Testbericht

PDP Concept Hardware

PDP profitiert als Tochterfirma von DW von den innovativen Entwicklungen aus dem Mutterhaus, doch mit der „Concept Hardware“ zeigt man nun auch einige interessante Eigenentwicklungen. Unter anderem finden sich in der „PDP Concept“ Hardware-Serie je zwei interessante Bassdrum-Pedale und Hi-Hat-Maschinen.

Bassdrum-Pedale und Hi-Hat Maschinen
(Bild: Dieter Stork)

Während man bei den Stativen sinnvollerweise auch auf die Kompatibilität zu Produkten von DW setzt, zeigt man bei unseren Pedal-Testkandidaten doch größeren Individualismus.

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CONCEPT SERIE BASSDRUM-PEDALE

Das Single- und auch das Doppel-Bassdrum-Pedal basieren auf einem Zweisäulen-Rahmen und einer soliden Bodenplatte als Verbindung zwischen Fersenteil und Rahmen. Beide Teile sind schwarz pulverbeschichtet. Die Unterseite der ca. 3 mm starken Bodenplatte ist vollflächig mit einem gerippten Gummi beklebt, zusätzlich sorgen zwei herauszuschraubende Dorne im Rahmen für weitere Rutschsicherheit. Die Konstruktion ist bis dahin durchaus üblich, präsentiert sich allerdings mit einer soliden und qualitativ wertigen Verarbeitung. Die Trittplatten sind als „Long Board“-Version ausgelegt, und dazu braucht man nicht einmal den Blick auf das in Gummi im Fersenteil eingelegte XF (X-tended Footboard) schweifen zu lassen: Satte 9 cm Breite an der Spitze und eine Länge von ca. 28 cm bis zur Achse passen auch für große Füße, aber effektiv ist es der Hebelwinkel, der hier etwas für das Spielgefühl ausmacht.

Die Trittplatten sind (bis auf das eingesenkt gearbeitete Logo an der Spitze) glatt gestaltet, wenn auch mit leicht gebürsteter Oberfläche. Damit lässt sich darauf prima sliden, und trotzdem hat man noch etwas Grip. Die Trittplatte ist ca. 7 mm stark an den Rändern, und das verleiht ihr trotz der Größe ein leichtes Design. Natürlich wird sie in der Mitte in der Längsachse stärker und hat damit auch die nötige Festigkeit für ein kräftigeres Spiel. Für eine präzise und spielfreie Action sorgen perfekt eingepasste Lager in der Achse am Fersenteil. An der Spitze der Trittplatte ist eine doppelte Kette angeschlagen, und die stellt die Verbindung zur leichten, teils mit Hohlkammern versehenen Antriebseinheit her. Sie fällt durch die kobaltblaue Farbe ins Auge, und tatsächlich wird sie aus Aluminium im Extrusionsverfahren gefertigt. Die Antriebseinheit ist zentrisch auf der Achse angeordnet, und für einen ruhigen Lauf der Kette sorgt eine Dämpfung per Filzstreifen.

Bassdrum-Pedal, Kettenzug
(Bild: Dieter Stork)

Die Lager der Hauptachsen sind von sehr guter Qualität, ebenso die Achsen selber, die hier sehr sauber gearbeitete Laufflächen bieten. Die Lager sind auch prima im Rahmen eingepasst und mit Distanzringen, die über Inbus-Schrauben gesichert werden, fixiert. Damit ist insgesamt ein spielfreier und gleichmäßiger Ablauf gewährleistet. Das gilt selbstverständlich auch für das Doppel-Bassdrum-Pedal, bei dem man auf einen Hilfsrahmen verzichtet hat und folglich die Hauptachse und die Achse der Antriebs- /Schlägel-Einheit des Slave-Pedal in einem doppelten Lager ineinanderstecken. Wer hier extrem heavy zur Sache geht, wird bemerken, dass diese Art der Konstruktion eine gewisse Flexibilität an dieser Stelle aufweist – und das betrifft nicht nur dieses Pedal, sondern alle so konstruierten Doppel-Bassdrum-Pedale.

Nun, wer so hohe Anforderungen an das Material stellt, sollte auch bereit sein, deutlich mehr Geld auszugeben. Die Mehrheit der Spieler wird sich allerdings wohl an den sehr guten Laufeigenschaften erfreuen, zumal die Kreuzgelenke der Kardanwelle auch sehr gut verstiftet sind und extrem wenig Spiel aufweisen. Damit ist eine prima Kraftübertragung mit sensiblem Spielgefühl auch von der linken Seite garantiert. Die Federspannung lässt sich in einer sehr guten Bandbreite einstellen, und die Feder ist in ein gelagertes Kunststoffrad eingehängt, was natürlich auch zu den guten Laufeigenschaften beiträgt. Über die Aufnahme lässt sich der Schlägelwinkel einstellen, allerdings nur gemeinsam mit dem Trittplattenwinkel.

