudem garantiert durch die Kombination aus exakt planen Auflageflächen an den 2,3 mm Spannreifen und den Gussklauen der Bassdrum, deren Stimm – schrauben mit Kunststoff- und Metall-Unterlegscheiben nebst zusätzlichem Federring ausgestattet sind. Es sind die sehr gute Verarbeitung und clevere Detaillösungen, die hier ein stimmiges Bild einer soliden Hardware ergeben.

Kessel

„Einer für alle!“ ist hier das Motto, und Natal kommt mit einer einheitlichen Konstruktion aus sieben Lagen Ahorn mit gemessenen ca. 6 mm Wandstärke für alle Trommeln hin. Die Ahornkessel unseres Testsets zeigen sich von ihrer besten Seite, und dies beginnt schon mit der Innenseite. Hier erfreut man sich an einer superb glatt geschliffenen Oberfläche und einer fein gemaserten Holzstruktur mit teils honig-gelblichem Farbton. Die Nahtstellen verlaufen parallel zur Kesselsäule, und auch hier sind die Anschlüsse sauber auf Stoß gesetzt.

Die Gratungen fallen relativ spitz aus und sind hauptsächlich auf der dritten Lage platziert. Das Ganze ist prima geschnitten, und die Form der Gratung bleibt auch beim Snarebed der Snaredrum erhalten. Dieses fällt mit sehr steiler Flanke auf den tiefsten Bereich ab, und es ist insgesamt recht schmal gehalten. Deshalb benötigt das Resonanzfell auch etwas mehr Spannung an den Schrauben links und rechts des Snareteppichs, um den Höhenunterschied auf kurzer Distanz ein wenig auszugleichen und so eine gleichmäßige Stimmung des Resonanzfells zu erzielen. Die Kessel unseres Testsets sind leicht unterdimensioniert gehalten und zeigen mit ca. 1 mm Toleranz im Durchmesser prima Werte, so dass dank der sauberen Verarbeitung auch ein guter und leicht einzustimmender Klang zu erwarten ist.

Optisch kann das Set ebenfalls punkten, denn die Lackierung ist absolut sorgfältig und hochwertig ausgeführt. Die gleichmäßig aufgetragenen Flitter bieten einen guten Schimmer zwischen dem rötlichen Kupferfarbton und der schwarzen Grundlackierung.

Sounds

Dass man bei einem Standard-Ahorn-Kessel keine klangliche Revolution erwartet, dürfte klar sein. Aber es kommt immer darauf an, was man aus dem Ausgangsmaterial Ahorn macht, und die gute Verarbeitung der Maple-Kessel von Natal macht sich hier positiv bemerkbar. Der grundsätzlich knackige Charakter entsteht durch den deutlichen Fokus auf den Mittenbereich. Hier spielen auch die werkseitige Felle noch gut mit, zumindest im Bezug auf knackige Tom-Sounds. Bei der Bassdrum wird das Ganze dann schon etwas trockener durch die eingebauten Dämpfungsringe der Felle, was für einen lauten Rock-Sound mit nur wenig Dämpfung super funktioniert.

Die Snaredrum ist bei dieser Fellausstattung leider der Verlierer, da sie mehr kann – viel mehr! Mit der werkseitigen Fellkombination sind die es knackig-offene Sounds in hoher Stimmung und als Alternative in sehr tiefer Stimmung (und mit extremer Dämpfung) noch ein etwas trocken-muffiger Sound à la Steve Gadd, die gut über die Rampe kommen. Wesentlich sensibler und variabler in der Klanggestaltung wird die Snaredrum durch den Einsatz höherwertige Felle; diese helfen dem Instru – ment deutlich auf die Sprünge. Allein durch ein besseres Resonanzfell werden die Ansprache des Snareteppichs und die Kessel-Resonanz deutlich präziser und funktionieren auch in geringer Dynamikstufe superb. Prinzipiell bekommt man allerdings auch mit den werkseitigen Fellen durchaus einen Eindruck, was das Set am besten kann. Und das ist nun mal der knackige, transparente Grundsound mit kurzem, sattem Bass, welcher für alles, was so rockt und rollt, immer gut funktioniert.

Drum von innen
(Bild: Archiv)

Die Natal Maple Drums sind allerdings auch variabel genug, um etwas wärmer und sanfter klingen zu können. Auch dann sind die Mitten stark im Fokus, und das Sustain bleibt bei den Toms trotz tiefer Stimmung stets kontrolliert und sehr transparent in den Tiefmitten. So lassen sich eigentlich alle Stilarten von Pop/Rock gut bedienen. Das kann man mit geschickter Fellauswahl und Stimmung/Dämpfung erreichen, optimieren und den klassischen Maple-Drumsound an die jeweilige Musikrichtung prima anpassen.

Fazit

Natal bietet mit der Maple-Serie einen klassischen Standard-Sound an, was man ja auch von einer 6-mm-Ahornkessel-Konstruktion erwartet. Diesen Grundklangcharakter kann man hier in einer Bandbreite von knalligem Metal und krachenden Hardrock bis hin zum transparenten, warmen Pop – musiksound variieren. Dazu trägt sicherlich die sehr gute Verarbeitung der Kessel bei, zudem auch die gute Auswahl an amerikanischen AhornHölzern für die Herstellung dieser Drums. Gelungen sind auch die Lackierung der Kessel und die Verchromung der Hardware-Komponenten, so dass das Set auch in dieser Beziehung einen sehr guten Eindruck hinterlässt. Da in der Hardware intelligente und funktionale Lösungen stecken, wird diese gelungene Allround-Serie auch die professionellsten Ansprüche befriedigen können, zudem ist das Preisniveau für Drums dieser Qualität durchaus attraktiv.

Produkt: Sticks 09-10/2019
Sticks 09-10/2019
FREDERIC MICHEL – Modern Pop Drummer +++ YOUTUBE-STARS: Sina Drums; COOP3RDRUMM3R +++ Rockin‘ 1000 +++ Studium an der POPAKADEMIE +++ ZULTAN Heritage Cymbals +++ PEARL Masters Maple/Gum Drums +++ ROGERS Dyna-Sonic Wood Snaredrums

Kommentar zu diesem Artikel

  1. Ganz und gar unzufrieden mit Natal.
    Die Snareteppich-Abhebung ist so was von schlecht: entweder es klemmt (dann kann man von Hand nachhelfen und den Dorn nach oben schieben bei gleichzeitigem Drehen des Hebels), oder das Teil bricht einfach ab. Von verlorenen Schrauben ganz abgesehen.
    Die Tom Halterungen mit dem Kugelgelenk sind sowas von unpraktisch: Will man nur in einer Richtung verstellen, geht das hier nicht. Nach dem Lösen ist das Tom in allen Richtungen frei beweglich, und man kann minutenlang nachjustieren. Zudem: wer kommt bloss auf die Idee, die Kugel zu fetten? Ist ja kein Gelenk, welches dauernd in Bewegung ist. Es soll klemmen und halten. Schon zweimal ist mir das rechte Tom während einem Konzert einfach hinunter gekippt. Fester Anziehen, und das Zinkdruckguss-Teil bricht innen bei der Schraube ab.
    Fazit:
    Klang: gut bis sehr gut
    Mechanik: total ungenügend.
    Da lobe ich mir mein 40-jähriges Pearl Set! Das hat mich noch nie im Stich gelassen und die Hardware hat nicht mal ein Drittel des Gewichts des Natel Sets und ist trotzdem stabiler.
    Gruss

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