Eisenharte Krawall-Brüder

Paiste Rude Basher, Shred Bell & Blast China im Test

Die Paiste RUDE Cymbal-Serie hat mithilfe von Alex González – Schlagzeuger der mexikanischen Superband Maná – Verstärkung bekommen: Basher, Shred Bell und Blast China! Die Namen sind Programm, und die Tradition der lauten, aggressiven Sounds der RUDE-Cymbals erreicht hier den nächsten Level.

Paiste-Rude-Basher-Shred-Bell-und-Blast-China-Cymbals
(Bild: Archiv)

Seine musikalische Bandbreite demonstriert Alex González nicht nur auf den Alben und bei den Shows von Maná in ausverkauften Stadien in Mexiko und den USA, er hat jüngst auch mit seinem Side-Project, der Metal-Band De La Tierra, ein neues Album aufgenommen. Dafür sind die Sounds der neuen Paiste RUDE Cymbal-Modelle natürlich prädestiniert.

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Konstruktion & Verarbeitung

Gefertigt werden auch die neuen RUDE Modelle in der Schweiz und natürlich aus der B8-Bronze. Seit 1980 sind die RUDE Cymbals mit den markanten, schneidenden Sounds die erste Wahl im Paiste-Programm, wenn es um Punkrock und Metal geht. Ebenso markant ist ihre Optik, die durch die braun/goldene Färbung und das spezielle Hämmerungsmuster sowie die lackierte Oberfläche geprägt wird.

Neben der stattlichen Größe der Shred Bells fasziniert deren speziell geformtes Profil, das zunächst vollkommen gerade bis etwa in die Mitte der gesamten Strecke verläuft und dann in einem Winkel von ca. 10 Grad ebenso mit absolut geradem Verlauf nach unten abknickt. Erstmals bei den RUDE Cymbals finden wir bei den Shred Bells auch ein (sehr feines) Abdrehmuster vor. Dies ist auf der Rückseite aufgebracht, ca. 6 cm breit und bedeckt den markanten Knick im Profil je ca. 3 cm links und rechts davon. Zwischen der nicht be arbeiteten Kuppe und dem abgedrehten Bereich des Profils sieht man das bekannte, dichte Hämmerungsmuster. Der äußere Rand zeigt wieder einen schmalen Streifen, der lediglich gehämmert ist, dort ist das Muster luftiger, und die kreisrunden Einschläge zeigen perfekte konzentrische Kreise.

Das Blast China besitzt von allen RUDE China-Modellen das flachste Profil. Wie üblich findet man eine sehr dichte, intensive Hämmerung vor. Ungewöhnlich ist die Form der Kuppe, die hier kleiner im Durchmesser gehalten ist, dafür aber ähnlich ausgeprägt wie die des RUDE China ist. Lediglich der Knick zum abgeflachten Bereich der Kuppe ist etwas sanfter, rundlicher ausgefallen.

Die beiden Basher Cymbals sind auf dem Profil noch dichter und intensiver gehämmert als die Wild Crash Cymbals der RUDE Serie. Das flachere Profil und das etwas geringere Gewicht lassen allerdings eine andere Klangfarbe erwarten. Die Verarbeitung aller Testkandidaten ist wie gewohnt makellos, alle Cymbals sind sauber ausbalanciert, scharfe Kanten findet man nicht.

Sounds

Laut und aggressiv setzen sich die markanten Sounds der Shred Bells im Gehörgang fest. Metallisch nagelnd ist der Attack, und der singende Oberton steht im Sustain extrem lang. Beide Cymbals zeigen im Sustain auch die gewisse Klangtiefe einer Glocke. Geht man es locker an, so erzielt man einen glasklaren Ping-Sound, und forciert man den Anschlag etwas, so wird es dann giftiger. Damit kommt man prima durch lauten Gitarren-Alarm, nicht nur als Akzent, sondern auch bei schnellen Ride-Patterns. Die 12″ und 14″ Shred Bells bieten zwei klar zu unterscheidende Sounds, die im Wechselspiel viel Spaß machen. Das 14″-Modell klingt etwas kräftiger und dunkler.

Auch die Basher passen sehr gut zueinander. Der wichtigste Unterschied zu anderen RUDE Crash-Cymbals ist der, dass sie bei aller Projektion und Durchsetzungskraft

nicht ganz so harsch und ungestüm klingen. Die Basher liegen irgendwie zwischen den Wild Crash und Thin Crash Cymbals, mit einem Schuss Crash/Ride und einem Spritzer 2002. In den Obertönen liefern sie einen schönen Zisch-Sound, der präsent ist, aber eben nicht mega-aggressiv – besonders auch dann nicht, wenn man reinhält, was das Zeug hergibt. Das wird man nicht wirklich beim Kneipen-Gig oder im 25-qm-Proberaum machen. Die Dinger sind definitiv was für große Bühnen. Sie entwickeln ihre volle Power auch schon auf geringerer Dynamikstufe, also ganz klar: nix für leise Nummern! Dafür aber ganz viel Sound für einen soliden Viertelpuls über jedem Blast Beat.

Das kann das Blast China natürlich par excellence mit seinem metallisch harten Akzent und den giftigen Mitten im Sustain. Dabei ist das Sustain zwar sehr lang, besonders für ein Cymbal dieser Größe, doch schon nach sehr kurzer Klangdauer wird es merklich leiser, so dass man durchaus von einem kontrollierten Sound reden darf. Insofern sind also auch schnell aufeinander folgende Akzente kein Problem. Durch die Größe von 14″ passt das Teilchen natürlich an viele

Positionen im Set, und damit lässt es sich z. B. auch in der Nähe der Hi-Hat oder beim Ride montieren, so dass man sehr schnelle Wechselspiele zwischen diesen Instrumentenstimmen realisieren kann, was natürlich den Blast Beats weitere interessante Klangfarben und Strukturen verleihen kann.

Fazit

Die neuen Paiste RUDE Basher, Shred Bell und Blast China Cymbals bieten neuartige Sounds, die ebenso die klassischen RUDE Eigenschaften von Durchsetzungskraft und Lautstärke bedienen. Ganz klar sind sie für Metal-Grooves und Blast Beats prädestiniert, und dabei haben alle Cymbals eines gemeinsam: Sie können sowohl Ride-Figuren als auch Akzente perfekt bedienen.

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