STICKS-Test: Sabian HHX Cymbal-Neuheiten

Test: Neue Klangalternativen in der HHX-Linie von Sabian

(Bild: Dieter Stork)

Sabian stellt mit den neuen Thin- und Medium-Cymbals innerhalb der HHX-Serie eine Reihe von Cymbals vor, die durch neuartige Herstellungsprozesse neben den bewährten dunkel-harmonischen Klangcharakteren einen zusätzlichen Anteil an Präsenzen durch einen schnelleren Attack erhalten. Somit sind sie besonders gut auch für die klanglichen Anforderungen an die Styles moderner Pop und Rock-Musik geeignet.

Test: Axel Mikolajczak
Fotos: Dieter Stork

Anzeige

Die HHX Thin und Medium Cymbals ersetzen die bisherigen „HHX Studio“- und „HHX Stage“-Modelle. Erhältlich sind die neuen HHX Thin und Medium Cymbals im „Traditional“- sowie auch im „Brilliant“-Finish. In diesem Test widmen wir uns den „Brilliant“-Versionen. Zum Test erhielten wir alle neuen Modelle: 14″ und 15″ Medium Hi-Hats, 14″, 16″, 18″ und 20″ Thin Crash, 16″, 18″ und 20″ Medium Crash, 20″ Medium Ride und 21″ Thin Ride.
Erhältlich sind außerdem zwei HHX Performance Sets mit jeweils 14″ Medium Hi-Hat, 16″ und 18″ Thin Crash und 21″ Thin Ride, in „Traditional“- oder „Medium“-Finish.

TECHNISCHES

Sabian erzielt die neuen Klangcharaktere der Thin- und Medium HHX-Cymbals durch neuartige Bearbeitungsmethoden wie auch durch eine neue Gestaltung der Cymbal-Proportionen, z. B. mit kleineren Kuppen bei den „Thin“-Modellen. Vor allem bei diesen wird dadurch eine noch schnellere Ansprache des Attacksounds erreicht. Bei den Medium-Cymbals sorgt die etwas größere Kuppe für mehr Lautstärke und somit Durchsetzungskraft des Attacks. Die Kuppen sind, wie bei allen HHX-Cymbals üblich, beidseitig nicht abgedreht.
Alle neuen HHX Thin- und Medium Cymbals werden zunächst leicht vorgehämmert, danach gleichmäßig tief und relativ eng gesetzt abgedreht und erst dann einer weiteren, stärkeren und dichteren Hämmerung der  Oberflächen unterzogen. Auf dem Profil sind deutlich Markierungen eines recht großen Hammerkopfes auszumachen, die Kuppen der Crash-Cymbals weisen Markierungen eines kleinen Hammers auf. Die Kuppen der HHX Thin und HHX Medium Cymbals sind nicht gehämmert.
Alle Cymbals der HHX-Serien werden jeweils aus einem individuell gegossenen Rohling aus einer B20-Bronzelegierung gefertigt.
Die durch den Abdrehvorgang entstehenden Tonal Grooves sind in sehr gleichmäßig tiefen und relativ engen Patterns gut zu erkennen. Im Vergleich zu den jeweiligen Vorgänger-Modellen „Studio“ (Thin) und „Stage“ (Medium) fallen die neuen HHX Thin- und HHX Medium-Cymbals insgesamt etwas dünner und somit leichter aus, was den Grundklang jedes der neuen Cymbals insgesamt etwas tiefer anlegt.

KLANGLICHES

Im Vergleich zu den jeweiligen Vorgänger-Modellen „Studio“ (Thin) und „Stage“ (Medium) fallen die neuen HHX Thin- und HHX Medium-Cymbals insgesamt etwas dünner und somit leichter aus, was den Grundklang jedes der neuen Cymbals insgesamt etwas tiefer anlegt.
Die verschiedenen Bearbeitungsvorgänge (leichtes Hämmern, Abdrehen, starkes Hämmern) sowie die im Verhältnis dünneren und somit etwas leichteren Cymbals erzeugen warme und dunkle Sounds mit einem präsenten Stickattack.

