Rabenschwarze Metal Sounds

Paiste Black Alpha Cymbals im Test

Paiste hat gemeinsam mit Metal-Hero und Endorser Joey Jordison die Black Alpha Hyper Cymbals entwickelt. Sicherlich etwas für die Jordison-Fan-Gemeinde, doch interessant ist vor allem die Frage, welche klanglichen Unterschiede zu den konventionellen Alpha Cymbals bestehen.

Cymbals
(Bild: Archiv)

Ob die Cymbals mit schwarzer “Colorsound”- Beschichtung nur in punkto Optik bestechen oder ob sie sich auch klanglich innerhalb der Alpha-Serie unterscheiden, seht und hört ihr in unserem Videotest der Paiste Black Alpha Cymbals.

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Konzept

Das derzeitige Programm an Black Alpha Hyper Cymbals ist überschaubar: eine 14″ Hi-Hat, ein 20″ Ride, drei Crash-Cymbals sowie ein 10″ Splash und ein 18″ China. Im ebenfalls erhältlichen vorkonfigurierten Set (Hi-Hat, Ride, Crash) ist zusätzlich auch das Splash enthalten, und somit hat man schon bei der Basis-Ausstattung auch einen netten Effekt-Sound zur Verfügung. Jeder Joey Jordison Hardcore-Fan weiß natürlich, dass dieser als Cymbal-Set einen Mix aus Paiste Signature-, 2002- und Rude-Cymbals spielt – allesamt im Colorsound Black Finish.

Für den betuchten Fan ist es kein Problem, jede Menge Euros zu investieren, um diese Cymbals zu kaufen, denn Sonderanfertigung heißt hier das Stichwort, und wenn man sie überhaupt bekommt, wird es eben richtig teuer. Da macht es doch viel mehr Sinn, die Optik zu übernehmen, aus dem Paiste-Programm Cymbals zu wählen, die annähernd an die elementaren Klänge des Jordison-Cymbal-Sets herankommen und so das Ganze für einen erschwinglichen Preis den Fans anzubieten. Somit stellt sich die Frage, wie viel ist an den Black Alpha Hyper Cymbals nun anders?

Cymbals
(Bild: Archiv)

Konstruktion

Paiste hat bei diesen Cymbals nicht nur einfach die schwarze „Colorsound”- Beschichtung aufgebracht. Gefertigt wird aber nach den in der Alpha-Serie üblichen Verfahren, sprich, der Rohling aus B8-Bronze erhält seine Form und das vermeintliche Hämmerungs- und Abdrehmuster durch Pressen gegen eine Matrize. Aus dem Blickwinkel der reinen Metallverarbeitung ist dies nicht das schlechteste Verfahren und sticht traditionelle Verfahren im Sinne auf konstante Verarbeitungsqualität aus.

Doch bei aller Präzision in der modernen Fertigungstechnologie: Ein Instrument braucht eine gewisse Lebendigkeit, und daher werden auch die Black Alphas unter ästhetischen Klangaspekten noch einmal nachbearbeitet. Für die Black Alpha Hyper Hi-Hat hat man sich nur zum Teil der Metal Edge Hi-Hat bedient. Die Kombination aus Medium Heavy Top und Extra Heavy Bottom wurde übernommen, allerdings verzichtet man für beim Bottom-Cymbal auf den „Sound Edge”-Rand, und das „Hämmerungsmuster” des Bottom-Cymbals entspricht in etwa dem des Alpha Rock Top-Cymbals. Das Black Alpha Top ist, was die „Hämmerung” angeht, identisch mit dem Top der Metal Edge Hi-Hat. Ebenfalls eine neue Kreation ist das Black Alpha Hyper Splash, das in seiner Stärke in etwa dem Alpha Metal Splash entspricht, aber eine Kuppe in normalen Proportionen besitzt und ein dichteres „Hämmerungsmuster” als Thin Splash und Metal Splash aus der Alpha-Serie aufweist.

