Die Heavy-Versionen der neuen Paiste Cymbals

Paiste 900 Heavy Cymbals im Test


Bei den Heavy-Versionen der Hi-Hat, Crash- und Ride-Cymbals in der neuen Serie 900 von Paiste geht es nicht nur um mehr Lautstärke und höhere Belastbarkeiten. Hier wurden bewusst kleine Justierungen in Sachen Dynamik und Frequenzen vorgenommen, um den klanglichen und spieltechnischen Anforderungen der Heavy Music Styles mit dem neuen Konzept der Cymbals der 900er-Serie gerecht zu werden.

Zwei Hi-Hats, zwei Ride-Cymbals sowie Crash-Cymbals in den Größen von 16″ bis 20″ bilden die Gruppe der „Heavy 900 Series Cymbals“. Selbstverständlich werden auch diese Heavy-Versionen der Paiste 900 Cymbals in der Schweizer Klangschmiede hergestellt.

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TECHNISCHES
Die Fertigungsart unterscheidet sich nicht wesentlich von den Standard-Versionen der 900er-Cymbals. Die Fertigung der Cymbals aus der legendären B8-Bronze erfolgt in einem Mix aus maschinellen und traditionellen Verfahren. Somit kann gehobene Klangqualität zu güns – tigen Preisen geboten werden. Was die Verarbeitungsqualität angeht, ist auch bei den Heavy Cymbals alles erstklassig umgesetzt. Etwas mehr Materialstärke, ein wenig breitere und dezent tiefere Tonal Grooves und eine etwas kräftigere Hämmerung sind zunächst einmal die leichten konstruktiven Unterschiede für die Serie 900 Heavy Cymbals. Erst auf den zweiten Blick lässt sich ein minimal stärkerer Bogen im Profil der Crash-Cymbals erkennen. Das sorgt für etwas mehr Vorspannung und beeinflusst natürlich auch das Frequenzbild.

Erstaunlicherweise bieten auch die Heavy-Versionen im Profil eine gewisse mechanische Flexibilität, sie sind nicht ganz so steif, wie man es von Cymbals mit dieser Materialstärke erwarten könnte. Damit ist in Sachen Spielgefühl und Rebound-Eigenschaften das Konzept der Cymbal-Serie 900 konsequent fortgesetzt. Ein weitere Unterschied zu den Standard-Modellen der Serie 900: Bei den Heavy Hi-HatCymbals sind die Gewichtsunterschiede zwischen Top- und Bottom-Cymbal noch ein klein wenig größer. Das BottomCymbal fällt bei beiden Modellen kräftiger aus.

DIE SOUNDS

Auch bei den 900 Heavy Cymbals ein erstaunlich dunkler und warmer Grundklangcharakter festzustellen. Insgesamt ist allerdings der Attack etwas heller und noch präsenter in den Obertönen, das Sustain transparenter und kontrollierter. Somit klingen die Heavy Versionen etwas offensiver, und sie setzen vom Höreindruck auch in der Grundlautstärke etwas höher an. Das liegt allerdings auch zum Teil am dynamischen Verhalten: Man will, kann und darf hier schon mal grundsätzlich etwas kräftiger zu Werke gehen, um z. B. bei den Crash Cymbals auch den entsprechend explosiven Attack hinzubekommen.

Nach oben hat man dann noch deutlich mehr Luft, was ja sowohl musikalisch wie auch zur allgemeinen Attitüde des weiten Felds der Styles von Hardrock bis Metal passt. Mit der 14″ Heavy Hi-Hat kann man es schon ganz schön krachen lassen. Der Attack ist knackig und setzt sich sauber gegen laute Gitarren durch. Auch wenn es richtig los shreddert mit 7- oder 8-Saiten-Gitarren, ist man in Sachen Artikulation gut dagegen gewappnet. Auch eine leicht geöffnet gespielte Hi-Hat bietet noch einen soliden Stick-Sound und ein locker kontrollierbares Zischeln und Rauschen im Sustain.