(Bild: Dieter Stork)

14″ und 15″ Medium Hi-Hats
Die beiden Hi-Hats mit Medium Top und Medium Heavy Bottom Cymbals bieten einen klaren Sticksound über einen satten Grundton, der besonders das 15″ Modell zu einem sehr kraftvollen Cymbal-Paar macht, während die tonal etwas höher angelegte 14″ Medium Hi-Hat, obwohl etwas filigraner, immer noch ausreichend Power auch für etwas kräftigere Spielweisen bietet.
Leicht geöffnet angespielt erzeugen sie ein dunkel gefärbtes Zischen, halb geöffnet ein recht kräftiges, mittenbetontes Aufrauschen. Beide Hi-Hats sind schnell in der Ansprache, besonders die 15″ Hi-Hat überzeugt hier trotz ihrer Massivität. Beide Hi-Hats lassen sich zudem in einer guten Bandbreite dynamisch einsetzen, da sie auch bei leiseren Beats schnell ansprechen und  bei kräftiger Spielweise sehr durchsetzungsstarke Obertöne entwickeln.

(Bild: Dieter Stork)

16″, 17″, 18″ und 20″ Thin Crash
Die HHX Thin Crash Cymbals im Brilliant-Finish sind untereinander bezüglich Tonhöhe und Klangdauer im Verhältnis aufeinander abgestimmt, so dass sie sich gut miteinander kombinieren lassen. Wer es dynamisch eher etwas leiser angeht, kann auch mit dem 14″ Modell überzeugende, feine Akzente setzen, von 16″ bis 20″ erweitert sich das Dynamikspektrum natürlich entsprechend nach oben. Gute Kombis sind hier 14″ und 16″ für den eher filigranen Einsatz sowie 16″ und 18″ für etwas höhere Laustärken. Und wenn man es noch etwas kräftiger mag, dann liefern die 18″ und 20″ Thin Crash Cymbals auch für Classic Rock Styles die nötige Power und Durchsetzungskraft.

(Bild: Dieter Stork)

21″ Thin Ride
Mit markantem mittelhohen Ping-Sound des Stickattacks über einem fokussierten, dunklen Grundklang setzt sich dieses Ride-Cymbal in Szene. Das Cymbal rauscht im unteren Dynamikbereich relativ wenig auf und liefert einen sauberen, relativ dunklen Klangteppich. Erst bei mittel-hoher Laustärke wird das Rauschen dann dominanter und der Attack wird stärker in den Gesamtklang integriert. Die Kuppe ist klar und kräftig über einen weiten Dynamikbereich.
Für Sabian-Kenner: Wem das 21″ Raw Bell Dry Ride zu trocken und hell war, findet hier die entsprechende Klangalternative mit kontrolliertem Rauschen und einem dunkleren Stickattack.
Der gute Dynamikumfang und die luftige dunkle Tonalität machen den Einsatz dieses Cymbals von (akustischem) Jazz über Fusion bis hin zu Pop/Rock möglich, wenn ein nicht allzu trockener Sound gefordert ist.

20″ Medium Ride
Deutlich fokussierter und auch trockener als das 21″ Thin Ride setzt sich das 20″ Medium Ride mit klaren Stickattacks über einem fokussierten Grundklang mit prägnanten Tiefmitten in Szene. Durch die starken Präsenzen setzt es sich deutlich von vielen „Dark & Dry“-Cymbals ab und bietet eine ausgezeichnete Klangalternative, wenn eben nicht zu dunkle und trocken Sounds gefragt sind sondern mehr Durchsetzungskraft und Projektion, ohne in grelle oder zu dominante Klanggefilde zu geraten. Dies ist ein ideales Allround-Ride für moderne Pop/Rock-Sounds, und auch Fusion-Spieler werden seine Klarheit gepaart mit ausgewogenem Grundton bei einem recht hohen Dynamikumfang, der auch kräftigere Spielweisen zulässt, zu schätzen wissen.