Hier hat man auch keine Möglichkeit vorgesehen, dies durch eine Ketten-Verkürzung/Verlängerung zumindest in einem gewissen Rahmen zu ermöglichen. In der Praxis erweist sich allerdings die vom Werk vorgenommene Grundeinstellung der Verhältnisse von Trittplattenwinkel zu Schlägelwinkel als absolut praktikabel, und eine Anpassung/Änderung über die Federaufnahme macht nur wirklich Sinn, wenn man extrem lockere oder harte Federspannungen wählt. Komfortabel sind die Offset-Klemme für die Befestigung des Pedals am Spannreifen sowie der Halter für den Stimmschlüssel auf der Bodenplatte. Der Schlägel ist ein Two-Way-Beater, allerdings mit zwei unterschiedlichen Kunststoff-Spielflächen, deren wesentlicher Klangunterschied wohl eher durch die Größe der Auftrefffläche, als durch die verschiedenen Härtegrade bestimmt wird. Die Schlägel sind mit Memory-Klammern ausgestattet, die sich durch Vierkantkopfschrauben fixieren lassen.

CONCEPT HARDWARE HI-HAT-MASCHINEN

Im Wesentlichen unterscheiden sich die beiden Hi-Hat-Modelle tatsächlich nur durch die Ausstattung mit einer drehbaren Zweioder Drei-Bein-Basis. Erstere schafft natürlich noch mehr Platz für den Betrieb zusammen mit einem Doppel-Bassdrum-Pedal und/oder weiteren Pedal-gespielten Percussion-Instrumenten, Kabel-Hi-Hats usw. Dabei sorgt eine kleine Grundplatte unter dem Rahmen für eine erhöhte Standsicherheit, zudem trägt diese bei zusammengelegte Hi-Hat für den Transport auch nicht zu dick auf – eine gute Lösung! Natürlich ver – fügen beide Modelle über doe gleiche „Long Board“-Trittplatte wie die Bassdrum-Pedale. Das Fersenteil wird aber konventionell über den Bügel in den Rahmen eingehängt, was für den Transport eine platzsparende Lösung erlaubt.

 

Über eine doppelte Kette wird die zentrale Zugstange bedient, auf dem Standrohr ist die Verstellung für die Federspannung angebracht. Zehn Positionen sind wählbar, und damit ist von ultra soft bis extrem heavy alles dabei. Somit wird nicht nur das individuelle Spielgefühl bedient, auch der Wechsel auf eine sehr leichte oder schwere HiHat kann so gut kompensiert werden. Ein feines Plus ist die Hi-Hat-Kupplung für das Top-Cymbal, die nicht nur eine Aussparung im Gewindegang an der Stelle besitzt, wo das Top-Cymbal zu liegen kommt, hier ist dieser Bereich auch noch mit Kunststoff ummantelt. Die Zugstange wird schonend durch eine Führung und ein Auge geschoben und großflächig mittels Flügelschraube fixiert.

PRAXIS

Die solide Verarbeitung und die gut laufenden wie passgenau gearbeiteten Lager sorgen für einen ruhigen Gleichlauf der Bassdrum-Pedale, da kommt doch schon mal Freude auf. Man hat hier zwar lediglich die Möglichkeit, durch die Schlägellänge und die Federspannung einige persönlich relevante Einstellungen vorzunehmen, es sei denn man nimmt in Kauf, Schlägelwinkel und Trittplattenwinkel gemeinsam zu verstellen. Aber wie bereits erwähnt, ist die werkseitige Voreinstellung der Verhältnisse gut gewählt. Wer schnell zu Fuß unterwegs sein möchte, wird sicherlich auch mal die Heel-/Toe-Spieltechnik einsetzen, und das lässt sich auf dem Long Board problemlos umsetzen. Wer übrigens auf Verrücktheiten steht, der sollte mal Scott Pellegrom bewundern, der sogar mit beiden Füßen auf einem Board spielt – das ist flott! (pacificdrums.com/ hardware/pedals.asp) Die beiden Hi-Hat-Maschinen funktionieren ohne Fehl und Tadel, und auch hier sorgt das Long Board für eine gut dosierbare Hebelkraft. Wer es da noch filigraner und sensibler in der Ansprache haben möchte, der muss aufwendigere Konstruktionen für einen entsprechend höheren Preis in Betracht ziehen.

Profil

FAZIT

Die Bassdrum-Pedale und Hi-Hat-Maschinen der „PDP Concept“ Hardware- Serie sind solide Konstruktionen, die vor allem durch ihre „Long Board“-Trittplatten bestechen. Neben der günstigeren Hebelwirkung erleichtert eine Trittplatte mit diesen Dimensionen auch alternierende Spieltechniken (Heel Up, Heel Down, Heel/Toe). Die guten Laufeigenschaften entstehen bei den Bassdrum-Pedalen natürlich auch durch die sehr gute Lagerung an relevanten Stellen im Antrieb und zeigen hier deutlich die DW-Gene. Die Zwei- und Drei-Bein-Varianten als HiHat können außer mit der Long-Board-Trittplatte und einer ebenfalls solide verarbeiteten Standardtechnik mit einer sehr tollen Hi-Hat-Kupplung überzeugen. Da lohnt sich nicht nur für den Budget-bewussten Käufer ein näherer Blick

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