Das Black Alpha Hyper China entspricht in seiner Form mit der charakteristisch abgeflachten Kuppe und im flachen Winkel umgebogenem Rand eigentlich dem Alpha Rock China, besitzt aber ein deutlich intensiveres und tieferes „Hämmerungsmuster”, das besonders im Randbereich sehr stark ausfällt. Die Black Alpha Hyper Crash Cymbals entsprechen in Gewicht und Form in etwa den Alpha Rock Crash Cymbals, doch finden wir hier das „Hämmerungsmuster” der Alpha Metal Crash Cymbals. Das Black Alpha Hyper Ride ist hier tatsächlich das Alpha Metal Ride in schwarz, was den geringsten klanglichen Unterschied im Vergleich zu allen Modellen bedeutet.

Sounds

Transparente, tragende Sounds mit hoher Projektion sind das wichtige Thema bei den Black Alpha Hyper Cymbals, denn diese erzeugen schließlich auch die Cymbals des Custom-Sets von Joey Jordison. Und diese Klangparameter müssen auch gegeben sein, wenn man sehr flott unterwegs ist. Das konnten die Paiste Alpha Cymbals schon immer, und so wundert es dann auch nicht, dass die Black Alpha Hyper Cymbals in die gleiche Richtung stoßen. Prinzipiell sind sie durch das schwarze Finish in den Obertönen zwar etwas entschärft, verlieren ihre guten Projektionsqualitäten allerdings nicht. Der Attack ist extrem präsent, und das Sustain ist für farbige bzw. beschichtete Cymbals erstaunlich lang und transparent.

Überzeugend ist auch die Ansprache, wenn man eine kräftige Spielweise zugrunde legt – Streicheleinheiten sind hier nicht vorgesehen! Deutliche Unterscheide zu den konventionellen Paiste Alpha Cymbals sind bei der Black Alpha Hyper Hi-Hat sowie den Splash- und China-Cymbals zu hören, diese sind bei den Black Alpha Hyper Crash- und Ride-Cymbals weniger markant. Wäre da nicht das rabenschwarze Finish, könnte man tatsächlich sagen: typisch Alpha!

Detail
(Bild: Archiv)

14″ Hyper Hi-Hat: schneidender, schneller Attack, realtiv obertonreich, aber nicht extrem bissig; kurzes, mittiges Sustain. Insgesamt kräftiger Body, schnelle und direkte Ansprache bei Stocksanschlag und Pedalspiel, sehr gut Projektion.

20″ Hyper Ride: extrem glockige Kuppe, obertonreich und bissig, aber nicht extrem scharf; sehr guter Unterschied zum Profil, hier ist der Attack etwas integrierter, aber nicht minder präsent; das Sustain ist für beschichtete Cymbals erstaunlich lang und klar, doch der Attack bleibt immer dominant.

16″, 17″ und 18″ Hyper Crash: gut aufeinander abgestimmte Cymbals mit klaren Unterschieden in der Tonhöhe; ein metallisch harter und mittenbetonter Attack blendet in ein glockiges, kurzes Sustain mit transparentem Sound ein.

10″ Hyper Splash: kräftig wie ein kleines Crash, doch mit eindeutigem Splash-Sound-Charakter, kehliger Attack und nur leicht trashiges Sustain

18″ Hyper China: aggressiver Sound im Attack, gefolgt von klarem, gongigen Sustain; nur in der kurzen Decay-Phase gewinnt das Cymbal eine leicht orientalische China-Sound-Note; sehr gut für schnelle RideFiguren auf dem Profil und im Übergang zum Rand, brachiale Akzente beim Anschlag auf dem Rand

Paiste Black Alpha Cymbals_04
(Bild: Archiv)

Fazit

Vor allem den zahlreichen Jordison-Fans etwas Feines zu bieten, dürfte Paistes Motivation für die Entwicklung der Black Alpha Hyper Cymbals von gewesen sein. Doch nicht nur die Optik mit schwarzer Colorsound-Beschichtung und silberfarbenen Tribal-S- und Logo-Aufdrucken machen hier den Reiz der Cymbals aus. Paiste hat mit der Balck Alpha Hyper Hi-Hat sowie den Splash und China Cymbals innerhalb der Alpha-Serie neue klangliche Kreationen geschaffen, die es so bisher nicht gab; zudem erfahren die Crash Cymbals sowie das Ride eine graduelle Klangveränderung durch die Beschichtung. Alles in allem handelt es sich hier also nicht um bloßes Marketing, auch klanglich kann man etwas bieten, was sich durchaus am Vorbild Joey Jordison orientiert. Und das könnte auch Nicht-Slipknot-Fans gefallen

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