(Bild: Dieter Stork)

16″, 18″ und 20″ Medium Crash
Bei diesen Cymbals geht es laustärkemäßig schon etwas mehr zu Sache. Klanglich bieten die für Medium-Stärken nicht allzu schweren Cymbals einiges mehr an helleren Obertönen als ihre Thin-Partner, und sind interessanterweise (fast) genauso schnell und direkt in ihrer Ansprache im Attack und Klangentwicklung im Sustain, das von kräftigen Mitten geprägt ist. Diese verleihen den HHX Medium Crash Cymbals sehr gute Durchsetzungskraft bei kräftigeren Spielweisen. Wer nicht zu viel Brillanz, doch markante Obertöne mit einer guten Projektion für Fusion, Pop und Rock sucht, dürfte hier fündig werden. Auch hier ist die klangliche Abstufung der Cymbals zueinander hinsichtlich Tonhöhe und Sustaindauer gut gelungen.

Performance Set und andere Kombinationen

Selbstverständlich war es naheliegend, mit den uns zur Verfügung gestellten Test-Cymbals das HHX Performance Set zusammenzustellen. 14″ Medium Hi-Hat, 16″ und 18″ Thin Crash und 21″ Thin Ride sind eine sehr schöne „Allround“-Kombination für alle Styles bis zu einer mittel-hohen Lautstärke, sensitiv genug im unteren Dynamiklevel für Jazz/Fusion und kraftvoll genug für moderne Pop/Rock-Musik.
Ersetzt man die Thin-Crash-Cymbals gegen Medium-Crash-Modelle und das 21″ Thin Ride gegen das 20″ Medium Ride, so kann man auch Musikstile gut bedienen, die schon im höheren Lautstärkebereichen (Classic Rock, Hardrock) rangieren.
Eine klasse Set-Kombination sind übrigens 15″ Medium Hi-Hat, 20″ Thin Crash und 20″ Medium Ride. Mit diesem kompakten, allerdings ebenfalls eher in Richtung „etwas lauter“ tendieren Cymbal-Set lassen sich prima alle unter dem vielschichtigen Begriff „Alternative“ zusammengefassten Styles von Punk,  über Krach- und Brit-Pop bis Emo und Indie  mit amtlich druckvollen Sounds bedienen.

(Bild: Dieter Stork)

FAZIT

Die neuen HHX Thin und Medium Cymbals lösen die bisherigen „Studio“- und „Stage“-Modelle mit einer zeitgemäßen Klangausrichtung ab. Sie sind für eine Vielzahl von Styles  einsetzbar, von Jazz/Fusion über Pop/Rock bis Classic/Hardrock und Alternative Styles.
Neue Bearbeitungsmethoden, leichtere Gewichte bzw. dünnere Materialstärken – oder im Fall der Thin-Cymbals auch kleiner gestaltete Kuppen sorgen für den modernen Sound Touch.
Neben einem tiefen Grundklangcharakter bieten diese Cymbals einen schnellen Attack mit guter Präsenz. Bezüglich des Dynamikumfangs lassen sich mit den HHX Thin Crash Cymbals und dem 21″ Thin Ride auch leichte und luftige Sounds gut realisieren, während man mit der 15″ Medium Hi-Hat, den größeren Thin Crash- und den Medium Crash-Cymbals sowie dem 20″ Medium Ride sehr gut in etwas höheren Lautstärken agieren kann. Die harmonische Abstimmung der Cymbals untereinander bezüglich Tonalität und Sustain-Dauer lässt einiges an interessanten Kombination im Cymbal-Setup zu, je nachdem welcher grundlegenden Spieldynamik man dem Vorzug gibt. Die HHX Thin- und Medium Cymbals bieten sich somit als moderne Klangalternative im Sabian-Programm an.

FACTS

Hersteller: Sabian

Herkunftsland: Kanada

Serie/Modelle: HHX Thin, HHX Medium (Brillant Finish)

Legierung: B20 Bronze (80% Kupfer, 20% Zinn)

Vertrieb: Pearl Music Europe

Internet: sabian.com; pearleurope.com

Preise (UvP):
14″ Medium Hi-Hat: ca. € 459,–
15″ Medium Hi-Hat: ca. € 498,–
14″ Thin Crash: ca. € 229,–
16″ Thin oder Medium Crash: ca. € 269,–
18″ Thin oder Medium Crash: ca. € 329,–
20″ Thin Crash: ca. € 369,–
20″ Medium Ride: ca. € 369,–
21″ Thin Ride: ca. € 389,– //

[12950]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Das könnte dich auch interessieren