Die 15″ Heavy Hi-Hat ist etwas „hölzerner“ im Attack-Sound, doch ebenfalls durchaus kräftig und prägnant. Leicht geöffnet gespielt überzeugt sie mit einem satten Grundrauschen – das passt dann prima zu klassischem HardRock und entsprechenden Metal Styles. Das 20″ Heavy Ride passt dynamisch wie auch vom Klangcharakter her ausgezeichnet zur 14″ Heavy HiHat. Es liefert auf dem Profil angespielt einen Attack mit hoher Definition und sauberem, hellen Klang.

Das Sustain bietet einen hellen Schimmer, der typische Frequenzen aus den Obertönen des Attack widerspiegelt. Das alles wirkt sehr transparent und offen, hinzu kommen noch einige dunkle Klanganteile. Genügend Druck ist hier auch vorhanden, und selbst wenn man kräftig zu Werke geht, bleibt das Rauschen eher dezent. Die Kuppe ist extrem klar und glockig, dazu in den Obertönen nicht zu aggressiv. Ein schnelles Wechselspiel zwischen Kuppe und Profil macht mächtig Spaß, und damit empfiehlt sich das Cymbal auch für die volle Bandbreite von Prog-Rock über Hardrock bis Metal. Wer es noch etwas fetter und satter mag, der nehme dann das 22″ Heavy Ride. Das ist in Attack und Sustain klanglich tiefer angelegt und wirkt insgesamt mächtiger. Dennoch wirkt es im Vergleich zum 22″ Standard Ride der Serie 900 Ride im Attack offensiver und spitzer, auch das Sustain ist hier etwas transparenter. Dynamisch sollte man bei beiden Heavy Ride Cymbals etwas höher ansetzen, damit sich auf der auf der untersten Dynamikstufe schon das Klangpotenzial entwickeln kann. So ist das halt gedacht, und dies macht eben auch den Charakter eines Heavy-Ride-Cymbals deutlich. Das wirkt natürlich innerhalb der Musik so richtig authentisch, könn – te allerdings bei Auftritten in einem kleinen Club schon ein bisschen zu viel des Guten sein. Da besteht durchaus eine realistische Chance, den Sound auch gut über das Mikro des Sängers rüberzubringen. Die Paiste 900 Heavy Crash-Cymbals brauchen ebenfalls einen gesund-kräftigen Anschlag, denn dann sind sie so richtig explosiv und starten mit einem kräftigkernigen Attack so richtig durch.

Das Obertonspektrum kann hier auch mal ein wenig Schärfe aufzeigen, doch ein recht sattes und voll klingendes Sustain, das frequenzmäßig auch genügend transparent ist, sorgt dafür, dass dies nicht zu dominant wird. Schon das 16″ Modell wirkt sehr fett, und das das 20″ Cymbal ist dann wirklich mächtig und ideal für große Bühnen oder Open-Air-Shows. Auch das 18″ und das 19″ Heavy Crash brauchen Raum, um ihre volle Wirkung zu entfalten, und sind für Gigs in größeren Clubs oder Open Air die idealen Partner, wenn es um Hardrock oder Metal geht.

FAZIT
Mit den Heavy Cymbals der Serie 900 stellt Paiste genau die richtigen Klangfarben bereit für alles, was man in Hardrockoder Metal-Styles braucht. Die passende Brillanz im Attack und die Transparenz im Sustain werden hier geboten, und auch der eher dunkle Grundklang der Cymbal-Serie 900 bleibt gewahrt. Dafür hat man in der Herstellung an einigen Stellen der Bearbeitung gewisse Feinabstimmungen vorgenommen und auch das Gewicht der Cymbals etwas angepasst. Die Verarbeitung ist wie von Paiste gewohnt klasse, die Optik cool, und die Sounds decken sich nicht nur mit den Erwartungen, die man allgemein an Heavy Cymbals stellt, sondern verfügen eben auch über das spezielle „Extra“, das ihnen eine eigene Klangcharakteristik verleiht.

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